Crowdfunding – die neue Art der Finanzierung von Geschäftsideen

In GründerTipp by @sys

Crowdfunding – die neue Art der Finanzierung von Geschäftsideen

Crowdfunding heißt übersetzt Schwarmfinanzierung und funktioniert so: Wer eine besondere Geschäftsidee hat, stellt sie auf einer Internetplattform wie beispielsweise Seedmatch vor und nennt seinen Investitionsbedarf. Interessenten, die die Idee gut finden, beteiligen sich finanziell. Durch die meist vielen kleinen Beträge kann dann eine recht hohe Summe zusammen kommen, die den Start der Businessidee ermöglicht.

Dana Melanie Schramm leitet bei Seedmatch den Bereich Corporate Communications.
Foto: Seedmatch

Seedmatch ist nach eigenen Angaben Begründer und Marktführer im Crowdfunding für Startups in Deutschland.
Seit 2011 gibt es die Plattform im Internet. Dana Melanie Schramm leitet bei Seedmatch den Bereich Corporate Communications. Frau Schramm, wie viele Existenzgründer konnten denn schon mit Hilfe von Seedmatch ihre Geschäftsidee verwirklichen?

Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 50 Finanzierungsrunden erfolgreich durchgeführt und über 10 Millionen Euro für Startups zusammengetragen.

Hier ein paar Beispiele:

e-volo – Luftfahrtgeschichte made in Germany: der erste elektrische
Hubschrauber der Welt

Der Volocopter ist der erste emissionsfreie Privathubschrauber, welcher durch 18 einzelne Elektromotoren angetrieben wird. Mit dem rein elektrisch betriebenen Volocopter hat die e-volo GmbH in der Luftfahrt-Branche weltweit für Aufsehen gesorgt. Das Verkehrsministerium hat eigens für den Volocopter ein Programm zur Schaffung einer neuen Luftfahrtklasse beauftragt. Am 20. November 2013 hat der elektrobetriebene Hubschrauber seinen Jungfernflug erfolgreich absolviert (http://vimeo.com/80050676). Der Volocopter ist mit der Crowd durchgestartet und hat innerhalb von 3 Tagen, 9 Stunden und 52 Minuten 1,2 Millionen Euro von Privatinvestoren eingesammelt. Mit dem Kapital kann das Karlsruher Startup e-volo den Volocopter nun zur Serienreife bringen.
Seedmatch-Profil: https://www.seedmatch.de/startups/e-volo/uebersicht

AoTerra – wie die grünste Cloud der Welt die Heizung ersetzt

Das innovative Hightech-Unternehmen AoTerra, das Gebäude mit Computern heizt, hat bei Seedmatch im Sommer dieses Jahres 1 Million Euro Kapital von 883 Investoren eingesammelt – ein damaliger Rekord für Crowdfunding in Deutschland.

AoTerra heizt Gebäude mit Computern. Beim Betrieb von Servern in Rechenzentren entsteht sehr viel Wärme. Anstatt diese Server mit weiterem Energieeinsatz zu kühlen, stellt AoTerra seine Server in Wohnhäusern auf und heizt damit Räume und Wasser.
Das Konzept von AoTerra (www.aoterra.de) verbindet zwei bisher völlig voneinander isolierte Märkte: den Heizungsmarkt und den wachsenden Cloud Computing-Markt. AoTerra erschafft ein über einzelne Haushalte verteiltes, dezentrales Rechenzentrum. Dieses wird über das Internet zu einem großen virtuellen Rechenzentrum zusammengeschlossen und im stark expandierenden Cloud Computing-Markt angeboten. Die durch Rechenprozesse entstehende Wärme wird ohne Leistungsverluste direkt vor Ort genutzt und das ganz ohne CO2-Emissionen – ökonomisch, ökologisch, sicher.
Seedmatch-Profil: https://www.seedmatch.de/startups/aoterra/uebersicht

TOLLABOX – die intelligente Alternative zu Fertigspielzeug
Oliver Beste, Mitgründer von MyToys und Béa Beste, Gründerin der bilingualen Phorms Schulen, haben mit ihrem jungen Berliner Unternehmen Playducato die TOLLABOX entwickelt. Die schuhkartongroße Box für Drei- bis Achtjährige liefert Familien monatlich kreative Spiele nach Hause. Mit der TOLLABOX haben die beiden eine hochwertige Alternative zu Fertigspielzeug und Gameboy entwickelt, mit dem Kinder sich kreativ weiterentwickeln können.

Die Spiele werden mit Experten entwickelt und von Familien getestet. Die TOLLABOX hat einen fundierten pädagogischen Plan. Zusammen mit renommierten Pädagogen und Spieledesignern hat Béa Beste ein Play-Curriculum entwickelt, um alle relevanten Entwicklungsbereiche eines Kindes wie Wörter, Zahlen, Musik, Körper und Umwelt systematisch zu fördern.

