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Brückenbauer: Manfred Hartz, Elke Glockemann und Dr. Wolfgang Krause (v.l.) von der Landeskoordinierungsstelle Unternehmensnachfolge
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„Brücke MV“, die Koordinierungsstelle für Unternehmensnachfolgen in MV, agiert als kompetenter Partner
mit einem landesweiten Netzwerk von Spezialisten, um sichere Brücken für die Nachfolgen zu bauen. Chef einer Firma zu sein, ist nicht ganz einfach: Ein Höchstmaß an Verantwortung, Spürsinn für Innovationen und Führungsstärke müssen eingebracht werden. Dafür gibt es nicht selten eine
60-Stunden-Woche und manche schlaflose Nacht. Dennoch interessieren sich Menschen für solche verantwortungsvollen
Jobs. Richtigerweise, denn allein in MV werden in den nächsten
Jahren an die 5000 Firmenchefs gebraucht. Vor allem in mittelständischen Betrieben gilt es, die Unternehmensnachfolge zu regeln.
Seit Jahresbeginn gibt es in Mecklenburg-Vorpommern eine
Koordinierungsstelle für die Unternehmensnachfolge.
Bis heute hätten sich, so Manfred Hartz,
Leiter der Koordinierungsstelle mit Sitz in Malchow, mehr als 50
Unternehmer gemeldet, die ihre Nachfolge organisieren müssen.
Mehr als 90 Bewerber interessieren sich als künftige Firmenchefs für das Thema - in verschiedensten
Branchen. Wenngleich es eine gewisse Konzentration auf die Bereiche Hotellerie und Gastgewerbe sowie das Handwerk und bestimmte freie Berufe gebe, meint Projektmanager Dr. Wolfgang Krause.
Hinter „Brücke MV“ steht ein Beirat, in dem Vertreter von IHKn,
Handwerkskammern, Hochschulen, Bürgschaftsbank, Wirtschaftsministerium sowie der
Vereinigung der Unternehmensverbände ihr Know how einbringen. Eine einmalige Konstellation, ist sich Manfred Hartz sicher und verweist auf Anfragen, die inzwischen aus dem gesamten Bundesgebiet kommen. Die Mitarbeiter
der Koordinierungsstelle sehen wesentliche Aspekte ihres
Wirkens in der Marketing- und Netzwerkarbeit. Der Prozess
der Nachfolgeregelung, der durchaus einen Zeitraum von bis
zu zehn Jahren in Anspruch nehmen kann, wird vom „Brückenteam“ organisiert und koordiniert.
Der Pool von Interessenten werde intensiv gesichtet, beschreibt Dr. Krause das Procedere. Ergeben sich Schnittmengen, werden Treffen organisiert und wichtige Aspekte besprochen.
„Das beinhaltet auch ein Stück weit Mediation, weil es
durchaus unterschiedliche Vorstellungen gibt zwischen denen,
die seit Jahren ein Unternehmen führen und jenen, die dies künftig tun wollen“, sagt Hartz. Gelingt es, Übergabewillige und
potenzielle Nachfolger zusammenzubringen,
dann treten die so genannten Lotsen in Aktion - Rechtsanwälte, Steuer- oder Unternehmensberater,
die aufgrund von Erfahrungen, Referenzen und Qualifikationen akkreditiert wurden, um eine fachliche
Begleitung zu sichern - nach festgelegten Qualitätsstandards.
18 solcher Lotsen gibt es bereits, maximal 30 sollen es
werden. Dann geht es - freiwillig - ans Eingemachte. Kaufpreis,
steuerliche, (erb-) rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte kommen auf den Prüfstand - mit externer Bewertung.
Stärken und Schwächen werden analysiert, optimale Modelle gesucht, Business- und Finanzierungspläne
erarbeitet. Aus- und Weiterbildungen sind im Netzwerk
möglich. Das Ganze gibt es nicht zum Nulltarif - im Mittelstand seien mit Nachfolgeaktivitäten durchaus Kosten von 3000 bis 10.000 Euro realistisch. Verschiedene Fördermöglichkeiten senken die Aufwändungen jedoch auf einen Eigenanteil von 25 bis 50 Prozent, schätzt Wolfgang Krause ein.
Die Nachfolge sollte eigentlich schon mit einer Existenzgründung geregelt sein - passieren kann immer etwas, meint Manfred Hartz. Spätestens mit 55 Jahren sollten Firmeninhaber sich ernsthaft Gedanken machen,
rät der Brückenchef, der selbst unternehmerische Fähigkeiten
zeigt und die Koordinierungsstelle bis 2012 auf wirtschaftlich
eigene Füße stellen will. Der Bedarf für langfristige und nachhaltige Hilfen ist da, um den Wirtschaftsstandort MV zu stabilisieren.
Quelle: Wirtschaftsspiegel MV, Ausgabe April 2009-06-18