Arbeitsschutz

Unfallversicherung für Selbstständige

Beim Einstieg in die Freiberuflichkeit oder bei der Gründung eines Unternehmens gibt es vieles zu bedenken und zu beachten. Leider kommt dabei der Versicherungsschutz oft zu kurz bzw. wird vernachlässigt.

So wird z. B. übersehen, dass Selbstständige während ihrer Arbeit nicht mehr dem gesetzlichen Unfallschutz unterliegen, sondern sich selbst versichern müssen.
Hat man keine Unfallversicherung abgeschlossen und es kommt zu einem Unfall, können Verdienstausfall, medizinische Rehabilitation und andere Kostenfaktoren schnell zu einem existenziellen Problem werden.

Das Wichtigste: Was wird im Falle eines Unfalls aus dem Geschäft bzw. dem Betrieb?

Wenn Selbständige monatelang im Krankenhaus liegen müssen und sich nicht mehr um ihr Gewerbe kümmern können, kann das ihre Existenz kosten – vor allem, wenn sie Soloselbstständige sind. Hinzu kommt: Krankenversicherungen übernehmen zwar grundsätzlich auch die Kosten im Falle eines Unfalls, in der Regel allerdings nur solche Kosten, die während einer Behandlung entstehen, auch wenn es in Einzelfällen zu Überschneidungen bei einzelnen Leistungen kommen kann (z. B. Krankenhaustagegeld).

Deshalb sollte man sich als Selbstständige bzw. Selbstständiger einen umfassenden Unfallversicherungsschutz zulegen, zumal die Kosten dafür überschaubar und auch individuell anpassbar sind (Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der gewählten Versicherungssumme, den gewählten Leistungen und der Gefahreneinstufung des Berufs).

Versichern Sie so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig!

Durch die Unfallversicherung werden Leistungen wie medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation als Folge von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten abgedeckt. Je nach Vertrag können auch Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes während der Rehabilitation und eine Entschädigung durch Rente bei geminderter Erwerbsfähigkeit ergänzen gezahlt werden.

Die Absicherung kann zumindest über die gesetzliche Unfallversicherung (zuständig: jeweilige Berufsgenossenschaft, je nach Branche gibt es hier sogar eine Versicherungspflicht) erfolgen, die bei Wege- und Arbeitsunfällen neben der Rehabilitation auch für eine eventuelle berufliche Wiedereingliederung aufkommt.

Ergänzend sollte eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden, die wiederum andere Bereiche abdeckt, wie z. B. Unfälle im privaten Bereich außerhalb der Arbeitszeiten (Wichtig: Immer mehrere Angebote einholen und darauf achten, dass diese dem individuellen Bedarf entsprechen).

Tipp: Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass zum freiwilligen Versicherungsschutz von Selbstständigen auch immer eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehören sollte. Diese springt ein, wenn man aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben und verhindert so erhebliche Einkommenseinbußen.

Welche Versicherungen für Selbstständige noch sinnvoll und notwendig sein können, wird übersichtlich und gut erläutert dargestellt in der kürzlich aktualisierten Ausgabe der “GründerZeiten Nr. 5 Versicherungen“.

2019-08-15

Print Friendly, PDF & Email