Um die Expansion voranzutreiben und den Kundenstamm für die Box zu erweitern, hat das Berliner Unternehmen im Juni diesen Jahres ein Crowdfunding bei Seedmatch durchgeführt und 600.000 Euro mit Hilfe von Privatinvestoren eingesammelt.
Seedmatch-Profil: https://www.seedmatch.de/startups/Tollabox/uebersicht

Hat auch schon mal jemand aus Mecklenburg-Vorpommern versucht, seine Geschäftsidee mit Hilfe von Crowdfunding bei Seedmatch umzusetzen?

Bisher hatten wir leider noch kein Startup aus Mecklenburg-Vorpommern auf unserer Plattform. Seedmatch ist jedoch immer auf der Suche nach spannenden, zukunftsweisenden Unternehmen mit Kapitalbedarf. Gründerteams schicken ihre Bewerbung an: startups@seedmatch.de.

Wie einfach ist es, bei Seedmatch seine Geschäftsidee einer breiten Masse vorzustellen? Reicht dafür eine Mail mit Businessplan im Anhang?

Wenn die Bewerbungen bei uns eingehen, versuchen wir innerhalb von zwei Wochen zu antworten, ob die Geschäftsidee für ein Crowdfunding auf unserer Plattform geeignet ist. Unser Ziel ist es, jedes Jahr die aktuell spannendsten Startups Deutschlands auf unsere Plattform zu bringen. Ist die erste Hürde genommen, sichtet unser Team den Businessplan und lädt das Startup dann nach Dresden ein. Überzeugt das Team, kann es sich auf unserer Plattform präsentieren. Wir unterstützen die Startups während des Fundings zudem fleißig mit Kommunikations-Expertise z. B. im Bereich Pressearbeit oder Online-Marketing.

Im ersten Quartal 2013 hat Seedmatch 292 Bewerbungen für ein Crowdfunding erhalten. 95 dieser Geschäftsideen hat sich das Seedmatch-Team in Form eines Businessplans näher angeschaut. 23 innovative Gründerteams wurden daraufhin nach Dresden zu Seedmatch eingeladen und neun Startups haben schließlich ein Crowdfunding auf der Onlineplattform Seedmatch gestartet. Auf dem Weg dahin kann es vielfältige Gründe für ein Ausscheiden oder eine Absage geben.
Alle Informationen zum Auswahlprozess haben wir in einem Blogbeitrag zusammengestellt:
http://blog.seedmatch.de/2013/08/29/fuer-diese-startups-ist-ein-crowdfunding-mit-seedmatch-das-richtige/

Wie viel Zeit vergeht im Durchschnitt, bis eine Geschäftsidee über Crowdfunding finanziert ist?

Das ist sehr unterschiedlich.
Ein Startup, dass sich bei Seedmatch präsentiert muss innerhalb von 60 Tagen die festgelegte Fundingschwelle erreichen bzw. überschreiten. Die Fundingschwelle stellt den Mindestbetrag dar, der eingesammelt werden muss, damit das Funding zustande kommt. Der Mindestbetrag liegt in der Regel bei 50.000 oder 100.000 Euro.
Regulär haben Startups auf der Plattform 60 Tage Zeit, um Kapital einzusammeln. Diese Frist kann einmalig um 60 Tage verlängert werden, sofern die Fundingschwelle bereits überschritten wurde. Verlängerungen werden auf der Plattform natürlich bekannt gegeben. Das Funding ist entweder nach Ablauf der zusätzlichen 60 Tage oder mit dem vorzeitigen Erreichen des Fundinglimits beendet.
Das Fundinglimit ist die maximal mögliche Summe an Risikokapital, die ein Startup beabsichtigt einzusammeln. Sobald diese Summe erreicht ist, wird das Funding abgeschlossen und ist erfolgreich beendet.

Von 51 Startups, die sich bisher bei Seedmatch präsentiert haben, hat bisher nur ein Startup die Fundingschwelle nicht erreicht. 50 von 51 Startups wurden erfolgreich finanziert.

Welche Verpflichtungen geht ein Gründer beim Crowdfunding mit den Geldgebern ein?

Bei Seedmatch haben Startups die Möglichkeit, sich auch nach der Finanzierung langfristig in einem geschlossenen Investor Relations-Bereich mit den Investoren über die Entwicklungen auszutauschen. Seedmatch-Investoren müssen durch Quartalsreportings und Jahresabschlüsse regelmäßig informiert werden. Die Investoren haben jedoch kein Mitspracherecht bei den Startups, in die sie investiert haben.

