Gründerplattform fahndet nach Unterstützern in MV

In GründerThemen by @sys

Die GRÜNDERPLATTFORM ist der Baukasten für dein Business! Sie bietet Inspiration, Geschäftsmodelle, Businessplan und Finanzierung – alles an einem virtuellen Ort! Nun kommen ihre Macher nach Mecklenburg-Vorpommern. GRUENDER-MV.DE befragte Marco Habschick, Geschäftsführer der Berliner BusinessPilot GmbH, warum eigentlich?

Auf vielen Gründungsveranstaltungen zu treffen: Marco Habschick.
Foto: Nele Martensen | Montage: GRUENDER-MV.DE

Vor gut einem Jahr gaben Wirtschaftsminister Peter Altmaier und die KfW den Startschuss für eine bundesweite Gründerplattform. Hat das Land und sein Gründer-Ökosystem darauf gewartet?

Wie innovativ der Ansatz der Gründerplattform ist und wie sehr ein solches Angebot gründende Personen bislang gefehlt hat, konnten sich einige Akteure vorab nicht vorstellen. So mancher mag sich gedacht haben: Wozu noch ein weiteres Portal? Heute können wir sagen: Das Feedback ist wirklich überwältigend. Wir bieten in erster Linie eine digitale Arbeitsumgebung mit nützlichen Tools für das eigene Gründungsvorhaben und einem Matching zu Beratungs- und Finanzierungspartnern an. Das ist völlig neu.

Wie viele Gründungswillige konnten seither das kostenlose Hilfsangebot nutzen? Wie oft kommen sie auf die Gründerplattform?

Wir sind jetzt ein Jahr online. In dieser Zeit hatten wir über 500.000 Besucher und mehr als 30.000 registrierte Nutzer. Viele von ihnen loggen sich mehrfach ein, um an ihrem Projekt weiterzuarbeiten. Das freut uns natürlich. Schon über 500 Partner haben sich registriert und ihre Angebote platziert.

Was kann ich als Gründerin oder Gründer dort anstellen oder erfahren?

Die Gründerplattform deckt den gesamten Prozess von der Ideensuche bis hin zur formalen Umsetzung einer Gründung ab. Man kann verwenden, was man braucht oder den gesamten Prozess durchlaufen. Mehr als die Hälfte aller Nutzer erarbeiten bei uns ihren Businessplan, um danach passende Förderprogramme oder Finanzierungsanbieter auf der Gründerplattform zu finden. Weil alle Beteiligten die Plattform nutzen, geht das sehr schnell und zielgerichtet.

Grafik: Gründerplattform

Was uns ebenso freut, ist die zunehmende Nutzung der Bereiche für Ideen- und Geschäftsmodellentwicklung. Unsere Grundempfehlung für alle Gründungsinteressierten lautet ja: Prüft vorher, ob das geplante Geschäftsmodell tatsächlich funktionieren kann, bevor ihr viel Arbeit in den Businessplan investiert. Die Gründerplattform hilft mit Tools, praxisnahem Content und echten Beispielunternehmen dabei, das eigene Projekt Stück für Stück zu durchdenken und sich Feedback zu holen – sei es von Freunden und Familie oder in einer Beratung der angeschlossenen Gründungsförderer aus der Region.

Die Zahlen der Startups und Neugründungen im ganzen Land gehen zurzeit nicht gerade durch die Decke. Kann die Gründerplattform das ändern?

Das hoffen wir doch sehr! Die drei Akteure hinter der Gründerplattform – also Bundeswirtschaftsministerium, KfW und uns als Betreibergesellschaft BusinessPilot – eint das Ziel, Gründen in Deutschland einfacher zu machen und dadurch mehr Menschen zu diesem Schritt zu ermutigen. Die Digitalisierung ermöglicht heute Dinge, die bisherigen Generationen von Unternehmerinnen und Unternehmern nicht zur Verfügung standen. Und aus Entrepreneurshiplehre und „Lean Startup“-Bewegung sind Methoden gekommen, die das Gründen radikal verändern. Die Gründerplattform allein kann natürlich nicht den Abwärtstrend bei den Gründungen in Deutschland stoppen, aber sie beseitigt viele Hürden im Prozess, die manche bislang vom Schritt in die Selbstständigkeit abgehalten haben.

