Kaffee und Espresso auf Rädern

In Gründer aus MV by @sys

Seit dem Sommer 2013 bietet Daniel Vanheiden radelnd Kaffeespezialitäten in Rostock an. Der 30-Jährige hat sich mit dem Franchisesystem Coffee-Bike selbstständig gemacht. Von Montag bis Sonnabend radelt er mit seinem E-Bike auf der Kröpi – Rostocks größter Einkaufsstraße – hoch und runter und bietet feinste Heißgetränke an.

Daniel Vanheiden hat sich bei der Wahl des Coffee-Bikes für ein E-Bike entschieden. Das hat der Franchisegeber neu im Angebot. Foto: Coffee-Bike

Herr Vanheiden, seit einem guten halben Jahr sind Sie nun Unternehmer. Wie läuft es?

Pünktlich zur Hanse Sail haben wir in Rostock begonnen. Der Start hätte nicht besser verlaufen können. Alle unsere Kunden waren von Anfang an begeistert von dem technischen Wunderwerk Coffee-Bike. Die Rostocker lobten unseren Kaffee als besten der Stadt, Italiener lobten unseren Espresso als „perfetto espresso“. Alles in allem kann man sagen, dass der Start sehr erfolgreich war und wir unsere Erwartungen noch übertroffen haben.
Besonders gefragt ist der Café Crema, aber auch andere Getränke wie Milchkaffee oder Latte Macchiato werden viel getrunken. Jetzt im Winter kommen Coffee-Coktails auch sehr gut an. Latte Baileys (Latte Macchiato mit einem Schuss Baileys) wird ebenfalls sehr viel getrunken. Aber auch frisch gepresster Orangensaft (nur in den Sommermonaten)  wurde sehr viel getrunken. Unsere Kunden sind sowohl Rostocker als auch Rostocks Gäste. Einige Stammkunden kommen sogar mehrmals täglich.
Aber auch auf Events und Veranstaltungen sind wir zu finden. In diesem Jahr waren wir bereits beim Herbstfest bei Mercedes Benz in Rostock, Bike Market Rostock hat uns ebenfalls für das Schutower FAMILIEN-HERBSTFEST gebucht und dafür im Gegenzug natürlich sofort den Zuschlag für die Wartung des Coffee-Bikes bekommen. Aber auch die IAG Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH hat uns für den Tag der offenen Tür gebucht. Wir sind also durchaus mobil mit unserem 500 kg schweren Rad und fahren durchaus auch weitere Strecken.
Man kann uns buchen für Firmenfeiern, runde Geburtstage, für Hochzeiten oder einfach für ein privates Event. Das Coffee-Bike ist auf jeder Veranstaltung ein echter Hingucker.

Gab es schlaflose Nächte vor dem 1. Tag als Coffee-Biker?

Ja, es gab Nächte mit Schlafmangel. Aufregung spielt natürlich immer bei einer Gründung eine Rolle. Das war z.B. vor der Finanzierungszusage der Fall, aber auch vor der Abholung des Fahrrades aus der Zentrale in Bissendorf.

Sie haben  vor Ihrer Selbstständigkeit viele Jahre bei der Bundeswehr gearbeitet. Wann fiel der Entschluss, sich selbstständig zu machen?

Der Entschluss fiel schon während meiner Dienstzeit bei der Bundeswehr. Ich wollte etwas Eigenes machen, unabhängig sein und etwas Neues ausprobieren. Dafür kam letztendlich nur die Selbstständigkeit in Frage. Und Kaffee und Cappuccino habe ich schon immer gern und viel getrunken.
Für ein Franchisesystem habe ich mich entschieden, weil es viele Vorteile hat. Viele sehen in der Bindung an ein etabliertes System sehr viele Nachteile, da man ständig an den Franchisegeber gebunden ist, Gebühren bezahlen muss oder Produktverpflichtungen hat. Allerdings muss das nicht immer etwas schlechtes sein. Wenn es ein erfolgreiches System gibt, kann man dieses doch auch nutzen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und die Rahmenbedingungen bei Coffee-Bike sind sehr gut.

Es gibt in Deutschland rund 1000 Franchisesysteme. Warum fiel Ihre Wahl auf Coffee-Bike?