Seedmatch ist in Deutschland nicht der einzige Anbieter, der Startups und Investoren zusammenbringt. Wie gut ist Ihrer Meinung nach Crowdfunding in Deutschland angekommen?

Crowdfunding für Startups existiert erst seit rund zwei Jahren in Deutschland.
Wie jeder neue Trend etabliert sich auch Crowdfunding für Startups Schritt für Schritt. Wir bei Seedmatch glauben, dass Crowdfunding mittel- bis langfristig eine noch bedeutendere Rolle in der Welt der Unternehmensfinanzierung spielen wird. Das Feedback unserer Startups und der Crowd zeigen, dass wir erste Erfolge mit dieser Art der Finanzierung feiern können. Wir arbeiten daran, Crowdfunding für Startups weiter zu etablieren.
Der Markt für Crowdfunding bietet noch viele Bereiche, die man mit diesem Finanzierungsmodell unterstützen könnte. Seedmatch hat vor Kurzem eine Schwester-Plattform für grüne Projekte ins Leben gerufen. Econeers ist eine Crowdfunding-Plattform für Investments in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft sowie Projekte zur Energieeffizienz. Das erste Projekt bei Econeers, der Biomasse-Reaktor von Tiefschwarz, hat gerade über 550.000 Euro eingesammelt. Auch Econeers ist immer auf der Suche nach erfahrenen, zukunftsweisenden Projektinitiatoren mit Kapitalbedarf. Interessenten schicken ihre Bewerbung an: projekte@econeers.de.
Die Unterschiede von Seedmatch und Econeers haben wir in diesem Blogbeitrag zusammengefasst: http://blog.econeers.de/econeers-vs-seedmatch-wo-liegen-die-unterschiede/

Generell existieren unserer Meinung nach leider noch sehr viele Vorurteile über Crowdfunding für Startups. Auf Events sorgen wir regelmäßig für Aha-Effekte bei Startups und Investoren, wenn wir über uns sprechen. Die zehn häufigsten Vorurteile über Seedmatch und Crowdfunding für Startups im Allgemeinen finden Interessierte hier: http://blog.seedmatch.de/2013/12/04/10-gruende-wieso-startups-kein-crowdfunding-bei-seedmatch-durchfuehren-sollten/


Seit dem Launch im August 2011 wurden über Seedmatch bereits 50 Finanzierungsrunden erfolgreich durchgeführt und über 10 Millionen Euro für Startups zusammengetragen.
Logo: Seedmatch

Seedmatch ist in Deutschland nicht der einzige Anbieter, der Startups und Investoren zusammenbringt. Wie gut ist Ihrer Meinung nach Crowdfunding in Deutschland angekommen?

Crowdfunding für Startups existiert erst seit rund zwei Jahren in Deutschland.
Wie jeder neue Trend etabliert sich auch Crowdfunding für Startups Schritt für Schritt. Wir bei Seedmatch glauben, dass Crowdfunding mittel- bis langfristig eine noch bedeutendere Rolle in der Welt der Unternehmensfinanzierung spielen wird. Das Feedback unserer Startups und der Crowd zeigen, dass wir erste Erfolge mit dieser Art der Finanzierung feiern können. Wir arbeiten daran, Crowdfunding für Startups weiter zu etablieren.
Der Markt für Crowdfunding bietet noch viele Bereiche, die man mit diesem Finanzierungsmodell unterstützen könnte. Seedmatch hat vor Kurzem eine Schwester-Plattform für grüne Projekte ins Leben gerufen. Econeers ist eine Crowdfunding-Plattform für Investments in erneuerbare Energien wie Photovoltaik, Windenergie und Wasserkraft sowie Projekte zur Energieeffizienz. Das erste Projekt bei Econeers, der Biomasse-Reaktor von Tiefschwarz, hat gerade über 550.000 Euro eingesammelt. Auch Econeers ist immer auf der Suche nach erfahrenen, zukunftsweisenden Projektinitiatoren mit Kapitalbedarf. Interessenten schicken ihre Bewerbung an: projekte@econeers.de.
Die Unterschiede von Seedmatch und Econeers haben wir in diesem Blogbeitrag zusammengefasst: http://blog.econeers.de/econeers-vs-seedmatch-wo-liegen-die-unterschiede/

Generell existieren unserer Meinung nach leider noch sehr viele Vorurteile über Crowdfunding für Startups. Auf Events sorgen wir regelmäßig für Aha-Effekte bei Startups und Investoren, wenn wir über uns sprechen. Die zehn häufigsten Vorurteile über Seedmatch und Crowdfunding für Startups im Allgemeinen finden Interessierte hier: http://blog.seedmatch.de/2013/12/04/10-gruende-wieso-startups-kein-crowdfunding-bei-seedmatch-durchfuehren-sollten/

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