Startschuss für Deutschlands digitale Hubs

In fünf Städten wird die digitale Transformation von Mobilität, Logistik und Finanzwesen vorangetrieben.

Als „bedeutenden Schritt“ für das Gelingen der digitalen Transformation in Deutschland hat der Digitalverband Bitkom auf dem 10. Nationalen IT-Gipfel  die digitalen Hubs bezeichnet. Nach einer repräsentativen Umfrage unter 500 Unternehmen aus allen Branchen im Auftrag des Bitkom sagen aktuell 59 Prozent der Unternehmen, dass sie bei der Digitalisierung nur Nachzügler sind. Immerhin jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) sieht sich selbst als Vorreiter bei der Digitalisierung. „Künftig wird nicht mehr der auf dem Weltmarkt dominieren, der die meisten PS in sein Auto baut, sondern derjenige, der mit Hilfe digitaler Technologie das intelligenteste und nutzerfreundlichste Beförderungskonzept entwickelt“, sagte Bitkom-Präsident Thorsten Dirks. „Jeder weiß inzwischen, dass die Digitalisierung alle Branchen grundlegend verändern wird – aber viele Unternehmen wissen nicht, wie sie die Digitalisierung konkret angehen können.

Die vergangene Woche auf dem IT-Gipfel  vorgestellten ersten digitalen Hubs in Deutschland sollen das ändern. Sie geben den Unternehmen Digital-Knowhow an die Hand: Es geht ums Machen, ums Ausprobieren.“

Die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel angekündigten digitalen Hubs werden unter der Dachmarke „Digital Hubs Germany“ zunächst zu den Themen Mobilität, Fintech, Logistik und Internet of Things in fünf Städten an den Start gehen:

  • Die Digitalisierung der Finanzbranche wird künftig in Frankfurt am Main vorangetrieben. Der dortige Fintech-Hub wird bereits am heutigen Abend eröffnet und wurde unter anderem vom hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir initiiert.
  • Die Digitalisierung der Logistikbranche steht in Dortmund im Zentrum. Der dortige Hub wird von Fraunhofer IML gemeinsam mit dem Bitkom und anderen Akteuren vor Ort vorangetrieben und vom Bundesforschungsministerium unterstützt.
  • Ein Logistik-Hub entsteht ebenfalls in Hamburg, wobei dort die maritime Kette im Mittelpunkt stehen soll. Partner dabei sind unter anderem der Erste Bürgermeister Olaf Scholz und der Hamburger Hafen.
  • Und um die Zukunft der Mobilität wird es in einem digitalen Hub in München gehen. Maßgeblich beteiligt ist der von der Unternehmerin Susanne Klatten geförderte und europaweit führende Inkubator UnternehmerTUM, unterstützt wird der Hub von dem bayerischen Wirtschaftsministerium, dem Bundesverkehrsministerium und der Stadt München.
  • Um das Internet Of Things (IoT) und die Digitalisierung des Finanzwesens geht es in Berlin. Hier sind neben der Stadt Berlin zahlreiche Vertreter der starken Digital- und Start-up-Szene mit in die Aktivitäten eingebunden.

Für die digitalen Hubs, von denen es bundesweit maximal zwölf geben soll, wird gleichzeitig eine internationale Standortkampagne gestartet, um weltweit die innovativsten Start-ups der jeweiligen Branche auf ihre Chancen in Deutschland aufmerksam zu machen. „Die digitalen Hubs sollen ein offenes, digitales Ökosystem bilden, in dem rund um unsere Leitindustrien Branchenriesen, Mittelständler und Start-Ups zusammen mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kapitalgebern die digitale Transformation Deutschlands gestalten“, sagte Dirks. Es gehe darum, jeweils einen konkreten Ort in der Stadt zu schaffen, in dem die Unternehmen Schreibtisch an Schreibtisch arbeiten, Erfahrungen und Lösungsansätze austauschen und die modernsten Produktionstechnologien wie 3D-Drucker ausprobieren und nutzen können. Dirks: „In einem solchen Hub sollen künftig Vorstände von etablierten Unternehmen von Start-ups lernen können, ohne nach Kalifornien fliegen zu müssen.“

Gigabit-Netze und Datenschutz

Im Rahmen des IT-Gipfels  wurden ebenfalls die Rahmenbedingungen für die Gigabit-Netze gelegt und unter anderen politische Handlungsempfehlungen für die entsprechende Infrastruktur entwickelt. Im Fokus stand dabei 5G als Schlüsseltechnologie für die Gigabit-Gesellschaft. Im Bereich Datenschutz wurde ein „One-Pager“ als Muster für transparente Datenschutzhinweise erarbeitet und wird Unternehmen kostenlos zur Nutzung angeboten.

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