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Jungunternehmer Thobias Lewerentz aus Rostock Fotos (2): Kristin Schröder
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Der Verkaufsschlager: eine rundum bespielbare Kinderküche aus Holz, die nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt. Mit diesem Sortiment sticht der Online-Shop des erfahrenen Programmierers in der Spielzeug-Branche hervor, die in den letzten Jahren durch Rücknahme-Aktionen negativ auffiel.
Mit woody-toys.com setzt Lewerentz auf hochwertige und fair gehandelte Ware. Die Entscheidung für den Aufbau dieses Online-Shops sei geprägt von seinen eigenen Erfahrungen als Vater, erinnert er sich: "Heute werden Kinder mit so viel Spielzeug überschwemmt, dass sie am Ende gar nicht mehr wissen, womit sie spielen sollen. Ich habe Verwandten und Bekannten versucht zu vermitteln, dass sie beim Kauf von Spielzeug für meinen kleinen Sohn zumindest auf den ökologischen und ökonomischen Hintergrund achten sollen."
Im Oktober 2010 fing Lewerentz an, sich eingehender mit dem Thema Holzspielzeug zu beschäftigen. Nach sechs Jahren als angestellter Programmierer am Baltic College in Güstrow hoffte er zu diesem Zeitpunkt, endlich sein eigener Chef sein zu können – möglichst mit einem Online-Shop. Leicht machte er sich die Entscheidung für einen Holzspielzeug-Shop nicht: "Ich habe geschaut, was realistisch ist. Mode- und Technik-Artikel fielen heraus, weil die Rücklaufquote zu groß ist und sich viele große Anbieter bereits etabliert haben. Auch Spielzeug selbst war schwierig, weil ein Online-Shop-Anbieter so viel investieren muss, um ein moderates Sortiment aufzustellen. Holzspielzeug sprach mich an, weil ich den Verkauf von diesen Produkten moralisch vertreten kann und wenig Preisdumping unter den Händlern herrscht."
Eine Marktanalyse sicherte seine Entscheidung ab: Er erforschte den Aufbau, die Seiten-Aufrufe und das Sortiment anderer Holzspielzeug-Shops. Das Ergebnis des IT-Fachmanns: "Ich war überzeugt, eine reelle Chance zu haben." Woran es ihm nach eigener Überzeugung mangelte, waren Kenntnisse aus dem kaufmännischen Bereich. Zwar überschlug er, was er an Bestellungen brauchte, um genügend Einnahmen zu erzielen. Aber um eine Preiskalkulation und eine unterstützende Warenwirtschaft zu finden, wandte er sich an kaufmännisch erfahrene Bekannte aus dem Online-Shop-Bereich, darunter an den Geschäftsführer des Surf-Shops supremesurf.de. Lewerentz war sich bewusst, wie wichtig ein gut ausgebautes Netzwerk ist: "Ohne ein Netzwerk muss man meiner Meinung nach gar nicht erst anfangen mit der Selbstständigkeit. Ich habe mich mit anderen Shop-Betreibern ausgetauscht und mich beraten lassen, wo ich nur konnte. Ich hatte zum Beispiel wenig Ahnung von der rechtlichen Seite eines Online-Shops oder von einem guten Design, aber genug Helfer in meinem Umkreis. Am liebsten arbeite ich mit Menschen zusammen, die ich schätze und mag – daraus resultieren aus meiner Sicht die besten Ergebnisse."
Sein Netzwerk verschaffte ihm die nötige Sicherheit, bevor er Anfang 2011 mit dem Programmieren des Shops begann. Dazu nutzte Lewerentz das kostenlose Shop-System Magento (gross). Eine Bezahllösung verweigerte er, weil ihn die finanzielle Abhängigkeit von den Dienstleistern störte. Er wollte deren Preise nicht an seine Kunden weitergeben müssen.
Er setzte außerdem einen Blog auf, noch bevor er Produkte verkaufte. So probte er die redaktionelle Arbeit, die später auf ihn wartete, und erhöhte seine Chancen, von den Suchmaschinen akzeptiert zu werden.
Er kontaktierte auch die Hersteller von Holzspielzeug, die er bei seiner Vorrecherche ausfindig gemacht hatte: "Ich ließ mir die Ware schicken, um sie mit meinem Sohn und Kindern von Bekannten auszuprobieren. Schließlich wollte ich wissen, was ich verkaufe. Von manchen Herstellern war ich enttäuscht. Ihre Produkte musste ich über ebay wieder verkaufen – eine herzlose Fertigung, die nur am Preis orientiert war." Darunter seien etwa Holz-Greiflinge und Rasseln gewesen, deren Farben von den Herstellern falsch dargestellt wurden, oder Steckspiele, deren Holz nicht fein genug geschliffen war.