Warum sollte ich eigentlich gründen – mich mit eigener Geschäftsidee selbstständig machen – wo doch gerade für qualifizierte Fachkräfte in den Firmen Türen und Tore weit offenstehen?

Ganz einfach: Weil es großartig ist und die Möglichkeit bietet, eigene Träume und Ideen in die Tat umzusetzen. Alle Unternehmerinnen und Unternehmer, die wir als Beispiele auf der Plattform haben, können sich heute nicht mehr vorstellen, angestellt zu arbeiten. Niemand sagt, dass es einfach ist. Aber Selbstständigkeit ist heute so bunt, vielfältig und vergleichsweise risikoarm geworden, dass aus unserer Sicht niemand mehr scheuen muss, sich auszuprobieren und „sein Ding zu machen“. Und sei es nur für eine gewisse Zeit im Leben.

Eine bundesweite Plattform ist schön und gut. Aber ist für das Gründen nicht die regionale und lokale Vernetzung viel wichtiger?

Die bundesweite Gründerplattform und GRUENDER-MV.DE wollen in wenigen Tagen in Rostock gemeinsam Gründerunterstützer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern an einen Tisch holen. Grafik: Gründerplattform

Das ist natürlich richtig! Es sind gerade die Unterstützungsangebote in den Regionen, die die Gründerplattform mit den passenden Gründungsinteressierten zusammenbringen soll. Durch Eingabe der Postleitzahl können Nutzer – neben Beratung und Finanzierung – ganz einfach Wettbewerbe und Gründungsveranstaltungen in ihrer Nähe finden. Unsere Partner kommen so mit Gründungsinteressierten in ihrer Region zusammen. Es handelt sich hier um das größte Kooperationsprojekt in der deutschen Gründungsförderung.

Die bundesweite Gründerplattform und GRUENDER-MV.DE wollen in wenigen Tagen in Rostock gemeinsam Gründerunterstützer aus ganz Mecklenburg-Vorpommern an einen Tisch holen. Wer wird sich da treffen und was könnte für Gründerinnen und Gründer im Nordosten bei dieser Veranstaltung konkret herauskommen?

Diese Runde bedeutet eine große Chance, die Kräfte in der Region zu bündeln und Gründungsinteressierten das bestmögliche Gesamtangebot liefern zu können. Gerade in strukturschwächeren Regionen mit langen Wegen ist es zentral, die vorhandenen Unterstützungsangebote so zielgenau wie möglich mit den Gründungsinteressierten zu matchen. Dadurch gewinnen beide Seiten: Unterstützer können vorhandene Ressourcen noch sinnvoller einsetzen und die ganze Kraft der Gründer fließt in deren Vorhaben statt in die Suche nach Unterstützung.

Grafik: Gründerplattform

Praktisch alle öffentlichen Akteure haben heute das gleiche Problem: Googelt jemand, der sich selbstständig machen will, nach typischen Stichworten, findet er oder sie auf den ersten Seiten alles – nur nicht die öffentlichen Angebote. Mit Bordmitteln sind Platzierungen auf der ersten Seite bei Suchmaschinen kaum zu schaffen. Mittlerweile steht dort aber immer häufiger die Gründerplattform und in deren Schlepptau die angeschlossenen Partner. Am Ende steigt die Sichtbarkeit der Angebote in der Region.

Porträt Ralph Schipke
Foto: GRUENDER-MV.DE

Die Fragen stellte Ralph Schipke
© GRUENDER-MV.DE
|17.05.2019 |

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