Wirtschaft DIGITAL, Monitoring Report

Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2018 veröffentlicht

In GründerNews by @bb

Der Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2018 fasst den Digitalisierungsgrad in den Unternehmen nach Branchen, Teilbereichen und Unternehmensgrößen zusammen.

Darüber hinaus erörtert der Bericht Treiber und Barrieren für die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und wirft im Rahmen seines Schwerpunktthemas einen Blick auf die Nutzung Künstlicher Intelligenz in den Unternehmen.

Der Wirtschaftsindex DIGITAL zeigt in einer Zahl zwischen 0 und 100 an. wie weit die Digitalisierung aktuell fortgeschritten ist und wie sie sich bis 2023 verändern wird.
Dabei bedeutet null im Index, dass keinerlei Geschäftsabläufe oder unternehmensinterne Prozesse digitalisiert sind und auch noch keine Nutzung digitaler Technologien erfolgt
Der Indexwert 100 steht für eine vollständige Digitalisierung.
Der Wirtschaftsindex DIGITAL wird jährlich ermittelt und erreicht 2018 einen Index von 54 (von 100 möglichen) Punkten.

Die Digitalisierung wird in drei Kerndimensionen gemessen: dem Einfluss der Digitalisierung auf den Geschäftserfolg. der digitalen Durchdringung Unternehmens interner Prozesse und Arbeitsabläufe sowie der Nutzungsintensität digitaler Technologien und Dienste

Nachfolgend einige Auszüge aus der Broschüre:

Insgesamt gesehen gehen die deutschen Unternehmen davon aus. dass sich der Digitalisierungsindex bis 2023 um zwei auf dann 56 Punkte verbessern wird.
In den vergangenen fahren waren die Unternehmen deutlich optimistischer und hatten Steigerungen von bis zu vier Punkten prognostiziert.

Knapp 7 % der Unternehmen in Deutschland weisen einen sehr hohen Digitalisierungsgrad (zwischen 81 und 100 Punkten) auf und gelten als „digitale Vorreiter“.
Den „digital Fortgeschrittenen“ lässt sich knapp ein Drittel aller Unternehmen zurechnen (Wirtschaftsindex DIGITAL zwischen 61 und 80 Punkten).
Mit rund 34 % noch etwas größer fällt das „digitale Mittelfeld‘ aus (Index 41 bis 60 Punkte).
19 % sind noch „digitale Anfänger“ (Digitalisierungsgrad zwischen 21 und 40 Punkten).
An rund 8 % der Firmen – den „digitalen Nachzüglern“ – sind die Errungenschaften der Digitalisierung bislang weitgehend spurlos vorübergegangen.

Digitalisierungsindex der Industrieunternehmen

Der Digitalisierungsindex der deutschen Industrieunternehmen hat sich seit 2016 deutlich verbessert: von 39 auf aktuell 45 Punkte.
Sowohl was die Nutzung stationärer und mobiler Digitalgeräte als auch was den Einsatz digitaler Infrastrukturen (wie zum Beispiel Internet und Intranet) angeht, legten die Industrieunternehmen zu. Auch in Bezug auf interne Prozesse sind die Verbesserungen unübersehbar: Gaben 2016 nur 46 % der Industrieunter nehmen an. über hoch digitalisierte interne Prozesse zu verfügen, sind es 2018 bereits 58 %
Sagten 2016 noch fast die Hälfte aller Industrieunternehmen (48 %), dass sie Digitalisierungsprojekte für unnötig halten, sind es aktuell nur noch 29 %.

Digitalisierungsgrad der Dienstleister

Die Dienstleistungsunternehmen wiesen bereits 2016 einen überdurchschnittlich hohen Digitalisierungsgrad auf.
Der leichte Rückgang von 57 auf jetzt 55 Punkte erklärt sich vor allem dadurch, dass dieser Wirtschaftszweig viele Digitalisierungsaufgaben bereits bewältigt hat.
Insgesamt betrachtet lässt sich die Entwicklung der Digitalisierung in der Dienstleistungsbranche am besten als Konsolidierung auf hohem Niveau bezeichnen.

Der Einsatz innovativer Anwendungen im Wandel

Cloud Computing und Big Data sind die Technologien, die den Digitalisierungsgrad einer Firma am stärksten befördern.

