Social-Media-Marketing: So machen sich Gründer über Facebook und Co. bekannt

In GründerThemen by @red

Social-Media-Marketing: So machen sich Gründer über Facebook und Co. bekannt

Facebook, Twitter und andere Social-Media-Kanäle ermöglichen es Unternehmen, mit ihrer Zielgruppe aktiv zu kommunizieren. Das lohnt sich, denn Kunden-Empfehlungen sind glaubwürdiger als Werbung. Wichtig: Mit der Anmeldung auf einer Plattform ist es nicht getan. Gründer müssen die Botschaft an ihre Zielgruppe kennen und regelmäßig Zeit in die Kommunikation investieren.

Social-Media-Plattformen bergen ein riesiges Potenzial für Gründer, denn durch die Online-Netzwerke werden Unternehmen von potenziellen Kunden direkt wahrgenommen. Um zielgerichtet zu kommunizieren, müssen Jungunternehmer im Vorfeld Antworten auf folgende Fragen finden:

– Alleinstellungsmerkmal: Was unterscheidet mich von meinen
Mitbewerbern?
– Zielgruppe: Wer soll meine Produkte oder Dienstleistungen
kaufen?
– Botschaft: Wie soll mein Unternehmen nach außen wirken?

Ein Beispiel für gelungenes Social-Media-Marketing liefert der Biorindfleisch-Versand www.mycow.de, den Susanne Marx seit 2010 in Rostock betreibt. Ihr Alleinstellungsmerkmal ist die hohe Bio-Qualität des Rindfleischs. Susanne Marx: „Im Gegensatz zur industriellen Fleischverarbeitung bestellen wir einzelne Rinder, deren Fleisch nach dem Schlachten traditionell abgehängt wird. Dieses teure Verfahren spricht natürlich eine besondere Zielgruppe an.“

Für Susanne Marx ist Social-Media-Marketing ein Standard, um den junge Unternehmen heute kaum noch herumkommen. Sie ist mit mycow.de unter anderem auf Facebook, Twitter, Qype und Youtube präsent. Ihr gehe es beim Internet-Marketing um das Feedback der Kunden, sagt sie: „Wir wollten eine aktive Kommunikation mit unseren Kunden aufbauen, weil das unserer Philosophie entspricht. Es funktioniert: Wir zählen immer mehr Facebook-Fans und Twitter-Follower, die uns weiter empfehlen.“

Social-Media-Marketing bedeutet Aufwand, denn die Auftritte auf Twitter und Facebook müssen gepflegt werden. Täglich  investiert sie eine halbe Stunde in die Kommunikation mit den Kunden. Themen findet Susanne Marx immer: Über Twitter meldet sie die neuesten mycow-Liefertermine, empfiehlt Kinofilme rund um die Esskultur und verlinkt zu Videos, in denen Fleisch fachmännisch zubereitet wird.

Häufig werden die Twitter-Follower direkt zu ihrem Facebook-Auftritt geführt. Dort postet Susanne Marx Steak-Rezepte, aktuelle Meldungen rund um Bio-Fleisch und verlinkt auch mal zu einer agrarpolitischen Abstimmung. Entscheidend bei den Meldungen sei der Mehrwert, sagt sie: „Die Leser sollten immer einen Nutzen aus den Nachrichten ziehen können. Inhalte zu finden ist kaum problematisch, wenn man sich für sein Thema engagiert.“

Das meint auch der Web-Spezialist und Programmierer Tim Schenk, der für den Rostocker Feinkost-Catering-Service Le Pomm die Social-Media-Auftritte einrichtet und pflegt. Er investiert täglich eine Stunde in die Präsenz von www.lepomm.de auf diversen Plattformen. Der Vorteil des Social-Media-Marketings ist aus seiner Sicht vor allem, dass über die Plattformen mehr Traffic auf der Homepage generiert wird und Le Pomm in den Google-Suchergebnissen weiter oben landet.

Seiner Meinung nach sollten Unternehmer internetaffin sein, wenn sie sich für eine Präsenz auf den Social-Media-Kanälen entscheiden. „Man muss dranbleiben“, meint Tim Schenk. „Man muss auf Kommentare antworten, für Twitter texten, gucken, auf welcher Plattform man sich noch anmelden kann. Es müssen regelmäßig Inhalte gepostet werden – zumindest monatliche Meldungen sind bei manchen Plattformen notwendig.“


 

Der Programmierer und IT-Experte Tim Schenk gestaltet und pflegt die Social-Media-Auftritte für Le Pomm von Berlin aus.

Foto: Kristin Schröder

Gründern, die ein Projekt aufbauen, empfiehlt er außerdem einen eigenen Blog, in dem sie über Projektschritte informieren. Ein weiterer Tipp für Projektgründer: kickstarter.com. Die US-amerikanische Community-Börse hilft dabei, Unterstützer für Projekte zu finden und sie schneller zu realisieren.

Möglichkeiten für Gründer gebe es viele im Internet, meint Tim Schenk – zum Beispiel das Gutschein-Portal Groupon. Auf www.groupon.de kaufen Verbraucher Gutscheine für Produkte oder Dienstleistungen eines Anbieters. Das lohnt sich für Unternehmen, die über ihre „Deals“ Neukunden generieren wollen. Die Umsätze steigen bei der Aktion kaum, weil die Rabatte meist 50 bis 90 Prozent betragen und Groupon seinen Anteil am Geschäft einfordert.

Im Fall von Le Pomm habe Tim Schenk das Gutscheinportal nur für einen Teil des Geschäfts angedacht, für den Partyservice „Brötchenexpress“: „Im eigentlichen Catering-Geschäft von Le Pomm werden die kulinarischen Angebote individuell für die Kunden kreiert. Da ist Groupon-Werbung schwer umzusetzen. Dagegen hat Brötchenexpress fest kalkulierte Preise – man kann nur das bestellen, was auf der Karte steht.“

Seine Idee: „Zum Beispiel könnten wir belegte Brötchen für 20 Personen für eine Festlichkeit verkaufen. Auf diese Menge kann man einmalig einen Rabatt geben, um den Lieferservice in Rostock bekannt zu machen.“ Bei Deals dieser Art sollten Gründer dem Experten zufolge einen wichtigen BWL-Grundsatz aber nicht aus den Augen verlieren: Das Geschäft macht man nicht über den Preis, sondern über die Leistung.

Kristin Schröder 

Zu mycow.de:

Zu Le Pomm:

Zur Internetseite von Tim Schenk: 

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