LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis

Technologiepreis für Medizin-Startup und neuartige Softwarelösung

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Rudolph: Innovative Ideen mutig in praxisrelevante Lösungen umgesetzt – Unterstützungsmöglichkeiten für digitale Lösungsvorschläge nutzen

In Schwerin ist am Montag der „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern“ feierlich verliehen worden. Preisträger ist in diesem Jahr die GWA Hygiene GmbH aus Stralsund. Das Unternehmen hat ein neuartiges Hygiene Monitoring System entwickelt. Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis Digitalisierung wurde Philipp Engel. Er hat eine Software-Plattform für die messtechnische Überwachung von Ingenieurbauwerken entwickelt.

„Beide Preisträger haben in herausragender Weise ihre innovativen Ideen mutig in praxisrelevante Lösungen umgesetzt. Unser Land braucht noch mehr solche Entwicklungen, die im Ergebnis zu mehr wettbewerbsfähigen Produkten führen. Immer dann, wenn Ergebnisse der Arbeit erfolgreich umgesetzt werden, entstehen Wachstum und neue Märkte. Das sichert qualifizierte Arbeitsplätze im Land, neue Jobs werden geschaffen“, sagte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Stefan Rudolph. Die Preise wurden in der IHK zu Schwerin übergeben.

„Neben dem Ludwig-Bölkow-Technologiepreisträger hat auch der von der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern gestiftete Sonderpreis den hohen Stellenwert der Digitalisierung gezeigt. Der zunehmende Einsatz von IT-Lösungen im Entwicklungs- und Produktionsprozess führt zu erheblichen Steigerungen der Produktivität. Auch unter den weiteren Bewerbern fanden sich Unternehmen, die Industrie 4.0 bereits leben und weiterentwickeln. Die hohe Produktivität und internationale Handelbarkeit industrieller Produkte wird mit Innovationen und neuen Technologien noch mehr zu einem wachsenden Wohlstand hier in der Region beitragen. Hier setzt auch unsere IHK-Industrie-Image-Kampagne an: Die industrielle Leistungsfähigkeit der Unternehmen im Land muss deutlich stärker in die öffentliche Wahrnehmung gebracht werden“, sagte der Vizepräsident der IHK zu Schwerin Matthias Belke.

Technologieförderung um 50 Millionen Euro aufgestockt

In der laufenden EU Förderperiode bis 2020 wurden die Mittel für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation um 50 Millionen Euro aufgestockt. Das Wirtschaftsministerium stellt nunmehr 218 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Damit können wir die Innovationskraft der regionalen Wirtschaft weiter stärken. Unternehmen erhalten Unterstützung von der Produktentwicklung bis hin zur Marktreife. Im besonderen Fokus haben wir auch Lösungsvorschläge bei den Herausforderungen der Digitalisierung“, betonte Rudolph.

Produktions-  und Leistungsprozesse werden unterstütz

Der Wirtschaftsstaatssekretär machte insbesondere auf die Unterstützungsmöglichkeiten für Lösungen bei der Digitalisierung aufmerksam. „Sowohl Produktionsprozesse als auch Leistungsprozesse können unterstützt werden. Klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) werden unterstützt ihre Produktionsprozesse zu analysieren, ´digitale´ Lösungsvorschläge (Prozessinnovationen) zu erarbeiten und diese in Pilotprojekten umzusetzen“, sagte Rudolph. Diese Pilotprojekte werden bei klein- und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 50 Prozent und bei großen Unternehmen mit bis zu 15 Prozent, maximal mit 200.000 Euro gefördert.

Darüber hinaus können auch Analysen und Beratungen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Beschäftigten im Unternehmen (Technikfolgenabschätzung) gefördert werden. Als neues Instrument im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsrichtlinie des Wirtschaftsministeriums ist auch die Förderung von Investitionen möglich, die der Umsetzung von vorher durchgeführten Prozessinnovationen dienen. Die Investitionen in Folge von Prozessinnovationen werden mit 50 Prozent und bis zu 100.000 Euro gefördert. Hierzu zählen zum Beispiel Maschinen, Anlagen, Robotik, Automatisierungstechnik wie Sensorik oder Datenübertragungstechnik.

