MINT-Herbstreport, KMU-innovativ: Einstiegsmodul

Drei Millionen Euro für Ankauf wissenschaftlicher Geräten

In GründerNews, Hochschulen by @rs

Das Land hat die Anschaffung von 14 wissenschaftlichen Geräten an den Hochschulen mit einem Volumen von insgesamt 3 Mio. Euro unterstützt. Die wissenschaftlichen Geräte sind für die Hochschule Stralsund, die Hochschule Neubrandenburg, die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Universitätsmedizin Greifswald, die Universität Rostock, für das Leibniz-Institut für Katalyse und für die Universitätsmedizin Rostock vorgesehen. Die Fördermittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Moderne Forschung braucht moderne Geräte“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Wer aktuelle Forschung betreiben will, benötigt auch die entsprechende Technologie. Das Land unterstützt die Hochschulen und Universitätsklinika bei der Anschaffung von Geräten, weil dies eine kostspielige Angelegenheit ist. Moderne Geräte sind jedoch wichtig, damit die Forscherinnen und Forscher gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Außerdem handelt es sich um Investitionen in den Wissenschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, so Hesse.

Die Förderungen im Überblick:

Hochdruck-in-situ-Photoelektronenspektrometer
Förderung: 1,1 Mio. Euro
Leibnitz-Institut für Katalyse e.V. Rostock

Das Hochdruck-in-situ-Photoelektronenspektrometer ist eine Ersatzbeschaffung für ein veraltetes Gerät, das aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr repariert werden soll. Mit dem Hochdruck-in-situ-Photoelektronenspektrometer sollen Oberflächen unterschiedlichster Materialien, insbesondere heterogener Katalysatoren, mittels Röntgen (XPS) bzw. Ultraviolett-Photoelektronenspektorskopie (UPS) hinsichtlich der Zusammensetzung, Verteilung, Wertigkeit und Dispersität der Elemente in den katalytisch relevanten, oberflächennahen Bereichen untersucht werden.

High-Speed-Zellsortierer
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Förderung: 256.477 Euro

Mit dem High-Speed-Zellsortierer sollen am Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung Zellen sortiert und gleichzeitig analysiert bzw. fluoreszierende Zellen und GFB-Bakterien sortiert werden. Das verfolgte Projektziel ist der vollständige Erwerb von Kenntnissen der spezifischen Wechselwirkungen zwischen Pathogenen und zellulären Immunkompartments, die Voraussetzung für das grundlegende Verständnis der Pathogenese in Infektionskrankheiten ist. Mit dem High-Speed-Zellsortierer können Zellen, die im hohen Tempo an einer elektrischen Spannung oder einem Lichtstrahl vorbeifließen, sortiert und aus dieser Sortierung gleichzeitig Zelleigenschaften abgeleitet werden.

Chip-Zytometer
Universitätsmedizin Greifswald
Förderung: 215.449 Euro

Mit dem Chip-Zytometer sollen am Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin sehr kleine Zellpopulationen detailliert analysiert werden. Konkret wird der Chip-Zytometer beispielsweise zur Entwicklung und Erprobung neuer Impfstrategien eingesetzt. Die Chip-Zytometrie als technische Neuentwicklung ermöglicht die Kombination aus Multiparameter-Analysen mit Aufbewahrung der Proben. Die Flexibilität der Technik macht außerdem die Nutzung durch zahlreiche Arbeitsgruppen möglich.

Forschungscluster III – Apparative Ausstattung (16 Apparaturen/Geräte) als Voraussetzung zur effizienten Analyse molekularer Mechanismen der Herzschwäche und des entzündungsvermittelten Herz- und Skelettmuskelschadens als Basis für die Indikation neuer therapeutischer Ansätze
Universitätsmedizin Greifswald
Förderung: 262.244 Euro

Mit der Anschaffung von 16 Apparaturen bzw. Geräten zur Analyse molekularer Mechanismen von Herzschwäche sowie entzündungsvermittelten Herz- und Skelettmuskelschäden als Basis für die Identifikation neuer therapeutischer Ansätze sollen in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B, Forschungscluster III, die Entstehung der Herzmuskelschwäche und deren Fortschreiten zum Herzversagen untersucht, Krankheitsmechanismen analysiert und neue therapeutische Ansätze für deren Behandlung identifiziert werden.

Analyse niedermolekularer Substanzen mittels LC-MS/MS
Universitätsmedizin Greifswald
Förderung: 171.676 Euro

Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie die HNO-Klinik befasst sich mit der Untersuchung von individuellen Unterschieden von Wirkungen und Nebenwirkungen von Anästhetika, insbesondere Schmerzmitteln. Durch diese zusätzliche apparative Ausstattung zu dem bereits vorhandenen Massenspektrometer soll ein unabhängig arbeitendes Analytik-Labor zur Arzneimittel- und Hormon- und Neurotransmitter-Analytik entstehen. Schwerpunkte liegen in der Anästhesiologie in der Bestimmung des Gehalts an Opiodiden und Opioidmetaboliten aus in-vitro und Patientenproben. Im HNO-Bereich wird an Kooperationsprojekten zur Bestimmung von Steroidhormonen, Neuropeptiden, biogenen Aminen und Angiotensinmetaboliten gearbeitet.

Aufrüstung TMS-Stimulator
Universitätsmedizin Greifswald
Förderung: 52.256 Euro

Die Arbeitsgruppe Funktionelle Bildgebung nutzt diese Geräteinfrastruktur für eine nebenwirkungsfreie Stimulation des Gehirns zur Sammlung von Informationen über Funktionsmechanismen von Gehirnarealen beim Training und auch im Bereich der Schlaganfalltherapie. Mithilfe der Aufrüstung des TMS-Gerätes wird die Doppelpulsstimulation möglich, die zur Erforschung der Plastizitätskapazität notwendig ist. Die eingesetzten Therapieverfahren sollen dadurch verbessert und so ein Standortvorteil für die neurologische Rehabilitation im Land erreicht werden.

