Meck-Schweizer

Eine kleine Geschichte der Meck-Schweizer

In Gründer aus MV, GründerNews by Ralph Schipke

Seit Anfang Juli 2017 ist eine regionale Handelsplattform der Meck-Schweizer online. Regionale Produzenten bekommen die Möglichkeit, sich zu registrieren und ihre Produkte einzustellen. Erste Testkäufe werden bereits getätigt und erste regionale Warenbewegungen durch den Logistikpartner der Meck-Schweizer Genossenschaft mit solarstrombetriebenem Kühlfahrzeug abgewickelt.

Unternehmen der Region haben sich bereits 2014 in einer  Regionalvermarktungsinitiative für die Mecklenburger Schweiz zusammengefunden. Ihre Idee:  Regionale Warenkreisläufe zu ermöglichen und zu(be-)fördern. Ein Netzwerk von Erzeugern, Verarbeitern, Händlern und Gastronomen soll geknüpft werden.

 

Absatzkanal aus der Region für die Region

Verlässliche Handelsbeziehungen unter einem eignen Meck-Schweizer-Warenzeichen möchten Dörte Wollenberg, Bernd Kleist und ihre derzeit 40 Mitstreiter und künftigen Genossenschaftler in ihrer Region verankern. Erzeuger und Verarbeiter  bekommen einen zusätzlichen Absatzweg direkt vor der Hoftür und erhalten für ihre Produkte faire Preise. Handwerker, Gewerbetreibende – wie auch Bäcker Christoph Hatscher aus Stavenhagen – Einzelhändler und Gastronomen können unkompliziert regionale Zutaten und Produkte beschaffen – bekommen sie sogar mit dem extra angeschafften E-Kühl-Lieferwagen frei Haus geliefert.

 

Gefördert werden die ehrgeizigen Pläne des Netzwerkes  durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Dort trafen die Ideen einer internetgestützten Handelsplattform im ländlichen Raum auf großes Interesse. Die Meck-Schweizer suchen aber weiterhin Produzenten von Lebensmitteln und anderen Handelswaren sowie Einzelhändler und Gastronomen -gern auch Gründer aus MV – die mit regionalen Waren punkten wollen. Melden können sich Interessierte hier. Und selbstverständlich geben Dörte Wollenberg und Bernd Kleist die bereits gesammelten Erfahrungen mit einem regionalen Vertrieb hiesiger Produkte gern an andere Initiativen weiter. Auch über den Einsatz klimafreundlicher Transportmittel und die Gewinnung und Speicherung des „eigene“ Sonnenstroms können die Meck-Schweizer berichten. Denn zur Genossenschaft als Betreiber der modernen digitalen Web-Handelsplattfom gehört nicht nur als ideeler Partner das Regionalbündnis Mecklenburger Schweiz e.V. Es wurde zugleich ein Logistikpartner geschaffen. Der kann mit einem speziell als Kühltransporter umgerüsteten NISSAN E-NV200 die regional angebauten oder erzeugen,  virtuell gehandelten Waren, schließlich 100 % elektrisch von A nach B transportiert.

Regionales Markenzeichen für die „Schweiz“ ist in Planung

In Gessin bei Basedow mit nur 70 Einwohnern und einem trotzdem funktionierendem Dorfladen für regionale und Bio-Lebensmittel laufen viele Fäden zusammen. hier findet sich auch eine Stromtankstelle, die zunehmend von Urlaubern aus Skandinavien auf ihrem Weg nach Süden angesteuert wird. Die Zeit zum Auftanken an der modernen Schnellladesäule wird zu einem Einkauf oder einer kurzen Kaffeepause genutzt.

 

So nah wie möglich ist wichtig

Die neue Regionalmarke in Mecklenburg-Vorpommern ist gerade dabei, sich ein Leitbild zu geben. Regionalität, Fairness und das beschreiten neuer Wege sind der Kern des Selbstverständnisses der Genossenschaftler. Die gehandelten Produkte sollen mittels Kennzeichnung gut für den Käufer im Einzelhandel zu finden sein. Dörte Wollenberg sagt: „Besunders am Herzen liegt uns eine wohnortnahe Versorgung im ländlichen Raum.“ Die haben sich alle Meck-Schweizer auf die Fahnen geschrieben.

Noch einige Informationen zur geplanten Regionalmarke der Meck-Schweizer. Die Genossenschaft hat sich eine Reihe von Basiskriterien aufgestellt, wie sie sich die Produkte, die über die Plattform gehandelt werden, genau vorstellt. So erwarten die Regeln:

  • Unverarbeitete Lebensmittel oder verarbeitete Lebensmittel mir nur einer Zutat müssen zu 100 Prozent aus der Region Mecklenburger Schweiz stammen.
  • Die Zutaten zusammengesetzter Lebensmittel müssen soweit wie möglich aus der  Region der Mecklenburger Schweiz stammen. Ist dies nicht möglich, sollten sie von so nah wie möglich bezogen werden.
  • Tiere müssen einen großen Anteil ihrer Lebenszeit in der Region verbracht haben. Elterntiere müssen soweit wie möglich aus unserer Region stammen. Ist dies nicht möglich, sollten Jungtiere von so nah wie möglich bezogen werden.
  • Für die Tierfutterproduktion ist eine Maximierung der Wertschöpfung in der Region zu berücksichtigen.

Aber bei aller Achtsamkeit auf Regionalität wollen die Erzeuger und Produzenten auch überregionale Absatzwege erschließen und damit zur Steigern des Bekanntheitsgrades ihrer Region, der Mecklenburger Schweiz, zielen.

Mit der Gessiner E-Tankstelle mit Schnellladesäule ist dies  jedenfalls schon mal bei den elektromobilen Transitreisenden aus Skandinavien gelungen. Oder würden umweltbewusste Schweden und Norweger sich sonst von ihren Navigationsgeräten nur zu gern nach Gessin und die die Mecklenburger Schweiz leiten lassen und dort sogar einen Zwischenstopp einlegen?

Kontakt zur Meck-Schweizer-Intitative:

ELG Mecklenburgische Schweiz eG | Regionalbündnis Mecklenburgische Schweiz e.V. | Dörte Wollenberg

Gessin Nr.7 b
17139 Basedow OT Gessin
Web: www.meck-schweizer.de
Facebook: https://www.facebook.com/meckschweizer/
E-Mail: handel@meck-schweizer.de

 

Autor: Ralph Schipke
2017-08-08/09

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