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Studenten im Gründungsfieber
An der Stralsunder Fachhochschule (FH) wurden jetzt die Gewinner des vierten Stralsunder Hochschul-Ideenwettbewerbs prämiert. Von einem individuellen Reisedienst für behinderte Menschen über einen SMS Wartezimmer-Service für Patienten bis hin zu einem speziellen Online-Portal für Studenten waren spannende Gründungsideen darunter.
Juliane Brunk, Projektleiterin der Informationsstelle für Existenzgründer (INFEX), die auf dem Gelände der Fachhochschule Stralsund seinen Sitz hat.

Gefragt waren praxisnahe, kreative und innovative Geschäftsideen mit dem Ziel: die Gründungsatmosphäre zu stärken, Gründungsideen zu generieren und schließlich Gründungsinteressierte zu fördern. Beteiligen konnten sich Absolventen, Mitarbeiter, Professoren und natürlich Studenten und Absolventen  der Einrichtung der Hansestadt. Vor allem die Studenten machten von dieser Möglichkeit Gebrauch: „Von insgesamt 31 klugen Köpfen wurden schließlich 24 Ideen eingereicht und von denen ermittelte eine kompetente Fachjury die zehn Besten“, erklärte  Professor Joachim Venghaus, Rektor der FH Stralsund, während der Festveranstaltung in der Stralsunder Kulturkirche. Er bedankte sich ausdrücklich für die Arbeit der Jury, die sich unter anderem aus Professoren und Mitarbeitern sowie Studenten der Schule, Vertretern aus der Wirtschaft und schließlich der Projektleiterin der Informationsstelle für Existenzgründer (INFEX) zusammensetzte. Die Betriebswirtschaftlerin Juliane Brunk, selbst Absolventin der FH, leitet gegenwärtig dieses Büros, das vom Bildungswerk der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern gGmbH getragen wird. INFEX kümmert sich besonders um Studierende die sich mit unternehmerischen Prozessen auseinandersetzten möchten. Das Büro hat seinen Sitz direkt auf dem Gelände der FH.
Bei Juliane Brunk liefen nicht nur die organisatorischen Fäden der Preisverleihung zusammen, mit ihrer Arbeit trug sie auch einen entscheidenden Anteil für das Gelingen des Ideenwettbewerbs bei. „In Jahr 2009 nutzten 410 Studenten die Angebote des Büros“, berichtete am Rande der Veranstaltung Dr. Bernd Rethmeier von der Technologie- und Informationstransferstelle. Er arbeitet eng mit dem INFEX-Büro zusammen und koordiniert die Aktivitäten in Sachen Existenzgründung.

Übrigens beschäftigt sich die FH Stralsund seit 2000 mit der Thematik unternehmerisches Denken und Handeln. Dass das Konzept aufgegangen ist, davon konnten sich die Gäste der Preisverleihung, die von Professor  Dr. Heiko Auerbach vom Fachbereich Wirtschaft moderiert wurde, überzeugen. Alle zehn Gewinner stellten kurz ihre Firmenidee vor und alle konnten mit einer praktikablen Idee überzeugen. Unter anderem erklärte Angela Röhler (Platz 3) ihre Firmenidee für „Individua Reisen“ – einem Reiseunternehmen, das sich auf Reisen für Menschen mit körperlichen Behinderungen spezialisiert. Der Viertplatzierte Torsten Stubbe entwickelte einen „virtuellen Warteraum“ – einen SMS-Service für Patienten, der dazu dient, dass sich Wartezeiten verkürzen, interessant auch die Idee von Fabian Klein (Platz 8), der  seinen „Campus Discounter“ vorstellte. Auf Platz eins gelang schließlich die Entwicklung des Online-Portals „StudiOrga“, das künftig bei der studentischen Organisation von A bis Z behilflich sein soll. Die Erfinder und Entwickler dieser Idee sind Henning Möller und Dirk Reske.  

Die Sieger des vierten Stralsunder Hochschul-Ideenwettbewerbs  Henning Möller und Dirk Reske (erster und dritter von links)
Zwar präsentierten sie ihre Geschäftsidee dem Publikum kurz, wollten aber im anschließenden Gespräch noch keine Details verraten, „denn wir haben vor, uns mit diesem Online-Portal im kommenden Jahr selbstständig zu machen“, kündigten sie an.
Zwar schon im stillen „Kämmerlein“ doch mit Unterstützung ihrer Dozenten arbeiten die beiden Studenten der FH seit über einem Jahr an der praktischen Umsetzung ihrer Idee – und das mit großem Erfolg. Motivation für diese spezielle Arbeit war ihnen ihre eigenen Erfahrungen, die sie zu Beginn ihres Studiums gemacht haben: Zahlreiche Fragen waren fast zeitgleich zu klären und Entscheidungen zu treffen. Sie selbst stellten fest, wie schwierig es ist, alle Termine in Sachen Studium unter einem Hut zu bekommen „und zwar so, dass man sich sowohl die reine Lehre organisiert als auch das studentische Leben drum herum, das auch funktionieren muss, damit man sich auf das Studium konzentrieren kann“, erinnert sich Hennig Möller. Er spielte dabei auf Fragen an, wie finde ich ein Zimmer oder eine Wohnung, wo stehen studentische Jobs zur Verfügung und vieles andere mehr. Die beiden Studenten freuten sich über ihren ersten Platz, der schließlich mit einem Preisgeld von 1500 Euro prämiert wurde. Gestiftet hatte diesen Hauptpreis die Sparkasse Vorpommern. Gebietsleiter Axel Klettke, der auch in der Jury mitgearbeitet hatte, übergab den Scheck persönlich.

Am Ende der Preisverleihung gab es viele zufriedene Gesichter zu sehen: „Wir sind froh, dass unsere Studierenden erkannt haben, dass in der Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee großes Zukunftspotential steckt und dass sie von uns viel Unterstützung erhalten und diese auch künftig erwarten können“, sagte  Dr. Bernd Rethmeier. Bei den durch INFEX organisierten Veranstaltungen erhalten die Studenten Wissen rund um das Thema Unternehmertum wie beispielsweise Businessplan oder Unternehmensführung. Zudem werden Vortragsreihen mit Unternehmen organisiert, die „sehr gut angenommen werden“, weiß Projekt-Leiterin Juliane Brunk und ergänzt „die Studierenden erhalten durch diese Veranstaltungen einen unmittelbaren Praxisbezug.“ Gerade Themen wie Personalentwicklung oder Controlling seien oft große Unbekannte, die näher erläutert werden müssen. Sie lobte nicht nur das zunehmende Interesse von Seiten der Studierenden, sie lobte auch sehr die „kommunikativ völlig unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Fachhochschule“.
Die Stralsunder Hochschule kann in Sachen Existenzgründungen und Ideenentwicklungen für potentielle Firmen auch eine Wirtschaftskrise nicht schrecken: „Wir müssen nach vorne schauen und die jungen Menschen motivieren“, ist Dr. Bernd Rethmeier überzeugt.

Ulrike Rosenstädt

 

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