Finanzierung

Die Finanzierung einer Unternehmensgründung kann grundsätzlich mit Eigen – und/oder Fremdmitteln erfolgen. Meist wird es um eine Kombination von Eigenmitteln und Fremdmitteln gehen.
Generell gilt: ein hoher Fremdmittelanteil ist mit einer entsprechend hohen Belastung durch Zinsen und Tilgung (Kapitaldienst) und auch einer gewissen Abhängigkeit vom Fremdkapitalgeber verbunden.

Ein hoher Eigenanteil schafft Unabhängigkeit und ist kostengünstig. Der oft anzutreffende Ehrgeiz, die Gründungsfinanzierung  ganz mit Eigenmitteln zu  schaffen, sollte jedoch nicht dazu führen, die privaten finanziellen  Reserven vollständig aufzubrauchen.

Als gesundes Verhältnis von Eigen– und Fremdmitteln gilt ein Anteil von 40 Prozent Eigenkapital (Eigenkapitalquote) an einer Gesamtfinanzierung.

Die Praxis der Existenzgründungen zeigt, dass häufig auch mit wesentlich weniger Eigenkapital gerechnet werden muss bzw. mangels eigener Mittel eine reine Fremdfinanzierung erforderlich ist. Durch die Bereitstellung von verschiedenen Förderkrediten ist dies möglich. In diesen Fällen ist es umso wichtiger mit Beginn der Geschäftstätigkeit sobald als möglich an eine Rücklagenbildung heranzugehen.

Der überwiegende Teil der Kredite für Existenzgründungen und für Finanzierungen im Bereich der kleinen – und mittelständischen Unternehmen wird von Banken, auch Hausbanken genannt, bereitgestellt. Da die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland mit einer enormen Welle von Unternehmensinsolvenzen bei den Banken zu erheblichen Ausfällen geführt hat, spüren gerade auch Existenzgründer die Zurückhaltung der Banken bei der Neuausreichung von Krediten. Hinzu kommen die veränderten Vorschriften der Eigenkapitalhinterlegung für Unternehmensfinanzierungen – bekannt und viel diskutiert unter den Schlagworten Basel II und Rating.

Der in Basel ansässige Rat für internationale Bankenaufsicht hat ein System der Unternehmensbewertung (Rating) und der von der Bonität des Unternehmens abhängigen Eigenkapitalhinterlegung vorgegeben. Unter dem Aspekt der Auswirkungen für die Unternehmensfinanzierung geht es im Kern darum: Unternehmen mit einer guten Bonität und werthaltigen Sicherheiten erhalten günstigere Kreditkonditionen. Unternehmen mit einer eher schlechteren Bonität müssen mit höheren Kreditkosten und im Extremfall sogar mit der außerordentlichen Fälligstellung, das heißt Rückforderung der Kredite rechnen.

Auch die von Existenzgründern vorgelegten Konzepte werden nach den Kriterien des Ratings bewertet. Neben den geplanten Kennzahlen zu Umsatz, Rentabilität und Vermögensstruktur werden auch die prognostizierte Branchenentwicklung, Vergleichszahlen und Standortaspekte zur Beurteilung herangezogen. Um Existenzgründer trotz häufig anzutreffenden Eigenkapitalschwäche und fehlender Sicherheiten die Finanzierung ihres Gründungsvorhabens zu ermöglichen wurde auf Bundes – und Landesebene es eine Reihe von Förderkrediten entwickelt.

Förderkredite werden von speziellen Banken herausgelegt – die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf Bundesebene und Förderbanken auf Landesebene – in Mecklenburg – Vorpommern das Landesförderinstitut (LFI). Förderkredite unterscheiden sich von den Krediten der Hausbanken durch einige Besonderheiten und Merkmale: sie sind an die Richtlinien der Fördergeber – der Bund, das Land – gebunden, dass heißt nicht frei verhandelbar Die Kredite der KfW unterliegen dem Hausbankprinzip.

