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Warum Deutschland so attraktiv für polnische Gründer ist

Warum lassen sich polnische Unternehmer auf der deutschen Seite des Grenzgebietes nieder? Mit welchen Erwerbsstrategien gehen sie ihr Vorhaben an? Wie stellt sich die soziale Situation der Unternehmer aus verschiedenen Branchen dar?

Mit solchen und ähnlichen Fragen beschäftigte sich ein gemeinsames Forschungsprojekt der Humboldt- Universität zu Berlin und der Wissenschaftlich-Technischen Universität Akademia Górniczo- Hutnicza – AGH Krakow unter dem Titel „Europäisierung der Lebenslagen“.
Lidia Synowiec- Jaje, Wissenschaftlerin an der AGH Krakow, stellte die Pilotstudie beim jüngsten Deutsch-Polnischen Wirtschaftskreis in Szczecin vor.

Befragt wurden vor allem Unternehmen aus der Baubranche auf der einen und solche aus wissensbasierten Sektoren wie IT oder Beratung auf der anderen Seite.

Stabiler Rechtsrahmen

Die Motivation für polnische Gründer, nach Deutschland zu kommen, hat sich über die Jahrzehnte gewandelt.
In den achtziger Jahren war die Situation in Polen instabil, die deutsche Grenze schien das Tor zum Konsumparadies zu sein, die Bedingungen in Deutschland waren unternehmerfreundlicher.
Der polnische Beitritt zur Europäischen Union öffnete die Grenzen und schuf sichere Rechtsgrundlagen für Polen, im Nachbarland zu agieren. Dieser stabile Rechtsrahmen in Deutschland ist und bleibt der wichtigste Grund für polnische Unternehmensgründungen in Deutschland.

Zu beobachten ist eine Entwicklung hin zu anspruchsvollerem Unternehmertum. In den sogenannten wissensbasierten Branchen treten gut ausgebildete, international vernetzte und fremdsprachig versierte Gründer auf den Plan, eine Reihe davon mit Start-ups im IT-Bereich.
Dieser Trend zeichnet sich auch vor dem Hintergrund ab, dass der Wettbewerbsvorteil der geringeren Arbeitskosten vor allem in der Baubranche abnimmt.

Synergien nutzen

Polen weist ein dynamisches Wirtschaftswachstum auf, die Löhne und Gehälter steigen, der Fachkräftemangel hat das Land ebenfalls erreicht.

„Ich bin immer noch erschrocken über das Meinungsbild zu Polen in Deutschland und die verbreitete Erwartungshaltung, die Probleme auf dem deutschen Markt mit polnischen Fachkräften lösen zu können“, sagte Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg- Vorpommern. „Wir stehen als Region insgesamt im Wettbewerb.“

Die Rede ist von der grenzüberschreitenden Metropolregion Szczecin und den Anstrengungen, die sich auf diese Region im Ganzen richten müssen, vor allem auch auf die ländlichen Räume.
Das Potenzial der deutsch-polnischen Zusammenarbeit liegt in der Grenzregion in der Nutzung der Synergien aus unterschiedlichen Mentalitäten und Herangehensweisen auf beiden Seiten.

Die Pilotstudie zeigt im Ergebnis noch erheblichen Forschungsbedarf. Die Industrie- und Handelskammern sowie regionale wissenschaftliche Einrichtungen und Universitäten sollten in weitere Untersuchungen einbezogen werden.

Quelle: „Faktor Wirtschaft“ der IHK zu Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, Ausgabe 12/2018

2019-01-27

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