Franchising, Franchise

Franchising als Form der Existenzgründung

In GründerTipp by @bb

Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Vertriebssystem, bei dem Existenzgründer gegen eine Gebühr ein etabliertes Geschäftskonzept nutzen dürfen.

Diese Form der Unternehmensgründung gewinnt immer mehr an Zustimmung, denn es sind unbestreitbar einige Vorteile damit verbunden:
So können z. B. Existenzgründer von einer bekannten Marke profitieren – und müssen nicht erst mühsam eine eigene „Marke“ aufbauen.
Franchisenehmer erhalten zudem beim Aufbau des eigenen Geschäfts fachkundige Unterstützung von Spezialisten des Franchisegebers.
Dadurch verkürzen sich natürlich auch die Vorbereitungs- und Anlaufzeiten für das neue Unternehmen und die mit einer Startphase verbundenen Kosten sind niedriger.
Außerdem helfen der Erfahrungsaustausch und die fortgesetzte Betreuung durch die Franchisegeber, auch schwierigere Phasen der Geschäftsentwicklung erfolgreich zu überstehen.

Aber es gibt natürlich auch Nachteile:
Dazu zählt sicher, dass sich Gründer an bestimmte „Rahmenbedingungen“ zu halten haben, die vom Franchisegeber vorgegeben werden. So muss z. B. das Weisungs- und Kontrollrecht des Franchise-Gebers akzeptiert werden, das der Umsetzung und Einhaltung des Franchise-Konzeptes dient. Dabei bleibt dann die eigene Kreativität oft auf der Strecke.
Ein weiterer Nachteil ist, dass Franchisenehmer im Voraus nur begrenzt beurteilen können, ob sie für ihre Franchisegebühren auch wirklich einen adäquaten Gegenwert – über den reinen Markenwert bzw. Bekanntheitsgrad des Franchiseprodukts hinaus – erhalten.
Und: Sollte es im Laufe der Zeit zu Problemen beim Franchisegeber – z. B. durch einen nachhaltigen  Imageschaden – kommen, kann sich das natürlich auch auf das eigene Geschäft negativ auswirken.

Und was man natürlich nicht vergessen darf: Auch als Franchisenehmer bzw. Franchisenehmerin  trägt man die unternehmerische  Verantwortung und muss selbst dafür sorgen, dass das Geschäft ein Erfolg wird.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass sich Gründer, die sich für das Thema Franchise interessieren, umfassend informieren und die wichtigsten Kennzahlen zum Franchise in Deutschland kennen, bevor sie sich mit einem Franchisesystem selbstständig machen.
Empfehlenswert ist, sich mit bereits etablierten Franchisenehmern auszutauschen, um mehr und Konkreteres über einen potenziellen Franchisegeber zu erfahren.

Wer sich ausführlicher mit dem Thema Franchising beschäftigen will, kann dazu verschiedene Portale nutzen, wie z. B. FranchisePORTAL Deutschland oder Deutscher Franchiseverband. Hier werden auch verschiedene Franchise-Modelle bzw. -Anbieter vorgestellt.

Zu empfehlen ist die Broschüre „GründerZeiten 04“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die sich umfassend mit dem Thema beschäftigt. Hier findet man u. a. auch eine umfangreiche Liste zu den wichtigsten Fragen, die man für sich und mit dem zukünftigen Franchise-Geber klären sollte.

Tipp:

Wer gern wissen möchte, wie es Gründern aus Mecklenburg-Vorpommern mit ihren Franchise-Projekten ergangen ist bzw. ergeht, findet nachfolgend zwei Beiträge, die auf Gründer-MV.de veröffentlicht wurden:

Start als Franchise-Nehmer mit Hindernissen (Jens Nowak, Vom Fass Rostock)
Das Franchise-System Coffee Bike gibt es seit 2011. Derzeit zählt das Unternehmen bundesweit mehr als 80 Franchise-Nehmer, davon vier in Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen vermittelt die Zentrale an ihre Franchise-Nehmer kostenlos. Foto: Grit Gehlen
Selbstständig mit dem Franchise-System Coffee Bike (Klaus Ewert, Coffee-Bike Usedom)

2019-06-04

Print Friendly, PDF & Email