Die Kreditanträge werden von den Banken vor Ort geprüft, die Beantragung und Durchleitung erfolgt über die Hausbank und die Hausbank haftet ganz oder teilweise für die ausgereichten Kredite. sie können gegenüber dem marktüblichen Zins verbilligt sein. Die Tilgung kann für mehrere Jahre ausgesetzt sein. es kann ganz oder teilweise auf Eigenmittelanteile verzichtet werden. Haftungsfreistellung/ -verzicht auf Sicherheiten seitens des Fördergebers ganz oder teilweise möglich Generell werden jedoch auch Anträge auf Förderkredite nach strengen banküblichen Kriterien geprüft. Auch eine bonitätsabhängige Zinsgestaltung wurde bei der KfW eingeführt. Sie gilt jedoch zunächst nicht für die klassischen Existenzgründungsprogramme.

Beteiligungen können zur Aufstockung von Eigenanteilen an einer Finanzierung herangezogen werden. Wenn sie von öffentlichen Geldgebern kommen – KfW, Beteiligungsbanken in den Ländern – unterliegen sie dem Hausbankprinzip. Öffentliche Beteilungen laufen über einen Zeitraum von zehn bis 12 Jahren. Es wird ein nicht unerhebliches Beteiligungsentgelt erhoben.

Existenzgründer sollten auch im privaten und geschäftlichen Umfeld nach Beteiligungsgebern suchen. Für Investitionsfinanzierungen im produzierenden Bereich und in den produktionsnahen Dienstleistungen sowie dem Tourismus können Zuschüsse aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ beantragt werden. Hier werden die Anschaffungskosten der Investitionen in bewegliche und bauliche Investitionen bezuschusst. Ist das Vorhaben mit einem Förderkredit finanziert, muss jedoch der Zuschuss in der Regel als Sondertilgung für den Kredit eingesetzt werden.

Zuschüsse sind zu versteuernde Betriebseinnahmen. Investitionszuschüsse sind beim Landesförderinstitut vor Beginn der Investitionsmaßnahme direkt vom Vorhabenträger zu beantragen. Nach der Beantragung kann mit dem Investitionsvorhaben auf eigenes Risiko begonnen werden. Die Investitionszulage ist nur noch für Existenzgründungen und Unternehmen im produzierenden Bereich und in den produktionsnahen Dienstleistungen von Interesse. Hier geht es um Zulagen zu den Anschaffungskosten neuer beweglicher Wirtschaftsgüter in den neuen Bundesländern.

Die Investitionszulage wird im Frühjahr für das vergangene Jahr beim zuständigen Finanzamt beantragt. Unternehmen die zu den zulageberechtigten Branchen gehören haben einen Rechtsanspruch auf die Zulage. Die Zulage muss nicht versteuert werden. Existenzgründer sollten sich rechtzeitig vor Beginn ihres Vorhabens über die aktuelle Situation und die Förderpraxis informieren, da in diesem Bereich bedingt durch die Haushaltslage und inhaltliche Schwerpunktsetzungen Änderungen immer möglich sind. Die Gesamtfinanzierung eines Vorhabens sollte möglichst ohne Zuschüsse und Zulagen gesichert sein. Dies vor allem auch weil die Investitionen zuerst getätigt und bezahlt sein müssen und nur mit dem Nachweis bezahlter Rechnungen die Zuschüsse und Zulagen abgefordert werden können.

Der Eigenanteil an einer Finanzierung kann mit Sacheinlagen, Eigenleistungen und Barmittel erbracht werden. Bei den Sacheinlagen handelt es sich um Wirtschaftsgüter, die der Existenzgründer bereits in seinem Privateigentum hat und in das neu gegründete Unternehmen einlegt. Häufig sind das Fahrzeuge, Büroeinrichtung wie Arbeitstisch, Regale, Bestuhlung, Beleuchtung u.a., Bürotechnik wie PC, Telefon und Fax, Werkzeuge und andere bisher rein privat genutzte Wirtschaftsgüter.