  • Cloud Computing: Rund 43 % der Unternehmen nutzen aber Cloud basierte Dienste. Weiter 5 % denken darüber nach.
  • Internet der Dinge: Die Vernetzung von Geräten und Gegenstanden hat bereits in 38 % der Dienstleistungs- und 45 % der Industrieunternehmen Umzug gehalten. Wie beim Cloud Computing haben sich auch beim Internet der Dinge 39 % bewusst gegen den Einsatz entschieden, weil sie dem Thema keine Relevanz für ihr Unternehmen beimessen.
  • Smart Services: 29 % der Unternehmen sind in diesem Bereich aktiv; 36 % haben sich gegen die Nutzung entschieden. Auffällig ist: Kleinstunter nehmen haben beim Thema Smart Services den größten Informationsbedarf.
  • Robotik und Sensorik: Auch diese Anwendungen gehören zu den industrietypischen Innovationstechnologien: 17 % der Industrieunternehmen nutzen Robotik. Sensorik oder eine automatische Prozesssteuerung in der Produktion; weitere 9 % planen die Nutzung. Fast die Hälfte der Industriebetriebe (47 %) hat sich gegen den Einsatz dieser Technologien entschieden
  • 3-D- Druck: 10 % der Industrieunternehmen in Deutschland setzen diese Technologie in der Produktion ein. Eine Nutzungsplanung von 8 % spricht für positive Wachstumsaussichten.
  • Big Data: Nur 15 % aller Unternehmen nutzen Big-Data-Anwendungen oder planen zumindest deren baldigen Einsatz Mehr als die Hälfte aller Unternehmen (55 %) hat sich mit dem Thema beschäftigt, erachtet die Anwendungen aber als nicht sinnvoll für den eigenen Geschäftsbetrieb. Ausgenommen Großunternehmen: Zwei Drittel dieser Firmen suchen nach Big-Data-Lösungen oder haben sie bereits gefunden 39 % setzen die Technologien ein, weitere 25 % wollen demnächst nachziehen.
  • Industrie 4.0: Einige innovative Technologien, deren Nutzung erhoben wurde, kommen überwiegend in Industrieunternehmen zum Einsatz. Im verarbeitenden Gewerbe geben 9 % der Unternehmen an. Industrie 4 0 Anwendungen zu nutzen, weitere 5 % wollen dem Beispiel bald folgen Eine deutliche Mehrheit aller Industrieunternehmen (60 %) verzichtet auf den Einsatz dieser Technologien
  • Blockchain: 41 % aller Unternehmen geben an. sich noch nicht mit Blockchain Anwendungen beschäftigt zu haben – was sich im sehr hohen Informationsbedarf zum Thema widerspiegelt. 8 % der Firmen setzen Blockchain ein, 2 % aller Unternehmen geben an, die Technologie demnächst nutzen zu wollen
  • Künstlichc Intelligenz (KI): 5 % der Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft setzen bereits KI-Lösungen und -Anwendungen ein. Weitere 2 % planen dies in naher Zukunft.

Schnelles Internet als wichtigste Aufgabe der Politik

Unternehmen sehen die Politik vor allem in der Pflicht, wenn es darum geht. Breitbandnetze auszubauen und zu sichern.
Für 61 % der Befragten zählt ein leistungsstarkes Internet zu den Rahmenbedingungen, die die Politik erfüllen muss, um die Digitalisierung in den Unternehmen zu fördern.
Damit bleibt Breitband aus Sicht der gewerblichen Wirtschaft das Top-Thema.
Die Schaffung digitalisierungsfreundlicher Rahmenbedingungen sowie die finanzielle Förderung von Digitalisierungsprojekten werden nur von jeweils 13 % der Befragten genannt, 10 % wünschen sich vereinfachte Regelungen beim Datenschutz.

Heutige und künftige Erfolgsfaktoren der Digitalisierung

Mehr als zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland (69 %) sagen, dass sich die Kommunikation mit Kunden durch den Einsatz digitaler Kanäle verbessert habe Damit ist die Kundenkommunikation der meistgenannte Erfolgsfaktor der Digitalisierung.
Zu ihren bisherigen Treibern zählen aus Sicht der Unternehmen auch der Aufbau von erfolgsrelevantem Wissen sowie die Verbesserung der Qualität von Produkten oder Angeboten, die jeweils von rund der Hälfte der Firmen als realisierte Digitalisierungserfolge genannt werden.

Digitalisierungshemmnisse (Mehrfachnennungen waren möglich)

Mangelnde Breitband Versorgung wird von Unternehmen am häufigsten als Digitalisierungshemmnis genannt (43 %).
Fast ebenso viele schreckt der Zeitaufwand (40 %).
36 % der Befragten nennen das fehlende Wissen ihrer Mitarbeiter als Hemmnis.
30 % konstatieren einen Mangel an IT-Fachkräften.
Rund ein Drittel der Unternehmen findet, dass zu strenge Datenschutzregelungen neuen Digitalisierungsprojekten im Wege stehen können.
Fast ebenso viele sehen eine unzureichende IT-Sicherheit als Digitalisierungshemmnis an.
In einem Viertel der Unternehmen dürften Digitalisierungsprojekte von vornherein zum Scheitern verurteilt sein: Sie erkennen keine Notwendigkeit für solche Vorhaben

Zum Monitoring-Report Wirtschaft DIGITAL 2018 (Kurzfassung) 

2018-11-11

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