Das Interesse wurde durch das einzigartige Design des Coffee-Bikes geweckt. Ich habe mir das Coffee-Bike online angeschaut und einfach mal im Internet recherchiert, ob das Coffee-Bike wirklich so erfolgreich ist, wie beschrieben. Nachdem ich die für mich relevanten Informationen aus dem Internet erhalten habe, habe ich einfach eine Anfrage als Interessent an Coffee-Bike gesandt und siehe da, die Stadt Rostock war noch verfügbar.
Durch den intensiven Kontakt mit der Coffee-Bike Zentrale wurde schnell klar, dass das Konzept von Coffee-Bike etwas für mich ist und ich sehr gerne Franchise-Partner werden möchte.
Besonders wichtig waren mir die Rahmenbedingungen, die bisherigen Referenzen in anderen Städten und natürlich das tolle Coffee-Bike. Es war bei dem ersten Treffen in Bissendorf der ausschlaggebende Punkt für meine Entscheidung, Franchisenehmer werden zu wollen.

Als Coffee-Bike-Unternehmer wurden Sie sicher nicht geboren. Wie, wo und mit wem  haben Sie sich fit gemacht für die Selbstständigkeit?

Die IHK hier in Rostock hat mich bei diversen Fragen beraten. Einen Existenzgründerkurs habe ich ebenfalls besucht. Zur Seite stand und steht mir immer noch das Team von KSR Rostock. Nico Schade ist einer der Partner von KSR Rostock, er hat mich auf dem Weg bis zum fertigen Coffee-Bike begleitet und tut dies auch weiterhin als Unternehmens- und Steuerberater. Zudem habe ich 2012 die Ausbildung zum Fachwirt im Gastgewerbe abgeschlossen. Alles in allem kann man sagen, dass die Vorbereitung sehr gut war.

Welche Wissenslücken gab es vor dem Start in die Selbstständigkeit?

Eigentlich nicht viele, weil ich mich gerne gründlich vorbereite. Ich habe bei der Gründung von Coffee-Bike Rostock nichts dem Zufall überlassen.

Brauchten Sie Geld für Ihre Gründung? Haben Sie Fördermittel beantragt?

Natürlich kostet ein Coffee-Bike auch Geld und man muss sich entscheiden, ob man sich ein Auto oder ein Fahrrad zulegt. Ich habe mich für ein Fahrrad entscheiden  Die KFW begleitet das Konzept Coffee-Bike Rostock mit einem Startkredit, wie ich finde, ein guter Partner für eine Existenzgründung.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Sie den Durchbruch schaffen?

Entscheidend ist natürlich unsere Qualität und die Bekanntheit in Rostock. Wir wollen stadtbekannt werden!

Daniel Vanheiden ist mit seinem Coffee-Bike von Montag bis Sonnabend zwischen 10.00 und 18.00 Uhr auf der Kröpi in Rostock anzutreffen. Foto: Coffee-Bike

Wo sehen Sie in der nächsten Zeit ihre größten Herausforderungen?

Eine große Herausforderung ist eine Standortgenehmigung für Warnemünde. Hier versuche ich ein zweites Coffee-Bike zu etablieren und hoffe auf eine Zusage der Hansestadt Rostock.

Gibt es etwas, das noch fehlt? Mitarbeiter, Geld oder eine Maschine?

Tatkräftige Unterstützung erhalte ich von meinen Freunden, von meiner Familie und von meiner Freundin. Im Moment benötige ich kein Personal, aber ein zweites Coffee-Bike könnte diese Situation allerdings verändern.

Nutzen Sie Social Media Kanäle um sich und Ihr Unternehmen bekannt zu machen?

Wir nutzen das Netzwerk Facebook um aktuelle Standorte oder aktuelle Angebote zu veröffentlichen.

Ergänzen Sie bitte die folgenden Stichpunkte zu einem Satz:

Selbstständig sein bedeutet für mich,…selbst und ständig, nicht den Kopf in den Sand stecken und bei Niederschlägen stets wieder aufstehen.

Würde ich noch mal neu starten,… dann würde ich es genauso machen.

Angehenden Gründerinnen und Gründern rate ich,… eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete.

Kontakt:
Daniel Vanheiden
Buchbinderstraße 17
18055 Rostock

Telefon: 0381 12 74 39 33
E-Mail: daniel.vanheiden@coffee-bike.com
www: www.coffee-bike.com
Facebook und Co: www.facebook.de/coffee-bike

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