Die Festlegung des Wertes erfolgt bereits in der Kapitalbedarfsplanung zum Zeitwert oder Wiederbeschaffungswert, hier verstanden als der Wert, den man für die Anschaffung eines entsprechenden gebrauchten Wirtschaftsgutes einsetzen müsste. Eine detaillierte und fundierte Bewertung durch externe Spezialisten ist nur dann erforderlich, wenn die Sacheinlagen als Stammkapital in eine Kapitalgesellschaft eingebracht werden sollen oder die Bank zur Prüfung der Werthaltigkeit des Eigenanteils in einer Gesamtfinanzierung dies verlangt.

Von Eigenleistungen spricht man, wenn der Gründer mit seiner eigenen Arbeitskraft bzw. der von Familie und Freunden bauliche Arbeiten selbst verrichtet. Häufig geht es z.B. um Maler-, Fliesen – und Fußbodenlegerarbeiten, aber auch Architekten – und andere Bauplanungsleistungen werden in Eigenleistung erbracht. Zur Bewertung der Eigenleistungen empfiehlt es sich Angebote einer Fachfirma einzuholen, in denen der Materialaufwand und die Arbeitsleistung getrennt ausgewiesen werden. Auch Bewertungstabellen von Bauberufsgenossenschaften können herangezogen werden.

Steuerlich aktivierungsfähig und damit abschreibungsfähig sind jedoch nur Eigenleistungen, die von Angestellten des Unternehmens ausgeführt werden. Für die Existenzgründung bedeute dies, dass Eigenleistungen in der Regel zwar von Banken als Eigenanteil in einer Gesamtfinanzierung anerkannt jedoch steuerlich nicht abschreibungsfähig sind. Wenn private Barmittel in eine Finanzierung eingebracht werden, müssen diese im Rahmen einer Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden. Dies kann per Kontoauszug bzw. durch ein Bestätigungsschreiben der Bank oder auch eines Steuerberaters erfolgen. Auch müssen eigene Barmittel in einer Gesamtfinanzierung in der Zeitabfolge z.B. einer Baufinanzierung als erstes, also vor den Fremdmitteln eingesetzt werden. Der Einsatz von Barmitteln in einer Gründungsfinanzierung sollte angemessen erfolgen. Dem Gründer sollten ausreichend private und betriebliche Mittel verbleiben, um eventuelle Liquiditätsengpässe in der Anlaufzeit überbrücken zu können.

Für eine Existenzgründung kommen in der Regel folgende Arten von Fremdmitteln infrage: Kredite, Beteiligungen, eventuell Zuschüsse und Zulagen. Allen diesen Fremdmitteln ist gemeinsam, dass sie beim Fremdmittelgeber beantragt werden müssen, ihre Ausreichung an ein Prüfungsverfahren und an verschiedene Bedingungen geknüpft ist und sie mit zum Teil recht hohen Kosten verbunden sind. Im Folgenden werden die wichtigsten Merkmale und Voraussetzungen der Fremdmittelarten dargestellt.
Bei Krediten (auch Darlehen genannt) handelt es sich um geborgtes, geliehenes Geld, dass heißt, es muss in einer vereinbarten Zeit und Weise zurückgezahlt werden. Das gilt ausdrücklich auch für Förderkredite, die den größten Teil der Fördermittel ausmachen. Das Zurückzahlen des geliehenen Geldes heißt Tilgung. Die Tilgung gehört nicht zu den Kreditkosten und wird daher bei der steuerlichen Gewinnermittlung nicht als Betriebsausgabe angerechnet. Tilgungen müssen aus dem versteuerten Gewinn geleistet werden. (siehe die Ausführungen zum Cash Flow.)

