Finanzierung in Zeiten von Corona: Crowdfunding als Alternative?

Für viele Unternehmen ist es momentan schwierig, einen Kredit bei ihrer Hausbank zu bekommen, auch wenn es staatliche Unterstützung – z. B. durch den KfW-Schnellkredit – gibt.

Crowdfunding kann eine mögliche Lösung sein – auch in der aktuellen Situation.

Das Besondere am Crowdfunding ist, dass Projekte, Produkte, Startups und anderes in der Regel finanziert werden, ohne dass eine Bank beteiligt ist, wobei es auch hier Ausnahmen gibt.
In der Regel unterstützt eine Vielzahl von Personen das Vorhaben finanziell. Beim Crowdfunding kann sich jeder über das Internet an einem Projekt oder einer ganzen Firma beteiligen.

Wie funktioniert Crowdfunding?

Unternehmen oder Personen, die Geld für eine Investition benötigen, wenden sich nicht an eine Bank oder eine klassische Investmentgesellschaft, sondern sammeln das Geld von vielen Kleinanlegern ein. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, von denen in der jetzigen Situation für viele Unternehmen vor allem Crowd Donation (auch Spenden-Crowdfunding) und das klassische Crowdfunding interessant sein werden.

  • Crowd Donation (Spenden-Crowdfunding)
    Bei dieser einfachsten Form der Schwarmfinanzierung erhalten die Geldgeber kein Geld zurück. Faktisch spenden sie also. Eingesetzt wird diese Form vor allem im sozialen oder künstlerischen Bereich.
  • Klassisches Crowdfunding
    Beim Crowdfunding im eigentlichen Wortsinn erhalten die Investoren ebenfalls kein Geld zurück, sondern ein Produkt oder eine Gegenleistung, z. B. in Form von Waren/Gutscheinen, also eine Art Vorverkauf. Im „Extremfall“ kann es auch nur eine Information über das Gelingen des Projektes sein oder eine Urkunde als „Dankeschön“.

Aber auch Crowdlending oder Crowdinvesting könnten helfen.

  • Crowdlending
    Bei dieser Form geht es eigentlich um klassische Kredite. Investoren erhalten während einer festgelegten Laufzeit feste monatliche Zins- und Tilgungsraten zurück. Diese Form ähnelt noch am ehesten dem klassischen Bankkredit.
  • Crowdinvesting
    Bei dieser Form werden die Unterstützer am Unternehmenserfolg beteiligt, erhalten aber meist kein Stimmrecht. Während der Laufzeit und nach Kündigung des grundsätzlich unbefristeten Beteiligungsvertrages erhalten sie Geld zurück, wobei sich die Höhe nach dem unternehmerischen Erfolg bemisst.

Der neue StartHILFE-Podcast geht der Frage nach, ob Crowdfunding für Gründerinnen und Gründer interessant sein könnte.

Mittlerweile gibt es einige Crowdfunding-Plattformen. Einen guten Überblick über verschiedene Angebote auf diesem Gebiet findet man auf der Internetseite Crowdfunding.de, einem unabhängigen und umfassendes Informationsportal zu allen Aspekten der Schwarmfinanzierung, darunter auch eine Seite, die sich speziell mit Crowdfunding in Zeiten von Corona befasst.

Auf einer Sonderseite von Crowdfunding.de finden Interessierte Informationen zu aktuellen Aktionen und Möglichkeiten für diejenigen, die von den aktuellen Maßnahmen wirtschaftlich betroffen sind.

Tipp:

Man kann natürlich auch die eigene Website oder die Sozialen Medien nutzen, um ein Crowdfunding zu starten, vor allem, wenn die angestrebte Summe nicht allzu hoch ist.
Wichtig ist aber, sich vor Beginn der Kampagne ausgiebig zum Thema zu informieren (z. B. auf der o. g. Internetseite), denn es gibt natürlich auch einige Risiken und „Stolperfallen“!
(siehe auch GründerNews vom 15.10.2019)

2020-04-22 (aktualisiert 2020-05-04)

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