Compact IC 930
Universität Rostock
Förderung: 86.126 Euro

Das Analysegerät Compact IC 930 dient der Untersuchung von Wasserproben auf Anionen (z. B. Nitrat und Phosphat) sowie Kationen (z. B. Kalium und Calcium) und ermöglicht einen vergleichsweise hohen Probendurchsatz. Mit diesem Analysegerät sollen Gewässerproben in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt werden, um eine verbesserte Beurteilung der Belastungssituation der Gewässer und deren Entwicklung leisten zu können.

Magnetstimulator
Universitätsmedizin Rostock
Förderung: 71.382 Euro

Der Magnetstimulator ermöglicht die Analyse von kortikalen und spinalen Modulationen infolge differenter Interventionen (Pathologien des muskuloskelettalen Systems, Gelenkersatz, Rehabilitation etc.). Diese Analysen sollen der Forschung im Bereich der neuronalen Anpassungen infolge orthopädischer Beschwerden und rehabilitativer Maßnahmen dienen. So könnten die Pathophysiologie orthopädischer Krankheitsbilder aufgedeckt und Rehabilitationsverläufe optimiert werden. Darüber sollen grundlegende neuronale Funktionssysteme im Kontext von Bewegung erforscht werden.

Messstand für Naturstoffe
Hochschule Neubrandenburg
Förderung: 50.696 Euro

Der Messstand mit vier Gerätekomponenten dient der Untersuchung von Pflanzenmaterialien und deren Inhalts- bzw. Wertstoffen. Dadurch wird eine apparative Infrastruktur geschaffen, welche die Isolation, Aufarbeitung, Aufreinigung, Derivatisierung und Analyse von Naturstoffen bzw. unterschiedlicher Substanzen (z. B. Lipide, Proteine, Zucker) ermöglicht. Außerdem wird durch die Anschaffung die Voraussetzung für Forschungskooperationen geschaffen und die Möglichkeit gemeinsamer Entwicklungsaufgaben mit regionalen KMU (kleinen und mittleren Unternehmen) verbessert.

Faseroptisches Laser-Interferometer
Hochschule Stralsund
Förderung 134.097 Euro

Mit dem Faseroptischen Laser-Interferometer ist die orts- und zeitaufgelöste Bestimmung von Dehnungs- und Temperaturprofilen an der Fakultät für Maschinenbau für das Fachgebiet Messtechnik möglich. Mit dem Gerät können strukturmechanische Untersuchungen in völlig neuer Qualität in den Anwendungsfeldern Windenergieanlagen, Flugzeugtragflächen und Automobilkarosserien gemacht werden. Das neuartige hochmoderne messtechnische Verfahren birgt für die Hochschule Stralsund die Chance, in Spitzenforschungsprojekten innovative Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Drittmittelfähigkeit zu verbessern.

CRDS-Gasanalysator zur Messung von Treibhausgasen
Universität Rostock
Förderung: 89.093 Euro

Die Arbeitsgruppe Landschaftsökologie und Standortkunde sowie Grünland und Futterbau der Agrarwissenschaftlichen Fakultät kann mit dem Gasanalysator die drei bedeutenden Treibhausgase Kohlendioxid, Methan und Lachgas mit Ammoniak und Wasserdampf messen. Das Gerät ermöglicht die Untersuchung der Prozesse und Zusammenhänge bei der Bildung und dem Austausch von Treibhausgasen in verschiedenen Sphären. Konkret soll der Gasanalysator zunächst seinen Einsatz bei der Durchführung eines Mesokosmenexperiments im Projekt WETSCAPES finden. Danach ist er zur projektbegleitenden Gasanalyse und in Feldexperimenten für in-situ-Messungen von Treibhausgasen vorgesehen.

LCMS-System mit linearer Ionenfalle
Universität Rostock
Förderung: 168.236 Euro

Mit der linearen Ionenfalle können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Chemie einen Messplatz für Spuren und Prozessanalytik aufbauen. Das Gerät dient als Ersatz eines bisherigen Gerätes und ist eine Kombination aus einem Flüssigkeitschromatographen und einem Massenspektrometer. Das neue System verfügt über eine modernste und leistungsstärkste Ionenfallen-Technologie.

Next Generation Sequencing Plattform
Universitätsmedizin Greifswald
Förderung: 309.325 Euro

Das Gerät soll ein älteres Gerät ersetzen und in der Abteilung Funktionelle Genomforschung, Arbeitsgruppe Molekulare Humangenetik betreut werden. Das Gerät setzt sich setzt sich aus dem Sequenziergerät und einer Bioinformatikplattform zusammen. Es soll für Projekte verschiedener Arbeitsgruppen und Einrichtungen der Universitätsmedizin Greifswald und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald genutzt werden.

7 Geräte zur Entwicklung und Erprobung antiinvektiver Herzklappen im Rahmen des Forschungsvorhabens „Card-ii-Omics“
Universitätsmedizin Greifswald
Förderung: 97.136 Euro

Das Equipment soll in der Parasitologie, Abteilung für Tropenmedizin, Infektionskrankheiten und Nephrologie zum Einsatz kommen. Das Verbundprojekt Card-ii-Omics forscht an modernen kardiovaskulären Implantaten, welche durch spezielles Material das Risiko einer Infektion verhindern sollen. Es werden bestimmte Proteine eines Wurmparasiten auf ihre Eignung als Oberflächenmaterial für kardiovaskuläre Implantate untersucht.

 

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

03/12/2018

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