Folgende Kosten entstehen in der Regel bei der Aufnahme von Krediten: Zinsen Der Nominalzins wird jährlich (p.a. – per anno, anno – das Jahr) direkt auf den Kreditbetrag (Nennbetrag) bzw. auf die jeweiligen Restschuld erhoben. Der im Kreditvertrag vereinbarte Nominalzins gilt jeweils für eine ebenfalls vereinbarte Zeit der Zinsfestschreibung. Nach Ablauf der Zinsfestschreibung wird über den Zins neu verhandelt. Weiterhin muss im Kreditvertrag der Effektivzins ausgewiesen werden. Bei der Angabe des Effektivzinses werden weiteren Kreditkosten wie etwa Bearbeitungsgebühren und ein Damnum, umgelegt auf die vereinbarte Laufzeit bzw. Zinsfestschreibungszeit, ausgewiesen. Bearbeitungsgebühren Für die Bearbeitung von Kreditverträgen erheben die Banken regelmäßig Bearbeitungsgebühren bis zu drei Prozent des Kreditbetrages.

Bei Baufinanzierungen kommen häufig noch Schätzgebühren für die bankspezifische Einschätzung des Verkehrswertes der Immobilie dazu. Wichtig: Ob und in welcher Höhe Bearbeitungs- und eventuell Schätzgebühren erhoben werden ist oft Verhandlungssache. Besonders wenn kein Kreditvermittler beauftragt wurde, sollte der Kreditnehmer die Reduzierung bzw. den Verzicht auf Bearbeitungsgebühren fordern. Damnum (auch Disagio) Bei einem Damnum handelt es sich um einen Abschlag vom Nennbetrag und Rückzahlungsbetrag eines Darlehens. Dieser Abschlag führt zu einer Reduzierung des Auszahlungskurses eines Darlehens und kann als Betriebsausgabe steuerlich angesetzt werden. Bei einigen Förderkrediten wird per Richtlinie ein Damnum von 4% und damit ein Auszahlungskurs von 96% vorgeschrieben.

Bei einem Darlehen können als weitere Kosten Bereitstellungszinsen ( wenn ein vereinbartes Darlehen zum vorgesehenen Zeitpunkt nicht in Anspruch genommen wird) und Teilvalutierungsgebühren (wenn ein Kredit in mehreren Teilbeträgen abgerufen wird) anfallen. Um diese Kosten zu reduzieren bzw. ganz zu verhindern sollten derartige Positionen in den Krediverhandlungen angesprochen werden. Als Voraussetzung für die Gewährung von Krediten verlangen die Banken Sicherheiten.

Banken verlangen von den Kreditnehmern meist mehrere, häufig ein ganzes „Paket“ von Sicherheiten. Die wichtigste Sicherheit stellt die Bonität (Güte) eines Kreditnehmers dar. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Faktoren, die in der Person, in der Persönlichkeit des Kreditkunden liegen und die Gewähr bieten, dass das zu finanzierend Vorhaben mit positivem Erfolg durchgeführt werden kann.

Die bisherige Vita spielt hier ebenso eine Rolle wie die ausreichende fachliche und kaufmännische Qualifikation. Die Qualifikation muss nicht unbedingt durch ein Zeugnis oder Zertifikat nachgewiesen werden. Häufig haben „Quereinsteiger“ in autodidaktischer Arbeit z.B. im Rahmen eines Hobbys in hohem Maße spezielle fachliche Fähigkeiten und Kenntnisse erworben. Dies muss gegebenenfalls ausführlich im Lebenslauf dargestellt werden. Die kaufmännische – unternehmerische Qualifikation muss ebenfalls nachgewiesen werden. Hierfür ist die Teilnahme an einem möglichst umfangreichen Existenzgründerseminar zu empfehlen.

