Der Kunde bestimmt den Erfolgskurs

Ob Hausboot, Badesteg oder schwimmende Solaranlage: Die Firma Perebo aus Wismar entwickelt seit 2006 gemeinsam mit ihren Kunden Schwimmelemente nach Maß. Das bedarfsgerechte Konzept der drei Inhaber geht auf: Schon ein Jahr nach der Gründung hat Perebo den Umsatz um 100 Prozent gesteigert – und zwar ohne Bankkredit.

“Matthias Feldmann hat Perebo 2006 mit zwei Freunden gegründet.”Fotos (5): Kristin Schröder

Der Architekt Matthias Feldmann, der Ingenieur Sebastian Bieler und der Kaufmann Enrico Krüger haben schon im Sandkasten gemeinsam Burgen gebaut. Heute entwickeln, fertigen und verkaufen sie gemeinsam selbst entworfene Schwimmsysteme. Mit Erfolg: Vier Jahre nach der Gründung beschäftigen sie vier Mitarbeiter und zahlreiche Freiberufler. Das i-Tüpfelchen ist aber der Sieg beim Wettbewerb KfW-Gründerchampions im Oktober 2010, den sie durch ihren wirtschaftlichen Erfolg errungen haben.

Geschäftsidee entwickelt, GbR gegründet

Matthias Feldmann erinnert sich an seine Zeit als freiberuflicher Architekt nach dem Studium an der Fachhochschule Wismar. Damals erwachte sein Interesse für schwimmende Häuser – und damit auch für Schwimmelemente, die etwa für Arbeitsboote eingesetzt werden können: “Ich bin Architekt, Sebastian ist Ingenieur und Enrico Kaufmann – ein perfektes Team, um Schwimmsysteme dieser Art an der Ostsee zu produzieren. Also haben wir uns zusammengesetzt und über die Gründung eines Unternehmens gesprochen.”

Gesagt, getan: Der Einfachheit halber gründeten sie zunächst eine GbR. Im Fokus stand zu Beginn die Produktion von Schwimmelementen rund um den Katastrophenschutz, also von mobilen und flexiblen Schwimmkörpern, mit denen Menschen gerettet werden können.

Die drei hatten in ihrer Zeit nach dem Studium Eigenmittel angespart. Für die Produktionskosten war aber zusätzliches Kapital notwendig. Jedoch habe sich keine Bank gefunden, die die Gründer unterstützen wollte, sagt Feldmann: “Unsere Eigenmittel reichten den Banken nicht aus. Wir waren gezwungen, kleiner anzufangen als ursprünglich geplant.”

Mit den Kunden zum Wachstum

16 Quadratmeter hatte das Büro, das sich die drei Jungunternehmer 2006 teilten. Diese Bürofläche verdoppelt sich seitdem alle zwei Jahre. Die Schwimmsysteme rund um den Katastrophenschutz hätten sich gut verkauft, sagt Feldmann. Den Sprung nach vorn habe Perebo aber durch die Anfragen von Kunden geschafft: “Die Kunden haben uns gefragt: ‘Mensch, ne Pumpenplattform brauchen wir.’ oder ‘Ich brauch ein Boot in einer bestimmten Größe, könnt Ihr das auch?’ oder ‘Könnt Ihr 250 m Rohrleitungen übers Wasser legen?’ Das konnten wir alles – und sind auf diese Weise wahnsinnig schnell gewachsen.” Aus der GbR wurde die heutige GmbH & Co. KG.

Die flexible Entwicklung für den Kunden funktionierte zunächst auch ohne Mitarbeiter. Feldmann zufolge fertigten die Inhaber die Systeme in einer angemieteten Halle häufig selbst an. Manchmal halfen Zulieferer, manchmal unterstützte ein Freiberufler und manchmal kooperierten die drei Inhaber auch mit der Universität Rostock, weil ihnen etwa ein bestimmtes Simulationsprogramm fehlte.

Externe Partner sind bis heute ein wichtiger Bestandteil beim Engineering, sagt Feldmann: “Unsere individuelle Beratung und Entwicklung grenzen uns von unseren Wettbewerbern ab. Jeder Kunde bekommt, was er will. Das geht nur mit externen Partnern.” Auch eine schwimmende Solaranlage auf einer Fläche von zwölf Fußballfeldern ist möglich, wie Perebo derzeit in Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner beweist. Ähnlich zukunftsträchtige Forschungsprojekte rund um erneuerbare Energien sollen das Wachstum des Unternehmens noch weiter vorantreiben.

“Der neue Verkaufsschlager ist pünktlich zur ‘boot 2011’ fertig geworden: das Perebo-Hausboot.”

Verkaufsschlager Hausboot

Ein anderer Erfolgsgarant aus dem Hause Perebo ist schon fertig: das Perebo-Hausboot. Mit dem Musterstück komme man den Kunden entgegen, sagt der Unternehmer: “Der Bedarf nach Hausbooten ist da. Aber früher hatten wir ein Problem: Viele potenzielle Kunden wollten erst den einen Belag, dann den anderen oder gern einen Raum mehr als geplant. Am Ende wollten sie gar nicht mehr kaufen, weil das Boot zu teuer geworden war. Deshalb haben wir gedacht: ‘Wir bauen jetzt einfach mal eins zur Ansicht’.”

Was das Boot einzigartig macht, ist seine modulare Montagebauweise: Der Kunde spart die enormen Transportkosten, weil das Hausboot am Wunschort aufgebaut wird. Außerdem bestehen die Aufbauten aus einem ultraleichten Werkstoff: aus verfestigtem Papier. Perebo präsentiert das Hausboot auf der “boot 2011” in Düsseldorf. Die Unternehmer haben einen Großteil ihrer Gewinne in die Entwicklung des Hausbootes und in den Messeauftritt investiert. Aus gutem Grund: Dieses Produkt werde der Verkaufsschlager im Hause Perebo, meint Feldmann – und bringe das junge Unternehmen weiter auf Erfolgskurs.

Kristin Schröder

Internet: www.perebo.de/

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