„AQUARYOUNS“-Schöpfer bekommen KfW Award Gründen

In Förderung & Wettbewerbe, Aktuell, Gründer aus MV by @red1

Das Neubrandenburger Unternehmen DJAMACAT GmbH wird als Landessieger Mecklenburg-Vorpommern innerhalb des bundesweiten Wettbewerbs „KfW Award Gründen“ geehrt.


Die in Rostock erscheinende Ostseezeitung berichtet ausführlich über den rasanten Aufschwung der Computerspieleentwickler in Mecklenburg-Vorpommern. Das Indie-Gamestudio Djamacat aus Neubrandenburg will mit seinem Debüttitel Aquaryouns World Onlinespieler weltweit begeistern. Wenn viele am PC oder Smartphone mitzocken, kann das auch für MV ein Gewinn werden, kommentiert OZ-Redakteurin Antje Bernstein:

Ein Schritt in die Zukunft

AQUARYOUNS WORLD ist eins der ersten Spiele in einer Reihe von vielen geplanten Genres. Graifik: Djamacat

Von Antje Bernstein

Kaum ein Markt wächst so rasant wie die Gamingbranche. Ob am PC, der Konsole oder auf dem Smartphone: Fast die Hälfte aller Deutschen daddelt regelmäßig. E-Sport ist populär wie nie. Und als Zeitvertreib im Corona-Jahr stehen Games ohnehin hoch im Kurs. Das freut die Spieleindustrie. Sie setzt mit Apps, Hard- und Software Milliarden um.

Mecklenburg-Vorpommern hat bislang kaum daran mitverdient. Es ist als Urlaubsland bekannt, weniger als Entstehungsort digitaler Spielewelten. Das will das Indie-Studio Djamacat aus Neubrandenburg mit seinem Debüt Aquaryouns World ändern. Dass die Spieleentwickler damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt die bisherige Bilanz: Investoren haben angebissen, tausende Spieler loggen sich regelmäßig ein.

Das ist gut für das Start-up, aber auch für MV. Denn bislang wandern viele ITler, die an den Unis des Landes ihren Abschluss machen, nach Berlin oder Hamburg ab, um dort Karriere in der Gamingbranche zu machen. Djamacat ist im Vergleich zu Nintendo und Co. zwar ein noch kleiner Fisch im Becken der Gamestudios, aber eine Chance für MV, Fachkräfte zu halten und in der digitalen Zukunft mitzuspielen.

Außerdem gibt es Firmenportät des Neubrandenburger Spieleentwickler-Startup Djamacat:

Ralph Schipke
Foto: GRUENDER-MV.DE

MVs größtes Game-Studio bringt neues Online-Spiel auf den Markt

Quellenangabe: Ostseezeitung | Rostock vom 03.12.2020, Seite 4


Nach der Ehrung im bundesweiten Wettbewerbs „KfW Award Gründen“ zeigte sich Firmeninhaber Tommy Müller (38) hoch erfreut über diese Ehrung und sagt:

„Als Firma und als großartiges Team sind wir verdammt stolz auf das, was wir bisher erreicht haben. Dieser Erfolg macht hungrig auf mehr! Daher arbeiten wir hart daran, in den kommenden Jahren die Gamingbranche in Mecklenburg- Vorpommern weiter voran zu treiben. Wir wollen ein starker Leuchtturm für die Szene sein.”

Tommy Müller | Gründer von DJAMACAT aus Neubrandenburg

Er und sein neunköpfiges Team haben vor drei Jahren begonnen, das Computerspiel „AQUARYOUNS“ zu entwickeln. Es ist jedoch nicht nur ein einfaches Computerspiel, sondern eine große Spielewelt, wie die für den Marketingbereich zuständige Ulrike Kolley erläutert: „Dazu gehören Strategiespiele, Wirtschaftssimulationen, Ego-Shooter oder auch Adventures, also zum Beispiel das Lösen von Rätseln im Rahmen einer Geschichte.“

AQUARYOUNS“ spielt man nicht allein, sondern mit mehreren Mitspielern. Und so hat jeder Spieler Einfluss auf die anderen Spiele. Interaktion ist angesagt.

