Volltreffer

In Gründer aus MV by @sys

Bodo Krause hat seine gleichnamige Schleiferei im mecklenburgischen Rolofshagen an Enkel Tino übergeben. Der junge Mann bringt mit der Qualifikation als Technischer Betriebswirt den Fortschritt weiter voran, der Großvater steht für die noch notwendige Erfahrung.

Erfolgsmodell Familienbetrieb: Bodo Krause (li.) und sein Enkel Tino. Foto: Petra Gansen

Sie sind weit mehr als Großvater und Enkel. Sie sind ein leistungsstarkes Führungsteam und sie sind die besten Freunde. Firmengründer Bodo Krause ist stolz und glücklich, dass Tino in seine erfolgreichen Fußstapfen getreten ist. Ursprünglich auf eine Karriere als Fussballspieler orientiert, hat Tino Krause seinen Ehrgeiz aus eigenem Antrieb auf den Familienbetrieb verlagert. Es war sein eigener  Wunsch, vom Sportgymnasium abzugehen und eine Lehre als Zerspanungsmechaniker im Betrieb zu absolvieren. Bereits damals war ihm klar, dass er das Unternehmen einmal führen will.
Von der Handwerkskammer kam die Anregung, die Ausbildung mit einem Kompaktstudium der Betriebswirtschaftslehre zu kombinieren. Im September 2008 hatte Tino alle Prüfungen bestanden und darf sich seitdem „Technischer Betriebswirt“ im Handwerk nennen. Dies und sein intensives „Reinknien“ in die Betriebspraxis  haben ihn dazu qualifiziert, am 1. Januar 2009 die Geschäftsführung zu übernehmen. Und das mit 23 Jahren.

Gut entwickelt

„Ich habe meinen Betrieb nicht mit Wehmut, sondern mit Stolz übergeben“, sagt Bodo Krause. Dem entsprechend wurde mit zahlreichen Gästen die Übergabe in einem Nobelhotel auch ganz groß gefeiert. Noch arbeiten Großvater und Enkel gemeinsam in der Führung des Betriebes und dadurch ergänzen sich nun Fortschritt und Erfahrung auf das Beste.
Bodo Krause hat das heutige Unternehmen mit 12 Mitarbeitern im mecklenburgischen Rolofshagen aus einem „Kellerbetrieb in Grevesmühlen“ entwickelt. Die mit modernsten CNC-Maschinen ausgerüstete Schleiferei arbeitet für Industrie und Handwerkskunden in ganz Deutschland. Es gibt sogar Geschäftskontakte ins Ausland. Vor allem die Sonderanfertigung von Spezialwerkzeugen nach Kundenwunsch ist eine Stärke des Betriebes.

Unternehmerqualität bewiesen

Tino Krause hat ein gut aufgestelltes Unternehmen übernommen, erwischte Anfang 2009 aber zunächst einen schweren Start. Mit der Wirtschaftskrise brachen Kunden aus dem Maschinenbau und der Textilindustrie ein und diesen Einbruch spürte auch die Schleiferei. Mit Kurzarbeit und der erfolgreichen Akquisition neuer Kunden wurde die Situation gemeistert und seit dem 1. April 2010 wird wieder voll gearbeitet. „Es wird aber noch mindestens ein Jahr dauern“, so Tino Krause, „bis die Auftragslage wieder auf das alte Niveau kommen kann.“
Gemäß dem Motto, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt, bewertet er die Situation rückblickend aber durchaus positiv. „Wenn alles nur gut läuft, besteht die Gefahr, dass man träge wird und alles für selbstverständlich hält. Für uns war die schwierige Situation im letzten Jahr durchaus reizvoll, weil wir unsere Fähigkeiten als Unternehmer unter Beweis stellen konnten“, sagt Tino. „Es gehört natürlich auch das Glück des Tüchtigen dazu“, ergänzt Bodo Krause. „Aber wir haben zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen.“

Gebremste Energie

Als klar war, dass mit Tino die Nachfolge gesichert ist, hatte Bodo Krause noch einmal kräftig in die Zukunft, das heißt in neue Maschinen investiert. Für das kommende Jahr ist ein erneuter Investitionsschub geplant. Mit einer neuen Halle, neuen Maschinen und neuen Mitarbeitern soll der Betrieb für ein Schicht-System weiterentwickelt werden.
„Dann“, so Tino Krause, „werden wir nahezu alles machen können, was in unserem Geschäftsfeld geht.“ „Das Gute ist, dass wir aber nicht alles machen müssen“ ergänzt Großvater Bodo. Höchste Qualität, Präzisionsarbeit und größtmögliche Flexibilität gegenüber dem Kunden sind nur mit einem langsamen, kontrollierten Wachstum zu gewährleisten. Mit dieser Maxime wurde der Betrieb aufgebaut und diese Familientradition will auch Tino Krause – bei allem Fortschrittsdrang – weiter pflegen.

Petra Gansen Handwerkskammer Schwerin

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