Lokalhelden

Staatsoberhaupt trifft Lokalhelden

In GründerNews, GründerThemen by Ralph Schipke

Ganz großer Bahnhof auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin: Bei ihrem Rundgang statteten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner der Lokalhelden – Gründerwerkstatt für den ländlichen Raum einen Besuch ab. Dabei kamen Staatsoberhaupt und Bundesministerin mit dem Mecklenburger Gründer Thomas Kalweit ins Gespräch. Thomas aus Ahrenshoop hat seine Firma „Audiofish“ gegründet und eine touristische App für seinen Heimatort und inzwischen auch für andere touristische Ziele in MV entwickelt.

Unsere GründerGeschichte über Thomas Kalweit.

Thomas Kalweit postete kurz nach dem Treffen mit dem Bundespräsidenten:


„Was für ein Tag! Heute morgen hat uns Frank-Walter Steinmeier am @lokalhelden_gruenderwerkstatt Stand auf der Grünen Woche besucht. Ich durfte kurz vorstellen, worum es sich bei meiner Selbstständigkeit handelt. Einen kleinen Shoutout nach #Ahrenshoop konnte ich mir nicht verkneifen.

😉

Ein tolles Erlebnis!“

Thomas Kalweit via Facebook



Lokalhelden Gründerwerkstatt
Thomas Kalweit, Gründer von „Audiofish“; Martin Kuder, Geschäftsführer der Lokalhelden; Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland; Julia Klöckner, Bundeslandwirtschaftsministerin; Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung, Messe Berlin GmbH (v.l.n.r.). Foto: IGW |Christian Jähn

In ländlichen Räumen schlummert Gründungspotential! Davon ist die Gründer-Intitiative für den ländlichen Raum in Ostdeutschland fest überzeugt. „Ein Potential, das zukunftsweisend ist in Zeiten gesellschaftlichen, demografischen und ökologischen Wandels.

Auf der grünen Woche bot sich den Lokalhelden eine gute Möglichkeit ihre Gedanken und Vorschläge für diese Zukunft mit anderen Interessierten zu diskutieren. Die Gründerwerkstatt ist noch bis zum 27. Januar vor Ort.

Jeden Tag stellt sich ein anderes Lokalhelden Projekt vor. Etwa ist Fanny persönlich vor Ort und hat ihre Intarsienkunst mitgebracht. Mit Hingabe und Präzision entstehen in ihrem Atelier einzigartige Objekte mit dem Hauptaugenmerk auf die wunderbare Kunst der Intarsientechnik. Nach Lehrjahren in Pulsnitz und Berlin hat sie als gelernte Tischlerin 2016 in ihrer alten Heimat wieder Fuß gefasst. Viel positives Feedback, Mundpropaganda und Präsenz in lokalen Medien und auf Märkten brachten erste Kunden. Ihr ist es wichtig, diese alte Technik am Leben zu erhalten und wertige Produkte gegen die Wegwerfgesellschaft herzustellen.

Aus MV ist neben „Audiofish“ Thomas mit etwas Glück auch Gärtner Aaron auf der #IGW19 zu anzutreffen.

Heute treten die Lokalhelden im Rahmen des Zukunftsforums auf. Für ganz Spontane: Man kann sich vor Ort im City Cube noch anmelden.

Steinmeier: Internet ist wie Strom und Wasser

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nachdrücklich die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in städtischen und ländlichen Räumen eingefordert. Dazu sei flächendeckendes schnelleres Internet unabdingbar, sagte das Staatsoberhaupt am Mittwoch beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung. Bei der Einführung des 5G-Mobilfunkstandards in Deutschland dürfe der ländliche Raum nicht wieder abgehängt werden, warnte der Bundespräsident.

Über die schleppende Einführung der Breitbandversorgung „lamentieren wir jetzt schon viel zu lange“, sagte er unter Beifall, und fuhr fort, niemand käme auf die Idee, wegen der demographischen Entwicklung die Versorgung eines kleinen Dorfes mit Strom und Wasser einzustellen: „Internet ist wie Strom und Wasser“, und wer zukunftssichere Arbeitsplätze auf dem Land wolle, brauche schnelles Internet nicht nur in den Wohnungen, sondern auch auf dem Feld. „Landwirtschaft und Lasertechnik, Marktplatz und Weltmarkt müssen kein Widerspruch sein.“

Steinmeier, den das Publikum mit stehenden Ovationen begrüßte und verabschiedete, hatte sich zuvor auf der Messe gemeinsam mit Bundesministerin Julia Klöckner über innovative Projekte zur Modernisierung und Verbesserung der ländlichen Infrastruktur informiert. Foto: IGW | Christian Jähn

So stellte ihm die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Höxter eine Initiative vor, die für Dörfer unter anderem ehrenamtliche Digitalexperten ausbildet. Die Initiative „Lokalhelden“ präsentierte ihm eine App, die Touristen in Dorf oder Kleinstadt Informationen liefert, die genau zu dem jeweiligen Standort des Betrachters passen.

