FFM

„Beste und höchste Zeit zum Gründen“

In Aktuell, GründerThemen by @rs

Wichtigstes Ergebnis des zweiten Female Founders Monitor: Mit 15,1% sind Gründerinnen im Startup-Ökosystem weiterhin unterrepräsentiert. Alle Infos darüber, wie Frauen Startups gründen, in welchen Branchen sie aktiv sind und was sich verbessern muss, sind im #FFM19 zu erfahren.

Nachdem 2018 mit dem ersten Female Founders Monitor als umfassendste Studie zu Startup-Gründerinnen in Deutschland veröffentlicht wurde stellen sich in diesem Jahr erneut spannende Fragen: Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr geändert? Gibt es positive Entwicklungen und was bewegt Gründerinnen in Deutschland? Im Rahmen einer Partnerschaft zwischen dem Bundesverband Deutsche Startups und Google for Startups wurde am 11. April 2019 der zweite Female Founders Monitor vorgestellt.
Foto: Ralph Schipke

Hier könnt der #FFM19 kostenlos heruntergeladen werden.

© GRUENDER-MV.DE

Unter den Hotspots für Startups, Gründerinnen und Gründer würde kaum jemand das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern einsortieren. Doch wer bereit ist, etwas genauer auf den Nordosten zu schauen, seinen Fokus auf die Universitätsstädte und Hochschulorte schärft, wird eine Reihe spannender und innovativer junger Unternehmen entdecken. Warum es gerade jetzt ziemlich schlau wäre, in MV zu gründen, darüber kann Hanna Bachmann Auskunft geben:


Hanna Bachmann selbst sei im Mai 2016 eher per Zufall zur Mitgründerin des erfolgreichen Rostocker Startups hepster geworden, erinnert sie sich. Inzwischen vertritt sie eine kleine, aber feine Gründerszene ihres Bundeslandes als Regionalsprecherin beim Bundesverband Deutsche Startups, der in dieser Woche den Female Founder Monitor #FFM – eine Studie über Frauen als Startup-Gründerinnen – in Berlin vorgestellt hat.

Beitrag vom 15.09.2018 in der Ostseezeitung.

Hanna Bachmanns Startup hepster bietet „situative Versicherungsprodukte“ an – wie man sie in Fachkreisen bezeichnet. Die Ur-Idee des Rostocker Gründer-Trios war: „Ich kann mich digital nur für den Zeitraum versichern, für den ich einen Schutz benötige.“ Dinge von A – wie Actionkameras, Sportuhren, Surf- oder Snowboards bis hin zu Lebenssituationen wie W – eine Work and Travel Versicherung lassen sich über hepster unkompliziert online abschließen.

Hanna Bachmann
Hanna Bachmann. Foto: Ralph Schipke

Hanna Bachmann studierte internationale Betriebswirtschaftslehre und hegte nicht sofort die Absicht, selbst zu gründen und sich als Entrepreneurin hervorzutun. War dann aber bereit, einen eigentlich guten und sicheren Job zu kündigen, um die Idee ihres Startup-Teams mit ganzer Kraft in die Tat umzusetzen.

Sie sagt: „Gründer müssen zuerst Mut haben. Es bedarf dazu einer gewissen Naivität. Wenn uns vieles, was inzwischen passiert ist, vorher völlig klar gewesen wäre, hätten wir ewig darüber nachgedacht, zu starten.“ Anfangs seien sie ja nur zu dritt gewesen. Doch schon bald kamen fünf und zehn Mitarbeiter hinzu. Heute zählt das junge Unternehmen 30 Jobs. „Was ich täglich tue, ist mit einem riesigen Berg Verantwortung verbunden“, sagt die Gründerin. Und schließlich will so ein Vorhaben finanziert sein. „Gegründet wird nicht aus Selbstzweck. Irgendwann soll sich ein wirtschaftlicher Erfolg einstellen. „Wenn jemand aber – wie wir – etwas ,bastelt‘, was es so am Markt noch nicht gibt, dann ist kaum vorausschaubar, was passiert.“ Wie bringe ich meine Idee an den Kunden, ist eine Aufgabe für jedes Startup. Meist ohne viel Kapital in der Hinterhand. Gründerinnen und Gründer dürfen Risiken nicht scheuen, meint Hanna Bachmann, wenn sie über „Naivität“ zur Selbstverwirklichung als Unternehmer spricht.

Die Gründerszene in Mecklenburg-Vorpommern findet Hanna Bachmann außergewöhnlich: „Die wenigsten von uns haben ‚weich‘ gegründet. In Berlin, Hamburg, Leipzig oder München da gehe ich in so ein Hub und lass‘ mir alles erzählen über Förderung und was ein Pitch Deck oder Venture capital ist oder wie ich einen richtig guten Businessplan schreibe. Und vernetze mich auch gleich mit einem Dutzend anderer Startups.“ In MV sind Startups nicht so umsorgt in „Watte gepackt“.

„Diese ganze ‚Startup-Industrie‘ haben wir hier nicht. Hier bei uns wird bei Null angefangen und man macht sein Unternehmen ganz allein groß“, kann sie aus eigener Gründer-Erfahrung einschätzen. Daher seien hierzulande Gründungen aus ihrer Sicht stärker, robuster und nachhaltiger als in Großstädten. Einen weiteren Vorteil sieht Hanna Bachmann darin: Eine Gründerin oder ein Gründer im Nordosten müsse sich bei Politikern, Wirtschaftsverbänden, Kapitalgebern oder Fördertöpfen oder beim nächstgelegenen Co-Work-Space nicht hinter hunderten Anderen anstellen. „Wir kennen uns landauf, landab, vernetzen und unterstützen uns, wo es geht. Statt gegeneinander zu konkurrieren. Und nur auf uns gestellt waren wir schließlich dann doch nicht. In der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH – kurz MBMV – fanden wir rasch Unterstützer, die mit uns an die Gründungsidee glaubten.“

Heute wird den Startups zugehört, lobt die junge Frau, der wohl jeder bescheinigen würde, dass sie sich Gehör verschaffen kann. „Wir werden gefragt: Was möchtet ihr? Was braucht ihr? Was hilft euch?


| 12.04.2019 |

Autor:
Ralph Schipke © GRUENDER-MV.DE

Print Friendly, PDF & Email