Erfolgreich erfinden und neue Geschäftsmodelle entwerfen

In GründerNews, Hochschulen by Ralph Schipke

Radikale und disruptive Innovationen können Unternehmen dabei helfen, gänzlich neue Kundenkreise und unbekannte Geschäftsmodelle zu erschließen und ihre Wettbewerbsposition dadurch langfristig zu sichern. Jedoch ist die Entstehung solcher Innovationen gerade in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses häufig mit großen Unsicherheiten verbunden und mit klassischen Methoden der Produktentwicklung nur schwer greifbar. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen planen deshalb, gemeinsam mit namhaften Industrie- und Forschungspartnern den Start eines Konsortialprojekts unter dem Motto »Agile Invention«.

Ziel des Konsortial-Benchmarking-Projekts ist es, gemeinsam mit einem Industriekonsortium von Februar bis November 2018 exzellente Vorgehensweisen für die frühen Phasen des Innovationsprozesses zu aufzudecken, mit denen Unternehmen solche disruptiven Innovationen entwickeln. Die Aachener Forscher wollen mit Ihren Partnern vor allem herausfinden, welchen Beitrag neue Innovationsumgebungen wie Inkubatoren, Acceleratoren oder Innovation Labs und agile Entwicklungsmethoden und Prozesse dazu leisten. Interessierte Unternehmen können sich jetzt noch an dem Projekt beteiligen.

Bereits seit vielen Jahren untersuchen WZL und Fraunhofer IPT gemeinsam mit dem INC Invention Center, der KEX Knowledge Exchange AG und unterschiedlichen Industriekonsortien Beispiele für exzellente Vorgehensweisen im Technologie- und Innovationsmanagement oder im Einkauf. Gemeinsam mit Innovationsführern aus der Industrie wollen die Aachener Forscher den Teilnehmern des Projekts nun einen gründlichen Überblick über die Gestaltungsmöglichkeiten in dem noch recht jungen Themenfeld »Agile Invention« verschaffen. Ziel ist es darüber hinaus, durch den Austausch innerhalb des Konsortiums ein internationales Netzwerk an Unternehmen aufzubauen, die sich branchenübergreifend zu diesem Thema weiterentwickeln möchten.

Bewährtes Verfahren deckt die besten Vorgehensweisen auf

Die Methode des Konsortial-Benchmarkings hat sich in zahlreichen Vorgängerprojekten bewährt: Ein branchenübergreifendes Industriekonsortium bringt eigene Fragen in das Projekt ein und benennt besondere Herausforderungen. Das Fraunhofer IPT und seine Forschungspartner greifen diese Fragen in einer europaweiten Benchmarking-Studie zum übergeordneten Thema auf. Anhand der Studienergebnisse und persönlicher Interviews wird eine Vorauswahl an Unternehmen getroffen, deren Vorgehensweisen besonders gute Antworten auf die Fragen des Konsortiums liefern. Zu den ausgewählten Unternehmen erarbeiten die Aachener Forschungspartner detaillierte Fallstudien, auf deren Basis das Konsortium anonymisiert fünf »Successful-Practice-Unternehmen« auswählt. Die Mitglieder des Konsortiums besuchen diese Unternehmen im Anschluss jeweils einen Tag vor Ort.

Die Unternehmensbesuche bieten den Mitwirkenden im Konsortium viel Gelegenheit, Unternehmen, Bereiche und Abteilungen kennenzulernen, die in ihrem Gebiet exzellent aufgestellt sind. Diskussionen mit Fach- und Führungskräften vor Ort runden das Bild ab. Die Konsortialpartner können auf diese Weise neue Ideen und erfolgreiche Abläufe in den eigenen Verantwortungsbereich übernehmen. Die Unternehmen mit den besten Vorgehensweisen werden vom während einer feierlichen Abschlusskonferenz im Frühjahr 2017 als »Successful-Practice-Unternehmen« ausgezeichnet.

Partner können noch einsteigen

Das Projekt startet am 15. Februar 2018 und dauert rund neun Monate. In diesem Zeitraum finden drei eintägige Treffen der Konsortialpartner statt sowie die fünf eintägigen Besuche bei den ausgewählten »Successful-Practice-Unternehmen«.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

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