„Die Gründerszene in M-V ist noch ganz am Anfang“

„Die Gründerszene in M-V ist noch ganz am Anfang“

Vor gut einem Jahr haben sieben Studenten der Hochschule Wismar den Verein „wE! Wismar Entrepreneurs“ gegründet. Ihr Ziel: Mehr Studenten für das Thema Selbstständigkeit begeistern. Wie die Idee bisher ankommt, erzählt Vereinsvorsitzender Paul Kitzing.

Das Foto ist entstanden beim Ausflug zum „EBSpreneurship Forum 2013“, den die Wismarer mit ihrem Partnerverein, dem Entrepreneurs Club Rostock e.V., durchgeführt haben.
Foto: privat

Herr Kitzing, Sie studieren Betriebswirtschaftslehre und haben sicher einen gut gefüllten Stundenplan. Warum „opfern“ Sie Ihre Zeit für den Verein?

Ich würde es nicht „opfern“ nennen. Es ist eine Passion, was zur Folge hat, dass ich eher für das Studium die Zeit „opfere“. Das Ziel ist, einfach anders zu sein als die 200 anderen Wirtschaftsstudenten hier. Dabei steht die Selbstverwirklichung im Fokus. Wir wollen andere Studenten sensibilisieren, dass es nach dem Studium eine andere Möglichkeit gibt, als einfach irgendwo angestellt zu sein. Das Motto lautet „Think outside the Box“. Salopp gesagt „Denke anders!“ Das macht uns sehr viel Spaß, sich heute schon mit der Zukunft zu beschäftigen und auch andere Studenten mitzureißen.

War es schwer, andere Studenten für die Gründung des Vereins zu motovieren?

Das war überhaupt nicht schwer. Als Thomas Paucker mit der Idee kamen, waren wir sofort begeistert. Wir, der Gründungsvorstand, sind alles BWL-Studenten. Durch die Hochschule haben wir mit dieser Idee Aufwind bekommen. Insbesondere das Robert-Schmidt-Institut hier an der Hochschule hat uns sehr unterstützt. Durch erste Flyer-Aktionen und Präsentationen sowie einen Vortrag eines ehemaligen Studenten von hier, welcher eigene Unternehmen gründete, ist es uns gelungen andere Mitglieder zu begeistern. Wir sind derzeit 30 Mitglieder, u. a. sind auch Maschinenbau-, und Wirtschaftsrechtstudenten dabei.

Was genau organisiert und macht „wE! Wismars Entrepreneurs“?

Wir bieten an der Hochschule Seminare an zum Thema Entrepreneurial Education. Hierfür konnten wir einen Professor gewinnen, der Seminare mit Themen wie Teambuilding oder Konfliktmanagement gibt. Weiterhin organisieren wir Fahrten zu Entrepreneur-Veranstaltungen wie z. B. im letzten Jahr zum EBSpreneurship Forum in Oestrich-Winkel. Dort trifft man viele spannende Speaker sowie Inkubatoren und Investoren für Start-ups.
Weiterhin wollen wir ein großes Netzwerk aufbauen. Ein Netzwerk zwischen Studenten der unterschiedlichen Fakultäten. Um z. B. bei der Entwicklung von Ideen das unterschiedliche Know-How bündeln und nutzen zu können. Ebenfalls sollen zum Netzwerk Gründer hinzukommen, die wiederrum ein Zugewinn von Praxis Know-How darstellen. Dadurch, dass wir unter dem Dachverband Gründermagneten (www.gründermagnet.de) stehen, welcher auch mit dem Bundesverband Deutscher Start-ups zusammenarbeitet, ist es uns auch möglich, von einem bereits großen Netzwerk zu profitieren. Und mit dieser breiten Wissensbasis gibt es kein „Ich kann nicht“.

In Rostock an der Uni gibt es auch einen Entrepreneurs Club. Gibt es Kontakte?

Der Entrepreneurs Club Rostock hatte eine Art Vorbildfunktion. „Wir wollten das auch“. Heute haben wir ein freundschaftliches Verhältnis. Wir sind beispielsweise zusammen nach Oestrich-Winkel gefahren, um das Forum zu besuchen. Wir unterstützen uns bei allem was kommt, und wollen in Zukunft eng zusammen arbeiten und auch Entrepreneur-Events nach Norddeutschland holen.


Wollen Sie persönlich sich nach dem Studium selbstständig machen?

Dieser Plan steht auf jeden Fall. Ich will mein eigener Chef sein. Auch deshalb liegt mir der Verein sehr am Herzen: Viele Gleichgesinnte kennenlernen; vielleicht ist unter denen schon der zukünftige Geschäftspartner.

Wie können Interessierte mit „wE! Wismar Entrepreneurs“ Kontakt aufnehmen?

Unsere Internetseite kann schon besucht werden, steht aber noch im Aufbau: www.we-wismar.de


Hier finden sich Kontaktdaten wie z. B. unsere E-mail-Adresse: hallo@we-wismar.de
Natürlich sind wir auch bei Facebook zu finden www.facebook.com/we.wismar. Facebook ist das Vernetzungstool der heutigen Zeit.

Welchen Eindruck habt Ihr von der Gründerszene in Mecklenburg-Vorpommern?

Die Gründerszene in M-V ist noch ganz am Anfang. Zu finden ist sie eher nur in hochschulnahen Gebieten. Die Organe der Hochschule unterstützen ihren Mitteln entsprechend gut, aber es reicht bei weitem nicht aus. Es werden Ansprechpartner auf Augenhöhe gebraucht! Wir können aus eigener Erfahrung sagen, dass andere Bundesländer uns in dem Bereich mindestens zehn Jahre voraus sind. Aber wir wollen und werden das ändern! Mit Hilfe des Gründermagneten gründen wir in ganz M-V an jeder Hochschule sukzessive Gründungsinitiativen. Hierbei kann ich nur wieder die Wichtigkeit des Gründermagneten in den Vordergrund stellen, da wir durch ihn auch mit Berlin und Hamburg zusammenarbeiten können.

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