Hightech made in MV

In Gründer aus MV by @sys

Eine kleine, ganz junge Firma aus Neubrandenburg will weltweit den Durchbruch schaffen. Das erst im Herbst 2010  gegründete Unternehmen new enerday entwickelt Stromgeneratoren auf Basis von Hochtemperaturbrennstoffzellen. Mit 1 Million Euro unterstützt das Wirtschaftsministerium die Forschung und Entwicklung des Vorhabens.

Dr. Matthias Boltze, Geschäftsführer bei der new enerday GmbH in Neubrandenburg. Foto: Grit Gehlen

Dr. Matthias Boltze, Geschäftsführer bei der new enerday GmbH in Neubrandenburg, tüftelt schon seit Jahren an innovativen Brennstoffzellensystemen. In seinem jungen Unternehmen mit acht Mitarbeitern führt er die Entwicklungen weiter, die er seit 2002 bei der Webasto AG in Neubrandenburg realisiert hat. Zu seinen Partnern gehören das Leibnitz-Institut für Katalyse in Rostock und das Institut für Regenerative EnergieSysteme aus Stralsund. Die drei teilen sich das Geld aus dem Fördertopf und planen schon im kommenden Jahr eine Testreihe auf den Markt zu bringen.  „Weltweit gibt es nur wenige  Unternehmen, die an der so genannten Festelektrolyt-Brennstoffzelle für mobile Anwendungen arbeiten“, erklärt Dr. Matthias Boltze den zahlreichen Pressevertretern, die zur Fördermittelübergabe erschienen sind. Der Brennstoffzellen-Generator wird auf der Basis des regenerativen Brennstoffes Bioethanol arbeiten. Das flüssige Bioethanol weist gegenüber gasförmigen Brennstoffen viele Vorteile auf – es ist ungiftig, gut lagerfähig und als Brennspiritus im Handel weit verbreitet. Aus Bioethanol kann durch katalytische Prozesse ein Gasgemisch mit hohem Anteil an Wasserstoff und Kohlenmonoxid erzeugt werden, dass unmittelbar für die Stromgewinnung in der SOFC-Brennstoffzelle genutzt werden kann.

Die Hauptanwendungsfelder dieser Technologie werden vorrangig mobile Anwendungen sein: Also beispielsweise im maritimen Bereich auf hochkarätigen Segelbooten oder in Wohnmobilen. Die brauchen Generatoren an Bord um etwa den Kühlschrank zu betreiben oder Licht zu machen. Ein Stromgenerator auf Basis von Hochtemperaturbrennstoffzellen würde leiser und sparsamer sein als die üblichen Generatoren. Auch im Preis will new enerday unter dem der alten, handelsüblichen Generatoren bleiben. „Da können wir jetzt aber schlecht eine Summe nennen“, sagt Dr. Matthias Boltze und erklärt, dass die Vermarktung und der Vertrieb der Generatoren von professionellen Partnern, die den Markt kennen, übernommen werden soll.

Die new enerday GmbH, das Leibnitz-Institut für Katalyse aus Rostock und die Fachhochscule Stralsund erhalten für die nächsten drei Jahre Fördermittel in Höhe von einer Million Euro. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (2. v. r.) übergab die Bescheide.

„Mittel- bis langfristig wollen wir jährlich 10.000 Stück produzieren. Es gibt weltweit noch kein vergleichbares Produkt“, sagt er stolz. Seine Kunden-Zielgruppe sind Besitzer von Segelyachten, die ihre alten Generatoren austauschen wollen und die Hersteller von hochwertigen Segelyachten.

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel lächelt zufrieden: „Seit 2007 trommeln und werben wir für die  Verbundforschungsförderung, die vor allem die Potenziale im eigenen Land erschließt“, betonte er bei der Übergabe des Förderbescheids. Die neuen Förderprogramme seien zunächst nur zögernd angenommen worden. „Ab 2008 haben die strategischen Forschungskooperationen und Netzwerkpartnerschaften jedoch stark zugenommen.“ Im Zeitraum von 2008 bis 2010 wurden 216 Verbundprojekte in Forschung und Entwicklung gefördert „Noch nie hat es im Land derart viele hochwertige Innovationsvorhaben gegeben, bei denen Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen in MV miteinander kooperieren“, freut sich der Wirtschaftsminister.

Trotzdem falle es vielen kleinen Firmen im Land und den Unis noch immer schwer, aufeinander zuzugehen. Deswegen kündigt der Minister an, weiter wie ein Wanderprediger unterwegs sein zu wollen, um die Förderprogramme im Land bekannt zu machen.

Grit Gehlen

 

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