Risikokapital für Gründer

Das Wirtschaftsministerium hat zwei Beteiligungsfonds aufgelegt, um technologieorientierte Existenzgründer und bestehende Unternehmen zu unterstützen. So fördert die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (MBMV) in Form stiller und offener Beteiligungen kleine und mittlere Unternehmen einschließlich Existenzgründungen im Bereich Forschung und Entwicklung sowie digitale Geschäftsmodelle. Hierfür stehen Mittel in Höhe von 15 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem betreut die Genius Venture Capital GmbH einen Risikokapitalfonds in Höhe von 10 Millionen Euro für aktive Beteiligungen. „Unterstützt werden Kosten von der Forschung und Entwicklung bis zur Markteinführung innovativer Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistungen. Neben dem Beteiligungskapital erhalten die Unternehmer eine qualifizierte Managementunterstützung“ so Rudolph.


Die Preisträger 2018 im Überblick

GWA Hygiene GmbH, Stralsund

Projekttitel: Digitaler Assistent für die Krankenhaushygiene „NosoEx“

Geschäftsführer ist Tobias Gebhardt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 gegründet. Es handelt sich bei dem Produkt „NosoEx“ um ein Hygiene Monitoring System, bestehend aus zwei Hardwarekomponenten und einer webbasierten Software. Das System besteht aus einer Platine, die in handelsübliche Hygienespender eingebaut werden kann und einem Transponder, den das Personal trägt. Es protokolliert die Betätigung von Händedesinfektionsmittelspendern und wertet die Hygienesituation tagesaktuell aus. „Damit ist die Überwachung und Auswertung der Einhaltung von Hygienestandards beispielsweise im medizinischen Bereich oder im Pflegebereich möglich. Die Neuheit ist die Möglichkeit der Datenauswertung und Systemkompatibilität, da es mit allen gängigen Desinfektionsmittelspendern kompatibel ist“, so Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Stefan Rudolph. Bisher ist das System in 15 Einrichtungen in Deutschland und in der Schweiz installiert. In Mecklenburg-Vorpommern gehören unter anderem die Boddenklinik Ribnitz-Damgarten sowie die Helios Klinik Leezen dazu.

GWA-Geschäftsführer Tobias Gebhardt. Foto: Ralph Schipke

Preisträger Sonderpreis Digitalisierung:

Philipp Engel (Hochschule Neubrandenburg)

Projettitel: Open Automativ Deformation Monitoring System (Open ADMS)

Das OpenADMS ist eine Software-Plattform für die messtechnische Überwachung von Ingenieurbauwerken, Brücken, Tunneln, Dämmen, Rutschhängen, Steilküsten oder Geländeoberflächen. Dabei werden Verformungen mit Hilfe von Sensoren zeitkontinuierlich und automatisiert erfasst, gespeichert, analysiert, in drahtlose Sensornetzwerke verteilt und bei Grenzwertüberschreitungen Alarme auslöst. Ein wesentlicher Vorteil gegenüber vorhandenen Lösungen besteht darin, dass die benötigte Software kostenfrei ist, das System über offene Schnittstellen und standardisierte Datenaustauschformate leicht angepasst werden kann und bereits vorhandene Software nutzbar bleibt.

Ein erster Einsatz erfolgt seit 2015 an der Marienkirche Neubrandenburg. Auch ein Vermessungsbüro in Celle verwendet das MonitoringSystem seit 2016 zur messtechnischen Überwachung zweier Autobahnbrücken. „Durch Überwachung kann die bestehende Infrastruktur weiter genutzt werden, da auftretende Schäden rechtzeitig erkannt werden“, sagte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Stefan Rudolph. Das Verfahren ist ebenso bei Industrieanlagen anwendbar wie beispielsweise bei Windkraftanlagen. Die Entwicklung erfolgte an der Hochschule Neubrandenburg.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit | 19.11.2018

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