Das gilt auch, wenn bereits eine kaufmännische Berufsausbildung vorliegt. Das für eine Existenzgründung spezifische unternehmerische Wissen, insbesondere zu den Themen Steuern, Finanzierung, Rechtsformgestaltung und Unternehmensführung muss ergänzend erarbeitet werden. Potentielle Geldgeber, Banken, Fördereinrichtungen und auch die Agenturen für Arbeit fordern zur Bestätigung der fachlichen und kaufmännischen Qualifikation die Stellungnahme einer „fachkundigen Stelle“.

Diese Stellungnahmen werden von Kammern (IHK, Handwerkskammer), von Berufsverbänden, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern nach Prüfung des Unternehmenskonzepts abgegeben. Von den Kammern und Berufsverbänden werden diese Stellungnahmen in der Regel kostenlos erteilt. Weitere standardisierte Elemente der Bonitätsprüfung sind: Selbstauskunft Hier werden in einem von der Bank vorgegebenen Formular die persönlichen Einkommens – und Vermögensverhältnisse des Kreditantragstellers sowie des Ehepartners ebenso abgefragt wie Kontoverbindungen und Versicherungen.

Schufa – Auskunft Die Schufa ist die Schutzgemeinschaft des Kreditgewerbes. Hier werden alle Kontoverbindungen, Kredite und etwaige Unregelmäßigkeiten bei der Rückzahlung von Verbindlichkeiten erfasst. Eine negative Schufa – Auskunft führt hierzulande regelmäßig zur Ablehnung einer Finanzierungsanfrage. Achtung: Es handelt sich um ein elektronisches System mit einer relativ großen Fehlerhäufigkeit. Jeder Kreditantragsteller sollte sich daher bevor er zur Bank geht über den Inhalt seiner Schufa informieren, um eventuelle Fehleinträge korrigieren zu lassen. Eine Eigenanfrage ist über das Internet oder die eigene Hausbank möglich. Bankauskunft Hier handelt es sich um eine Informationsmöglichkeit über die bisherige Kontoführung eines Bankkunden und auch über dessen wirtschaftliche und sonstige bonitätsrelevante Verhältnisse. Kontoüberziehungen und Störungen in der Kommunikation zur Bank sollte man vermeiden. Sie schlagen in einer Bankauskunft negativ zu Buche.

Zu dem üblichen „Paket“ von Sicherheiten gehören: die Lebensversicherungen. Risikolebensversicherungen werden in der Regel zur Absicherung von kurzfristigen Krediten (Kontokorrentkredit) verlangt, Kapitallebensversicherungen als Sicherheit für langfristige Kredite, entweder als Ergänzung zur vereinbarten Tilgung oder als eine Art Tilgungsersatz bei Krediten mit einer Tilgungsaussetzung. Da die Banken mit dem Abschluss von Versicherungen neben dem Sicherheitsaspekt auch gutes Geld verdienen, wird die Forderung nicht nur nach dem Abschluss von Lebensversicherungen zum teil recht intensiv gestellt. Die Bereitschaft eines Keditantragstellers auch Geschäfts -, KFZ – , Renten – und andere Versicherungen bei der kreditierenden Bank abzuschließen dürfte die Finanzierungschancen positiv beeinflussen. die Sicherungsübereignung. Bei dieser Sicherheit wird das für den Besitz und die Veräußerung eines Wirtschaftsguts entscheidende Dokument der finanzierenden Bank als Sicherheit übergeben. Typisch hierfür ist die KFZ – Finanzierung mit dem üblichen Verfahren der Übergabe des Fahrzeugbriefes an die Bank. In Ermanglung sonstiger Sicherheiten werden aber auch häufig nicht besonders gekennzeichnete Wirtschaftsgüter der Betriebs – und Geschäftsausstattung sicherungsübereignet. Das geschieht durch einen Vermerk im Kreditvertrag. Achtung:Wirtschaftsgüter dürfen nur einmal als Sicherheit gegeben werden.

