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Das Tema des Gründerbüros der Hochschule Wismar und alle Helfer. Foto: Hochschule Wismar
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Dr. Hartmut Domröse leitet das Gründerbüro seit ...Wie groß ist bislang das Echo der Studierenden?
Die Hochschule Wismar geht bereits seit einigen Jahren einen sehr individuellen und erfolgreichen Weg – den Weg zur Unternehmerischen Hochschule. Eine hochrangige und unabhängige Expertenkommission beurteilte dies kürzlich wie folgt: „…Die Hochschule Wismar hat mit ihrem Modellprojekt 2020 eine einzigartige Initiative entwickelt. … Das Modellprojekt „Hochschule Wismar 2020“ ist ein bundesweit einmaliger Versuch, der auch eine Zierde für das Land Mecklenburg-Vorpommern ist.“
Das Anfang 2009 etablierte und direkt an der Hochschulleitung angebundene Gründerbüro war ein logischer Schritt auf diesem Wege. Nach anderthalb Jahren können wir ein äußerst positives Bild unserer Arbeit zeichnen. Neben den über 100 Einzelberatungen für Studierende und Alumni zu Fragen einer beruflichen Selbstständigkeit konnten bis August 2010 auch 22 Gründungen begleitet werden. Dies ist eine vorläufige Zahl, da wir nicht sofort von allen tatsächlich erfolgten Gründungen erfahren. Weiterhin nahmen rund 640 Studierende, Mitarbeiter und Alumni an den fakultätsübergreifenden Seminaren und Workshops teil. Ebenfalls sehr gut angenommen werden die durch das Gründerbüro initiierten interdisziplinären wirtschaftsnahen Studentischen Forschungs- und Entwicklungsteams und das hochschulinterne Ideencamp.
Wir registrieren zunehmend, dass neue Interessenten die Leistungen des Gründerbüros ausdrücklich auf Empfehlung von bereits betreuten Personen nachfragen.
Herr Domröse, welche konkrete Unterstützung kann das Projektteam geben?
Die Leistungen unseres Gründerbüros gehen über die unmittelbare Gründungsbegleitung hinaus. Eine ebenso intensiv betriebene Aktivität ist die Sensibilisierung der Studierenden und Mitarbeiter für unternehmerisches Denken und Handeln. Ein weiteres wichtiges Angebotssegment ist die Betreuung interdisziplinärer und wirtschaftsnaher Projekte, die nicht mehr durch eine einzige Studienordnung strukturiert werden können.
Als konkrete Hilfen für Gründungsinteressierte bietet das Gründerbüro in Rahmen seiner Kapazitäten Beratung und Begleitung zu allen relevanten Fragen. Dabei geht es am häufigsten um Risikoanalysen und praktische Fragen des geplanten Markteintritts, aber selbstverständlich auch um Fördermittel und Finanzierungsmöglichkeiten. Die Begleitung beinhaltet auch die Unterstützung bei der Erstellung eines Gründungskonzeptes.
Ergänzend zu unseren eigenen Kapazitäten nutzen wir ein langjährig erprobtes Partnernetzwerk und zahlreiche Wirtschaftskontakte.
Eng verbunden ist die Hochschule bereits seit Jahren mit dem Technologie- und Gewerbezentrum Schwerin/ Wismar e.V. am Holzhafen der Hansestadt. Neben den vielfachen Möglichkeiten der Projektarbeit für Studierende, die es hier gibt, haben sich ja auch erste Existenzgründer dort angesiedelt. Welche Vorteile bietet die Nähe zu den Unternehmen vor Ort?
Die hier angesiedelten Ausgründungen aus unserer Hochschule wirken sowohl durch ihre Vorbildfunktion wie auch als Partner für konkrete Aktivitäten. So beteiligen sich regionale Unternehmer/innen regelmäßig aktiv an Gesprächskreise mit unseren Studierenden und Mitarbeitern zum Themenfeld „Unternehmerisch Denken und Handeln“ oder fungieren auch als konkrete Wirtschaftsmentoren. Letzteres zum Beispiel für unsere Teilnehmer/innen am Landeswettbewerb VentureCup-MV, bei der Betreuung von EXIST-Gründerstipendiaten oder auch als Ideengeber für interdisziplinäre Studentische Forschungs- und Entwicklungsteams. Wichtig ist hierbei, dass für beide Seiten Win-Win-Situationen entstehen. Die Hochschule erhält Zugriff auf technische und personelle Ressourcen der Unternehmen und diese wiederum partizipieren von den Forschungskapazitäten der Hochschule.
Das Projekt „Gründerbüro der Hochschule Wismar“ wird durch das Landesprogramm „Arbeit durch Bildung und Innovation“ (ArBI) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Wie sehen Sie die Zukunft des Gründerbüros und dessen Unterstützung angesichts der demografischen Entwicklung, die Mecklenburg-Vorpommern bereits jetzt deutlich spürt?
Aktuell fördern ArBI und ESF die beiden Projekte „Unternehmerische Hochschule“ und „Implementierung der Gründungslehre“. Das Gründerbüro bündelt mit diesen Projektressourcen und eigenen Kapazitäten der Hochschule alle unternehmerischen Aktivitäten der HSW. Es arbeitet als fakultätsübergreifende Stabstelle des Rektorates.
Die Zukunft dieses Aufgabenbereiches wird einerseits durch die Entwicklung der Studierendenzahlen beeinflusst, aber noch entscheidender durch die strategische Ausrichtung unserer Hochschule.
Bei den Studierendenzahlen kann die Hochschule Wismar seit mehreren Jahren eine stetige Steigerung vermelden und wirkt somit der demografischen Entwicklung entgegen.
Das bereits zur ersten Frage angesprochene Modellvorhaben „Hochschule Wismar 2020“ setzt maßgeblich auf die Entwicklung unternehmerischer Kompetenzen bei unseren Studierenden. Das fakultätsübergreifend agierende Gründerbüro erfüllt hierbei eine zentrale Funktion. In Zukunft erwarten wir eine Aufgabenverlagerung, jedoch keine Aufgabenreduzierung. So könnten die durch das Gründerbüro organisierten gründungsvorbereitende Seminare schrittweise durch eine in allen Studiengängen zu integrierende Gründungslehre abgelöst werden, dafür werden interdisziplinäre und wirtschaftsnahe Projekte mit einem hohen Betreuungsaufwand an Bedeutung gewinnen.
Vielen Dank für das Interview Herr Domröse!
Das Interview führte Wiebke Weitendorf