Wie kamen Sie denn auf diese tragende Geschäftsidee?
Naja, tragend ist sie noch nicht ganz. Aber ich bin auf einem guten Weg. Ich wechsle demnächst aus dem Nebenerwerb in die volle Selbständigkeit. Die Idee dazu kam mir, als ich mit meiner 2007 geborenen Tochter Lena in der Elternzeit war. Ich war einfach unzufrieden mit meiner bisherigen Tätigkeit. Dann habe ich die Babymassage erlebt und gedacht: „Da ist es!“. 2008 habe ich mich dann in das Abenteuer Selbständigkeit gestürzt.
Weshalb waren Sie unzufrieden und wie abenteuerlich wurde es dann?
Mit hat die Abhängigkeit als Angestellte einfach nicht gefallen. Ich habe unter anderem in Berlin für ein Versicherungsunternehmen gearbeitet und hier in Schwerin im Call Center. Der Schichtbetrieb dort ist auf Dauer einfach nichts, wenn man Familie hat.
Und das Abenteuer?
Ach, das ist mir fast ein wenig peinlich. Und das, wo ich eine kaufmännische Ausbildung habe… Ich habe überhaupt gar keine Marktanalyse betrieben! Ich habe einen Abschluss zur Babymassagekursleitung gemacht und dann festgestellt, dass das so ziemlich jede Hebamme anbietet. Da war mir doch schnell klar, dass meine ganzen schönen Pläne, die ich auch im Existenzgründungsseminar vorgestellt hatte, sich in Luft auflösten. Ohne den Gründerzuschuss wäre ich aufgeschmissen gewesen. Ich habe dann mein Angebot erweitert. Ich hatte schon meine Tochter getragen und habe mich dann an der Dresdner Trageschule zur Trageberaterin ausbilden lassen. So langsam wuchs das Geschäft – aber damit es reicht, bin ich auch mal Velotaxi während der BUGA in Schwerin gefahren. Und dann kam mein Sohn Lias 2010 zur Welt.
Und mit dem haben Sie dann gemeinsam Sport in der Trage gemacht?
Nicht ganz. In der Stillgruppe, in der ich war, kam das Gespräch auf das Kangatraining. Diesmal habe ich vorher recherchiert (lacht) und festgestellt, dass es dieses Angebot in ganz Mecklenburg-Vorpommern noch nicht gab. Dann habe ich in Wien die Ausbildung gemacht und bin nun eine von knapp hundert Kangatrainerinnen in Deutschland. Da ich noch in der Elternzeit war, konnte ich mich über die Qualifizierung in der Elternzeit, beim IMBSE unterstützen lassen. Mein erster Kurs jetzt im Sommer war gleich ausgebucht.
Wie sieht die Zukunft aus?
Ich habe mich mit einer Kollegin zusammen getan, die Stillberatung und schöne Dinge rund ums Baby im Schweriner Bibabutzelädchen anbietet. Dort mache ich meine Trageberatungen. Meine Babymassagekurse biete ich bei der AWO an. Das ergänzt sich alles sehr gut. Mittlerweile bekomme ich sogar Anfragen aus Rostock. Die Selbständigkeit war für mich auf jeden Fall eine gute Entscheidung.
Michaela Skott