Computerspiel „AQUARYOUNS“ Grafik: Djamacat

Das Spiel kann kostenlos gespielt werden. Damit jedoch Entwicklungskosten refinanziert werden, können die Gamer zum Beispiel bestimmte Gebäude oder Unterwasserschiffe mit individuell gewählten Farben kostenpflichtig erwerben. Für Einnahmen sorgen auch die unterschiedlichsten Merchandising-Artikel vom T-Shirt bis hin zu Tauchertaschen. Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK, gratuliert Tommy Müller und seinem Team: „Ich freue mich sehr, dass sich der Firmengründer bewusst für den Standort Neubrandenburg entschieden hat und so aus der Region heraus auf dem OnlineSpielmarkt erfolgreich national und international mitmischt.“

Die DJAMACAT GmbH wurde als Gamestudio im Juli 2017 durch Tommy Müller in dessen Heimatstadt Neubrandenburg gegründet. Foto: KfW / Copyright DJAMACAT

Leider kann eine festliche Preisverleihung 2020 nicht stattfinden. Alle Landessieger haben aber die Möglichkeit, als „(Online)Publikumssieger“ einzusätzliches Preisgeld von 5.000 EUR zu erhalten.

Bis zum 14.12.2020 kann unter der folgenden Web-Adresse abgestimmt werden: www.fuer-gruender.de/kfw-award-gruenden-publikumspreis


Unternehmerische Erfolgsgeschichten aus allen Bundesländern ausgezeichnet

Die Preisträger des KfW Awards 2020 in den einzelnen Bundesländer sind:

  • Baden-Württemberg: Kamedi GmbH (Thermo-Stick Insektenstiche)
  • Bayern: e-bot7 GmbH (KI Plattform zur Kundenkommunikation)
  • Berlin: ooia GmbH (Perioden- und Inkontinenzunterwäsche)
  • Brandenburg: ME Energy – Liquid Electricity GmbH (Unabhängige E-Ladesysteme)
  • Bremen: ELISE GmbH (Software für Entwicklungsingenieure)
  • Hamburg: Sympatient GmbH (Digitale Therapien mit VR-Unterstützung)
  • Hessen: Wingcopter GmbH (Lieferdrohnen)
  • Mecklenburg-Vorpommern: DJAMACAT GmbH (Game-Studio)
  • Niedersachsen: Buses4Future GmbH (Brennstoffzellenbusse)
  • Nordrhein-Westfalen: oculavis GmbH (AR Remote Service Plattform)
  • Rheinland-Pfalz: Anyblock Analytics GmbH (Blockchain Solution Provider)
  • Saarland: SEAWATER Cubes GmbH (Aquakulturanlage für Meeresfische)
  • Sachsen: madebymade GmbH (Insektenzuchtanlage)
  • Sachsen-Anhalt: DENKweit GmbH (Strommessung und KI Datenauswertung)
  • Schleswig-Holstein: Bareways (Straßenzustandsanalysen für Routing und Navigation)
  • Thüringen: rooom AG (Virtuelle und hybride Events in 3D, AR und VR)

Der Preis

Seit 1998 zeichnet die KfW Bankengruppe Unternehmen mit dem KfW Award Gründen aus. Ab dem 1. Juli 2020 konnten sich Start-ups für den KfW Award Gründen in diesem Jahr bewerben. Die KfW Bankengruppe zeichnet mit diesem renommierten Wettbewerb junge Unternehmen aus ganz Deutschland aus, die für ihre Ideen und ihren Mut öffentliche Anerkennung erfahren sollen.

Der Wettbewerb richtet sich an Unternehmen bzw. Unternehmensnachfolger ab Gründungsjahr 2015. Insgesamt wird ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro vergeben. Ausgewählt wurden die Sieger von einer Jury, die mit erfahrenen Vertreterinnen und Vertretern aus der KfW, Politik und Wirtschaft – z. B. Landesförderinstituten und Industrie- und Handelskammern – besetzt ist. V

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie bewertete die Jury nicht nur Geschäftsideen nach ihrem Innovationsgrad sowie ihrer Kreativität und prüft zudem, ob soziale Verantwortung übernommen wird. Auch der erfolgreiche Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Krise ist in die Bewertung eingeflossen. Darüber hinaus ist für die Auszeichnung maßgeblich, wie umweltbewusst die Umsetzung der Idee erfolgt ist und ob Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen wurden oder erhalten werden.

Aus jedem Bundesland wurde je ein Unternehmen prämiert, das ab dem Jahr 2015 gegründet oder im Rahmen einer Nachfolge übernommen wurde. Das Preisgeld für diese Landessieger beträgt jeweils 1.000 Euro.

Quelle: IHK Neubrandenburg KfW | 25.11.2020 | aktualisiert: 3.12.2020

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