Darlehen von der Familie

Darlehen von der Familie: So sieht es steuerlich aus

In GründerNews, Unternehmensnachfolge by Barbara Behr

Kann oder will man keinen Kredit bei der Bank aufnehmen – weil Sicherheiten fehlen oder die Zinsen einfach zu hoch erscheinen – ist die Familie oft die nächste Anlaufstelle.

Unabhängig davon, dass auch hier am besten alles genau (notariell) vereinbart werden sollte, um späteren Ärger zu vermeiden, gibt es zudem einige Besonderheiten zu beachten. 
Mit Thema Darlehen von der Familie hat sich ein Artikel der Deutschen Handwerkszeitung intensiv beschäftigt.

Nachfolgend einige Auszüge:

Leiht ein Familienmitglied einem selbständigen Handwerker für seinen Betrieb Geld, werden die Zinsen mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer besteuert, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Darlehensnehmer nicht vom Darlehensgeber wirtschaftlich abhängig ist. Die Abgeltungsteuer führt dazu, dass die Darlehensgewährung zwischen Ehegatten steuerlich besonders interessant wird.
(Zur Erläuterung: Wirtschaftlich unabhängig ist der Darlehensnehmer, wenn er dem Finanzamt nachweisen kann, dass er auch von Fremden Geld geliehen bekommen hätte -am besten Angebote einholen und aufbewahren). Dann werden die Zinsen beim Darlehensgeber nur mit der 25%igen Abgeltungsteuer besteuert.)

Allerdings vermuten bei Darlehensverhältnissen zwischen Eheleuten die Finanzbeamten insgeheim stets ein reines Steuersparmodell, das nur auf dem Papier existiert. In diesem Fall dürfte der Handwerker keine Schuldzinsen als Betriebsausgaben von seinem Gewinn abziehen und die Ehefrau müsste nichts versteuern. Die Steuerersparnis wäre also dahin.
Deshalb sollte bei der Darlehensgewährung folgendermaßen vorgegangen werden:
• Das Darlehensverhältnis muss ernsthaft vereinbart sein.
• Die Vereinbarungen müssen – wie im Darlehensvertrag fixiert – eingehalten werden.
• Die Zinskonditionen müssen wie unter fremden Dritten vereinbart sein.

Findet der Sachbearbeiter im Finanzamt oder der Prüfer zudem Anhaltspunkte, dass das Darlehensverhältnis ein reines Steuersparmodell zu sein scheint, sollten Sie mit gezielten Argumenten kontern, z. B.:

  • Beanstandung:
    Zinsen werden nicht zum vereinbarten Zeitpunkt ausbezahlt.
    Argument:
    Firma befindet sich in einer finanziellen Schieflage. Nachweis, dass auch andere Verbindlichkeiten an Fremde verspätet beglichen wurden
  • Beanstandung:
    Darlehensaufnahme wäre nicht notwendig gewesen
    Argument:
    Ob Sie für betriebliche Investitionen Geld vom betrieblichen Konto nehmen oder sich ein Darlehen aus der Familie aufnehmen, ist Ihre Angelegenheit.
  • Beanstandung:
    Zinsen sind unangemessen hoch
    Argument:
    Nachweis aus Darlehensanfragen von Banken vorlegen. Ggfs. Höhere Zinsen mit fehlenden Sicherheiten begründen

Quelle und mehr (z. B Checklisten und weitere Argumente und Tipps): Artikel: „Darlehen von der Familie: So lohnt es sich steuerlich“

3. Stille und Atypische stille Beteiligung
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2018-09-25

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