Coralaxy

Weltmeere schützen – mit Korallen aus Aquakultur

In Aktuell, Gründer aus MV by Ralph Schipke

Als Taucher wissen sie, wie angeschlagen unsere Weltmeere sind. Als studierte Biologen und Aquakulturianer wollen sie etwas dagegen unternehmen – und sie wissen auch wie. Diane Enkelmann und Johannes Höhn wollen in ihrem Unternehmen Coralaxy GmbH marine Zierorganismen züchten und an Händler und Hobby-Aquarianer verkaufen. „Bei unserem Projekt steht der Schutzgedanke von Korallen & Co. im Vordergrund“, sagt Johannes Höhn.

Taucher wissen, wie angeschlagen unsere Weltmeere sind. Nur noch selten finden sich so prächtige Korallen, wie hier im Roten Meer. Foto: Ralph Schipke

Das Projekt Coralaxy basiert auf einer Vision: Die beiden Gründer wollen die Meerwasseraquaristik nachhaltiger und für den Verbraucher transparenter gestalten. Sie sind überzeugt davon, dass Riffaquaristik attraktiv umgesetzt werden kann, ohne die Ressourcen der bereits stark gefährdeten Riffsysteme weiter zu belasten. „Coralaxy will aktiv dazu beitragen, dass die Meerwasseraquaristik künftig nicht mehr mit der Zerstörung von Korallenriffen in Verbindung gebracht wird“, erläutert Diane Enkelmann ihre Ambitionen.

Tropische Aquarien wollen bestückt sein

Das ist eine große Aufgabe, denn die Meerwasseraquaristik erfreut sich weltweit zunehmender Beliebtheit. Allein in Deutschland gibt es aktuell etwa zwei Millionen Aquarien, wobei es sich bei etwa 5 bis 10 Prozent um tropische Meerwasseraquarien handelt, die mit marinen Lebewesen bestückt werden wollen. Da es sich bei den für die Meerwasseraquaristik angebotenen Tieren zu über 90 Prozent um Wildfänge handelt, trägt das Hobby zur Überfischung und Schädigung der bereits stark gefährdeten Riffsysteme bei. Außerdem kommt es bei den gefangenen Tieren aufgrund der langen Transportwege zu hohen Verlustraten.

So wie hier im Freiwasser würden Aquarianer gern lebendige Korallen in ihre Becken bringen. Foto: Ralph Schipke

Hier kommt Coralaxy ins Spiel. Durch die Erzeugung und den Verkauf von Nachzuchten will das Unternehmen eine Alternative zu Wildimporten bieten und helfen, den menschlichen Einfluss auf natürliche Riffsysteme zu minimieren. Aber auch ökonomisch steckt in der ökologischen Idee des Start-ups großes Potential.

Der Umsatz der für Meerwasseraquarien gehandelten Korallen und Fische beläuft sich jährlich schätzungsweise auf 10 bis 13 Millionen Euro. Und auf dem deutschen beispielsweise europäischen Markt gibt es bisher keinen Anbieter, der sich ausschließlich auf marine Nachzuchten spezialisiert hat. Vereinzelt finden sich zwar in einigen Shops als Nachzuchten deklarierte Fische oder Korallen, die jedoch häufig zusammen mit den anderen Produkten angeboten werden und daher bei Betrachtung des Gesamtangebotes schnell untergehen. Coralaxy hat also gute Chancen, den Markt ordentlich aufzumischen.

Zwei Geschäftszweige

Die Unternehmung kann in zwei separate Geschäftszweige unterteilt werden, wobei der Erste die eigene Produktion, also die Zucht von tropischen Steinkorallen ist. Der zweite Bereich umfasst den Ein- und Verkauf von Produkten anderer im Ausland angesiedelter Aquakulturunternehmen. Während die eigenen Zuchtbemühungen zu Beginn hohe Investitionen erfordern, können durch den Import und Verkauf von Fremdprodukten frühzeitig Umsätze generiert werden.
Daneben wird Coralaxy durch aktive Forschung die Nachzucht von Steinkorallen vorantreiben.

Die Finanzierung der hohen Investitionen ist nun gesichert und die beiden Aquakulturianer können nun unter Hochdruck ihre Zuchtanlage (wie auf der Zeichung zu sehen) in einem gemietet Raum im Innovations- und Trendcenter Bentwisch aufbauen. Grafik: Coralaxy / Foto: Ralph Schipke

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Zurzeit sind die zwei Gründer happy, dass sie die hohen Hürden für den Förderbescheid des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern genommen haben. Die Finanzierung der hohen Investitionen ist nun gesichert und die beiden Aquakulturianer können nun unter Hochdruck ihre Zuchtanlage in einem gemietet Raum im Innovations- und Trendcenter Bentwisch aufbauen. Bevor dann mit der eigentlichen Zucht begonnen werden kann, müssen verschiedene Parameter wie Wassertemperatur, Nährstoffe, Karbonathärte, Strömung, Beleuchtung und anderes in der Anlage eingestellt werden. „Durch diese Parameter erfolgt das Feintuning der Produkte, was wiederum den Preis bestimmt“, erklärt Johannes Höhn.

Durch Spezialverpackung geschützt können die Produkte von Coralaxy innerhalb von 24 bis 48 Stunden beim Kunden sein. Foto: Coralaxy

Der Verkauf der ersten eigenen Nachzuchten kann dann nach etwa zehn Monaten beginnen und erfolgt über den Onlineshop an Händler oder direkt an die Endkunden. Durch Spezialverpackung geschützt können die Produkte von Coralaxy innerhalb von 24 bis 48 Stunden beim Kunden sein. Geliefert wird innerhalb Deutschland, Österreichs und der EU. Durch akribische Kennzeichnung stellt Coralaxy außerdem die problemlose Rückverfolgbarkeit der Produkte sicher und will somit einen wichtigen Beitrag zur Transparenz leisten.

Diane Enkelmann und Johannes Höhn wollen in ihrem Unternehmen Coralaxy GmbH marine Zierorganismen züchten und an Händler und Hobby-Aquarianer verkaufen. Foto: pixflut

Die Zucht von Steinkorallen ist für Höhn und Enkelmann lediglich ein erster Schritt. Natürlich wollen sie ihre Zucht ausbauen. „Unser langfristiges Ziel ist es, dass unsere Kunden sich ein schönes Meerwasserquarium einrichten können und das ausschließlich mit Nachzuchten“, lächeln die Beiden.

Coralaxy GmbH

Coralaxy
Hansestraße 21 | 18182 Bentwisch
E-Mail: info@coralaxy.de
Telefon: 0381 – 6609817
https://www.coralaxy.de

Autorin: Silke Bohrenfeld

Coralaxy


Fotos: Coralaxy | Ralph Schipke

03.09.2018

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