Da es ein gesetzliches Vermieterpfandrecht gibt, sind Einrichtungsgegenstände und sonstige Betriebsausstattung bei einem Mietverhältnis per Gesetz an den Vermieter abgetreten. Wenn dieser nicht auf sein Pfandrecht verzichtet, dürfen diese Wirtschaftsgüter nicht an die Bank abgetreten werden. die Forderungsabtretung (Zession). Forderungen entstehen in Unternehmen, in denen die erbrachte Leistung den Kunden in Rechnung gestellt wird. Forderungen stellen einen Vermögenswert dar und können als Sicherheit abgetreten werden. Diese Art von Sicherheit wird von Banken häufig zur Absicherung von Kontokorrentkrediten verlangt.

Meist erfolgt dies in Form der Globalzession, dass heißt alle bestehenden und zukünftig entstehenden Forderungen werden an die Bank abgetreten. Auch hier ist zu beachten, dass eine Forderung nur einmal abgetreten werden darf. Das Abtreten einer einzelnen Forderung (Einzelzession) zum Beispiel als Sicherheit für einen Lieferanten ist bei gleichzeitiger Globalzession ausgeschlossen. Die Forderungsabtretung erfolgt hierzulande still, dass heißt sie wird nicht öffentlich gemacht. Nur im Verwertungsfall erfährt der Kunde von der Abtretung.

Eine offene Abtretung und auch der Verkauf von Forderungen (Factoring) ist nicht verbreitet und gilt unverständlicherweise häufig auch als bonitätsschädigend. die Bürgschaft. Man unterscheidet erstens die selbstschuldnerische Bürgschaft und zweitens die Ausfallbürgschaft. Die selbstschuldnerische Bürgschaft hat einen hohen Sicherungswert. Der Bürge, meist aus dem privaten Umfeld des Kreditnehmers, hafte so als ob er selbst der Schuldner wäre. Banken prüfen sehr genau, ob der angebotene Bürge für den zu verbürgenden Betrag ausreichende Bonität und Vermögen bzw. Einkommen hat.

Ausfallbürgschaften werden von öffentlichen Bürgschaftsbanken zur Absicherung von Unternehmensfinanzierungen ausgereicht. Sie sichern 80 % einer Kreditsumme ab und werden im Verwertungsfall erst nach der vollständigen Ausschöpfung der Leistungsfähigkeit des Schuldners herangezogen. Für die Ausreichung von Ausfallbürgschaften werden einmalige und laufende Gebühren (1% bis 1,5 %) erhoben und die Beantragung muss durch die Hausbank vorgenommen werden. (Zum Hausbankprinzip bei Fördermitteln siehe unten.) Eine Ausnahme stellt in Mecklenburg – Vorpommern das Programm „B.o.B. (Bürgschaft ohne Bank) dar.

Es soll Existenzgründern und Unternehmen mit einem Finanzierungsbedarf bis 125.000 € ermöglichen, ihr Konzept im Vorfeld von Finanzierungsverhandlungen direkt von der Bürgschaftsbank prüfen zu lassen, eine Bürgschaftszusage zu erhalten und damit die Bereitschaft der Banken zur Vorhabensfinanzierung zu erhöhen. die Grundschuld stellt die für langfristige Finanzierungen werthaltigste Sicherheit dar. Die Eigenschaft einer Immobilie (Grundstück und Gebäude) als Sicherheit für eine Finanzierung zu stehen wird in Form der notariell beglaubigten Grundschuld in das Grundbuch eingetragen. Der Sicherungswert einer Immobilie wird mit 60%, in Ausnahmefällen bis 80% des von der Bank selbst geschätzten Verkehrswertes angesetzt. Bedingt durch den Preisverfall besonders von Gewerbeimmobilien verlangen die Banken oft zur Absicherung eine Unternehmensfinanzierung zusätzlich die Eintragung einer Grundschuld auf eine private Immobilie. Eine Grundschuld ist mit Kosten für den Notar und das Grundbuchamt verbunden.