Rekultivierungspreis

Güstrower Unternehmen erhält den Rekultivierungspreis des Landes

In GründerNews by Barbara Behr

Die GKM Güstrower Kies + Mörtel GmbH mit Sitz in Krakow am See erhielt am 15. Oktober 2018 den diesjährigen Rekultivierungspreis des Landes.

Das Unternehmen baut seit 2006 auf den Flächen der Oevermann Agrar GmbH an der A 19 bei Groß Bäbelin Kies ab.

„Dass dabei kein dauerhafter Entzug von Ackerflächen stattfindet, sondern der Acker vielmehr recht kurzfristig wieder genutzt werden kann, das gab den Ausschlag für diese Ehrung“, würdigte der Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus das Engagement des Baustoffunternehmens. „Dadurch wird der Nutzungskonflikt zwischen Bergbau und Landwirtschaft deutlich reduziert.“

Üblicherweise wird die bergbaulich genehmigte Fläche geräumt, der Kies ausgeschwemmt und abschließend wieder rekultiviert. Die Firma GKM wendete jedoch im Kiestagebau Groß Bäbelin den sogenannten Trockenschnitt oberhalb des Grundwasserspiegels an. Mittels einer selbst entwickelten Sieb- und Fördertechnik wurde in einem Arbeitsgang auf der einen Seite die Erde bis zu einer Tiefe von 10 Metern abgetragen, der Kies mit einer Korngröße von mehr als 2 mm und die Steine herausgesiebt und die Sandfraktion sofort wieder auf der anderen Seite abgelegt. Gewaschen wird der Kies im benachbarten Kieswerk, während der Sand an Ort und Stelle verbleibt.

So stellte der Tagebau nur einen Graben dar, der sich nordwärts schob. Hinterlassen wurde er bereits verfüllt und mit dem zuvor gesicherten Mutterboden wieder abgedeckt. So wurde von der genehmigten Fläche von 25 Hektar nur jeweils etwa 5 Hektar aktiv bergbaulich genutzt, so dass der Acker zum größten Teil weiter bzw. wieder landwirtschaftlich genutzt werden konnte.

Nach Einschätzung des Landwirtschaftsunternehmens war der Boden nach drei bis vier Jahren ackerbaulich wieder nutzbar und brachte nach fünf bis sechs Jahren verstärkten Humusaufbaus wieder etwa 60 Prozent des ursprünglichen Ernte-Niveaus. Verbessernd für den Landwirt waren die Steinfreiheit der Ackerkrume und die längere Verweildauer des Regenwassers im oberen Bodenhorizont.

Über den Rekultivierungspreis
Mit dem Rekultivierungspreis werden Unternehmen ausgezeichnet, die in besonderem Maße die Belange des Umwelt- und Naturschutzes bei der Wiedernutzbarmachung oder Kompensation von bergbaulich und energiewirtschaftlich genutzten Flächen berücksichtigt haben. Der Preis hat einen ideellen Wert und soll gute Beispiele der Rekultivierung oder Renaturierung und Kompensationsmaßnahmen der breiten Öffentlichkeit bekannt machen.
Über die Vergabe des undotierten Preises entscheidet der Arbeitskreis Rohstoffsicherung Mecklenburg-Vorpommern (AKROS), dem Vertreter des Unternehmerverbandes Mineralische Baustoffe, des LUNG, des Bergamtes Stralsund, des Umweltministeriums und in MV tätige Ingenieurbüros angehören.

2018-10-16

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