Ceres Preis

Brüder aus Vorpommern erhalten „Landwirtschafts-Oscar“

In GründerNews by Ralph Schipke

Ceres Preis MV

Manager des Jahres Michael und Andreas Kühling
Bildquelle: Philipp Ledényi für CeresAward

Die Brüder Michael (40) und Andreas Kühling (39), Landwirte aus der Gemeinde Bentzin (LK Vorpommern-Greifswald), sind Sieger in der Kategorie „Manager“ des CeresAward 2016, des bedeutendsten Preises für Landwirte im gesamten deutschsprachigem Raum.

Der Award wurde vergangene Woche im Rahmen der Galaveranstaltung „Nacht der Landwirtschaft“ in Berlin übergeben. In der Einschätzung der Jury wurden die Brüder als „erfolgreiches Familienunternehmen“ beschrieben, das sich entgegen dem Trend zur Spezialisierung auf ein breites Fundament gestellt hat. Im Ortsteil Zemmin werde Schweinehaltung, Ackerbau, Biogasproduktion, Fotovoltaik, Forstwirtschaft und Jagd in „nahezu perfekte Kreislaufwirtschaft“ praktiziert, hieß es weiter.

Das erfolgreiche Familienunternehmen im vorpommerschen Zemmin führen Michael und Andreas Kühling zusammen mit ihren Frauen auf Augenhöhe. Ihr Credo: „Wenn der eine nicht will, macht es der andere auch nicht.“ Nachdem sie zu Beginn der 2000er Jahre den Betrieb von ihrem Vater übernommen haben, stellten die Brüder entgegen dem Trend zur Spezialisierung das Unternehmen auf ein breites Fundament. Schweinehaltung, Ackerbau, Regenerative Energien mit zwei Biogasanlagen und Fotovoltaik, Forstwirtschaft und Jagd. In allen Sparten werden überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.

Perfekte Kreislaufwirtschaft

Die beiden Landwirte sehen ihr Unternehmen als einen landwirtschaftlichen Veredelungsbetrieb und praktizieren eine nahezu perfekte Kreislaufwirtschaft: Die Schweine verwerten das eigene Getreide zu Fleisch. Die Gülle der Tiere wird gemeinsam mit Silomais in den Biogasanlagen vergoren. Dabei entsteht „grüne“ Energie, die in das Stromnetz eingespeist wird. Mit der anfallenden Abwärme werden sämtliche Betriebsgebäude und Stallungen beheizt und so fossile Energieträger ersetzt. Die Gärreste kommen wieder als hochwertiger Dünger auf den Acker. So bleibt eine hohe Wertschöpfung in der strukturschwachen Region – mit 14 Angestellten zählen die Kühlings zu den größten Arbeitgebern.

„Eine sehr gute Betriebsorganisation, ein klarer Fokus auf Risikomanagement, eine vorbildliche Mitarbeiterführung sowie hervorragende Erfolgszahlen – wer das als Manager nachweisen kann, macht einen guten Job – so wie die Sieger in dieser Kategorie. Mit ihrer Auszeichnung unterstreicht die Jury zudem, dass viele Erfolgsgeschichten in der Landwirtschaft Teamleistungen sind.“ so die Fachjury des CeresAward über das Siegerpaar in der Kategorie Manager.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus überzeugte sich bei einem Hofbesuch bereits persönlich von der modernen Schweinehaltung und der innovativen Betriebsführung. Die Schweine verwerten das eigene Getreide zu Fleisch. Die Gülle der Tiere wird gemeinsam mit Silomais in den Biogasanlagen vergoren. Dabei entsteht „grüne“ Energie, die in das Stromnetz eingespeist wird. Mit der anfallenden Abwärme werden sämtliche Betriebsgebäude und Stallungen beheizt und so fossile Energieträger ersetzt. Die Gärreste kommen wieder als hochwertiger Dünger auf den Acker.

Webcam im Schweinestall

Auch öffnete sich die Kühling GbR im Januar 2015 als erster Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern über eine Webcam im Schweinestall einer breiten Öffentlichkeit. „Ich rechne es der Familie Kühling hoch an, dass sie mit gutem Beispiel voran geht und durch den Einsatz der Webcam mit Vorurteilen in der Schweinehaltung aufräumen und damit das Vertrauen der Verbraucher in ihre Produkte stärken will“, betonte Backhaus damals.
Alles in allem steht der Betrieb exemplarisch für die ökonomische und soziale Basis des Landes – eine vielfältig strukturierte und nachhaltig wirtschaftende Landwirtschaft sowie lebenswerte ländliche Räume. So engagieren sich die Brüder Kühling, wie viele andere Landwirte, ehrenamtlich im Gemeinderat, beim regionalen Bauernverband, in der örtlichen Jagdgenossenschaft und als Mitglied der Initiative „Heimische Landwirtschaft“.
Auch gilt das Unternehmen mit 14 seinen Mitarbeitern als ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

2016-10-25

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