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Minijobber: Erhöhen Weihnachtsgeld und Weihnachtsfeier den Verdienst?

In GründerNews by @bb

Gerade in neu gegründeten Unternehmen bietet es sich oft an, zunächst Minijobber einzustellen. Sei es, weil die Auftragslage noch nicht für eine Vollzeitkraft neben dem Gründer/der Gründerin reicht oder einfach, weil das Geld zu Beginn einer „Unternehmerkarriere“ natürlich oft knapp bemessen ist.

Dass Minijobber monatlich nicht mehr als 450 Euro brutto verdienen dürfen, ist allgemein bekannt.

Was passiert aber, wenn Minijobber z. B. durch die Zahlung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld mehr als 450 Euro im Monat verdienen? Wie müssen Feiertagszuschläge berücksichtigt werden? Zählen diese Einnahmen zum Verdienst? Und was ist mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk oder der Weihnachtsfeier?

Die Minijob-Zentrale erklärt, worauf Arbeitgeber und Minijobber achten müssen.

Wann liegt ein 450-Euro-Minijob vor?
Ein Minijobber darf durchschnittlich im Monat bis zu 450 Euro verdienen. Arbeitet er ein Jahr lang durchgehend, kann er also einen Verdienst von maximal 5.400 Euro erzielen. Überschreitet der Arbeitnehmer z. B. mit dem Weihnachtsgeld diese Verdienstgrenze, hat er keinen Minijob, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis.

Wichtig: Um beurteilen zu können, ob ein 450-Euro-Minijob vorliegt, muss der voraussichtliche Jahresverdienst immer gleich bei Beginn der Beschäftigung berechnet werden.
Übersteigt die voraussichtliche Jahressumme 5.400,00 Euro, liegt kein Minijob mehr vor, auch wenn in den einzelnen Monaten im Durchschnitt nicht mehr als 450 Euro gezahlt werden!

Was zählt alles zum Verdienst?
Für die Ermittlung des regelmäßigen monatlichen Verdienstes sind alle laufenden und einmaligen Einnahmen des Minijobbers zu berücksichtigen.
Auch Urlaubs- und Weihnachtsgelder müssen einbezogen werden.

Was zählt nicht zum Verdienst?
Zusätzlich zum laufenden Verdienst gewährte steuerfreie Einnahmen bleiben bei der vorausschauenden Jahresbetrachtung unberücksichtigt. Hierzu zählen insbesondere Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge.
Ausnahme: Tarifvertraglich zustehende Feiertagszuschläge, die für entgangenen Freitzeitausgleich gewährt werden, zählen zum Verdienst und wirken sich deshalb auch auf den Minijob aus.

Betriebliche Veranstaltungen, z. B. die Weihnachtsfeier
Grundsätzlich regelt das Sozialversicherungsrecht, dass Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer bei einer Betriebsveranstaltung zum Verdienst dazugehören.
Zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr bleiben aber lohnsteuerfrei und damit auch in der Sozialversicherung unberücksichtigt, sofern die Kosten der Veranstaltung pro Arbeitnehmer nicht mehr als 110 Euro brutto betragen.
Dies gilt für 450-Euro-Minijobber genauso wie für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. In den 110 Euro sind alle Aufwendungen für die Veranstaltung enthalten, wie zum Beispiel Essen, Trinken und die Saalmiete.

Das Geschenk, das den Mitarbeitern überreicht wird, ist auch im Rahmen von Minijobs lohnsteuerfrei und damit ebenfalls sozialversicherungsfrei – wenn ein Wert von 44 Euro pro Mitarbeiter nicht überschritten wird.

Weder die Aufwendungen für die Weihnachtsfeier noch das Geschenk werden bei Einhaltung dieser Grenzwerte werden zum sozialversicherungsrechtlich relevanten Verdienst gerechnet, so dass die 5.400-Euro-Jahresentgeltgrenze für die Minijobber nicht überschritten wird.

Mehr zum Thema Verdienstgrenzen im Minijob

Worauf Arbeitgeber achten müssen, wenn der Verdienst eines Minijobbers schwankt, erklären die Minijobzentrale hier. 

Alle Informationen zum Thema Überschreiten der Verdienstgrenze findet man unter: Verdienstgrenze bei 450-Euro-Minijobs im Gewerbe

2018-12-05

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