Berufsorientierung

Handwerk qualifiziert junge Flüchtlinge

Mit einer Richtlinie für die Förderung der vertieften Berufsorientierung junger Flüchtlinge zu ihrer Integration in eine berufliche Ausbildung im Handwerk (Berufsorientierung für Flüchtlinge – BOF) wird das Handwerk bei der beruflichen Integration unterstützt.

„Die Integration von Flüchtlingen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die unter anderem intensive Bemühungen zu ihrer Eingliederung in Ausbildung und Beschäftigung erforderlich macht“, heißt es im Bundesanzeiger zur Anfang September in Kraft gesetzten Förder-Richtlinie.  Damit junge Flüchtlinge gut auf eine Berufsausbildung im Handwerk vorbereitet werden, wurde bereits  am 5. Februar 2016 gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Qualifizierungsinitiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ gestartet.

Berufsorientierung

Die Qualifizierungsinitiative öffnet jungen Flüchtlingen Wege in Ausbildung und hilft dem Handwerk, sein Ausbildungsangebot besser auszulasten. Foto: Ralph Schipke

Diese Qualifizierungsinitiative soll jungen Flüchtlingen Wege in Ausbildung eröffnen und dem Handwerk helfen, Ausbildungsangebote besser auszulasten. Das Handwerk sichert die erforderlichen Ausbildungsplätze zu, sodass jede Interessierte oder jeder Interessent nach erfolgreichem Durchlaufen der Initiative und Erwerb der entsprechenden Voraussetzungen in einem geeigneten Betrieb in eine Ausbildung übernommen werden kann.

Damit dies gelingen kann, ist ein ganzheitliches Qualifizierungs- und Betreuungssystem erforderlich, das die jungen Flüchtlinge durch eine intensive Sprachvermittlung, fachliche Berufsorientierung und Berufsvorbereitung an das duale Ausbildungssystem heranführt. Ein ­besonderes Augenmerk liegt auf der Integration junger Frauen in eine Handwerksausbildung.

Die Initiative ist in Stufen aufgebaut

Zunächst absolvieren die jungen Flüchtlinge in der Regel einen Integra­tionskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Er beinhaltet Sprachförderung und eine allgemeine Orientierung und Wertevermittlung. Darauf folgt das Programm „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk (PerjuF-H)“ der BA, durch das die jungen Menschen allgemeine Berufskenntnisse im handwerklichen Bereich erhalten.

Im Anschluss daran werden diejenigen, die aufgrund ihrer Eignung und Neigung für eine Ausbildung im Handwerk in Frage kommen, mit der Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF) gezielt in den überbetrieblichen Berufsbildungsstätten der Handwerksorganisationen auf eine Ausbildung im Handwerk vorbereitet und möglichst in einen Ausbildungsbetrieb vermittelt. Das Programm BOF ist Gegenstand dieser Richtlinie. BOF ist ebenfalls offen für Geflüchtete, die auf anderen Wegen oben genannten Teilnahmevoraussetzungen erworben haben. Die Initiative unterstützt den Grundsatz der Inklusion. Sie greift den Ansatz der Initiative „Abschluss und Anschluss – Bildungsketten bis zum Ausbildungsabschluss“ (www.bildungsketten.de) mit ihrem ganzheitlichen Vorgehen und dem inhaltlichen Schwerpunkt der Berufsorientierung auf.

Das BMBF flankiert diesen Prozess, indem es die Handwerksorganisationen bei der Durchführung der berufsspezifischen Orientierungsmaßnahmen unterstützt, die zum staatlichen Bildungsauftrag gehören. Damit wird zugleich die anschließende Einmündung in eine betriebliche Ausbildung ermöglicht. Eine Überschneidung mit anderen Förderprogrammen wird durch das Verbot der Doppelförderung vermieden. Eine systematische Verknüpfung der durch diese Richtlinie geförderten Maßnahmen mit den anderen Angeboten in der Region zur Vorbereitung von Flüchtlingen auf eine Berufsausbildung wird erwartet.

Quelle: Bundesanzeiger
09/11/2017

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