Julia Klöckner: „Der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Grünen Woche und die Teilnahme an der Eröffnung unseres diesjährigen Zukunftsforums unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Entwicklung – das Thema hat zu Recht hohe Priorität. Gleichwertige Lebensverhältnisse wirken Polarisierungstendenzen entgegen, befördern den Zusammenhalt. Das Staatsoberhaupt hier an unserer Seite zu wissen, ist ein wichtiges Signal. Denn die Herausforderungen betreffen die Mehrheit unserer Bevölkerung – 57 Prozent leben auf dem Land, 90 Prozent der Fläche in Deutschland sind ländlich geprägt. Zu Recht erwarten die Bürgerinnen und Bürger hier, nicht abgehängt zu werden, sie erwarten eine moderne Infrastruktur, die Anbindung an schnelles Internet, eine gute Gesundheitsversorgung, attraktive Arbeitsplätze sowie kulturelle und schulische Angebote. Konkret geht es beispielsweise darum, dass regelmäßig ein Bus fährt, Schulen geöffnet bleiben, man die Möglichkeit hat, vor Ort mal eine Theateraufführung oder Ausstellung zu besuchen.

Zum Leitmotto „Ländliche Entwicklung – Gemeinsame Aufgabe für Staat und Gesellschaft“ werden wir daher bei unserem Zukunftsforum 2019 gezielt beleuchten, welchen Beitrag wir alle leisten können und müssen, damit die ländlichen Regionen gut aufgestellt sind. Es geht um passgenaue Lösungen, nicht um Lösungen mit der Gießkanne, denn der Handlungsbedarf ist sehr unterschiedlich. Es geht darum, die Akteure vor Ort zu vernetzen und Perspektiven für alle Generationen zu schaffen.

Dass es im ländlichen Raum viel Innovationskraft, wirtschaftliche Dynamik und Bürger gibt, die anpacken und sich ehrenamtlich engagieren, haben wir eindrucksvoll auf unserem Rundgang erlebt. Unter anderem bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mit dem Projekt „SmartCountrySide“, das mit innovativen Ansätzen und Projekten im Bereich der Digitalisierung, Energiewirtschaft, Selbstversorgung und Partizipation die Attraktivität der Region steigern will sowie den Lokalhelden Gründerwerkstatt für den ländlichen Raum, die junge Gründer bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützt.“

Akademie der Lokalhelden kommt nach MV

In diesem Jahr soll es laut Projektleiterin Kira Sawicka im Rahmen der der „Lokalhelden Akademie“ auch noch einen Workshop in Mecklenburg-Vorpommern geben. Der genaue Termin und Ort werden rechtzeitig bei GRUENDER-MV.DE bekanntgemacht. „Wir bieten ausgewählte Module der Lokalhelden Gründerwerkstatt sowie Veranstaltungen zur Information und Vernetzung in Tages- oder Wochenend-Workshops an. Menschen aus ländlichen Räumen, die an bestimmten Inhalten besonders interessiert sind, können hier ihr Wissen erweitern“, so Kira Sawicka über das Akademie-Programm.

Thomas Kalweit und weitere MV-Gründer haben Gelegenheit, sich am Stand der Lokalhelden Gründerwerkstatt auf der Messe in Berlin vorzustellen. Foto: Ralph Schipke

Deren Inhalte reichen vom Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten und der Entwicklung von Nebenerwerbs-Modellen im Bereich Produkte, ländlicher Tourismus, Dienstleistungen oder Öko-Agrarmanagement über Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Regionalentwicklung und Naturschutz bis hin zu Dorfentwicklung, Partizipation in der Regionalentwicklung und postmaterialistische Arbeits- und Lebensformen.

In diesem Jahr solle es laut Projektleiterin Kira Sawicka (Mitte) im Rahmen der „Lokalhelden Akademie“ auch einen Workshop in Mecklenburg-Vorpommern geben. Foto: Ralph Schipke
2017 suchte die Lokalhelden Gründerwerkstatt junge Menschen, die sich ihren Traum erfüllen wollen. Über 30 junge Gründerinnen und Gründer aus Ostdeutschland wurden gefunden, die über drei Jahren hinweg mit Kompetenz, Beratung, Trainings, Mentoren und auch Geld unterstützt werden.
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