Ralph Schipke

Nachfolger gesucht – Eine Chance für Gründer:innen

In Unternehmensnachfolge, GründerNews, GründerTipp by @bb

In Deutschland sind 1,3 Millionen Unternehmensinhaber älter als 55 Jahre. Viele von ihnen haben die Nachfolge noch nicht geregelt.

Viele Firmenlenker bleiben deutlich länger am Steuer als ursprünglich geplant. Manche tun dies, weil sie immer noch Spaß an ihrer Aufgabe haben, doch häufiger ist einfach kein passender Nachfolger in Sicht. Aufgrund der demografischen Entwicklung dürften Unternehmensübergaben künftig noch schwieriger werden.

Warum haben so viele Seniorchefs große Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden?

Zum einen werden mittlerweile nur noch vier von zehn Unternehmen innerhalb der Familie übertragen, weil es entweder keinen Nachwuchs gibt oder weil die Kinder oder Enkelkinder andere Berufswünsche und Vorstellungen haben als einen Einstieg in das Familienunternehmen.
Zum anderen scheitern nach Einschätzung von IHK-Experten etwa 44 Prozent daran, dass die Unternehmer einen überhöhten Kaufpreis fordern: Sie wollen natürlich ihr Lebenswerk gewürdigt sehen und sich zudem eine gute Altersversorgung  sichern – für Kaufinteressenten zählt aber allein die Ertragskraft der Firma.
Hinzu kommt: Mit zunehmendem Alter der Inhaber werden oft die Investitionen zurückgefahren oder der Kundenstamm ist „mit gealtert“ und droht nun wegzubrechen

Warum ist die Unternehmensnachfolge trotzdem interessant für „potenzielle“ Gründer?

Unter anderem deshalb:

In der Regel übernimmt man einen gut laufenden Betrieb (Wichtig: Die reale Wirtschaftslage anhand von Betriebszahlen nachweisen lassen!) – und kann trotzdem in der Zukunft seine eigenen Ideen und Vorstellungen umsetzen.
Man muss auf jeden Fall nicht „bei Null“ anfangen, kann eventuell auf gut ausgebildete und eingespielte Fachkräfte zurückgreifen und oft auch auf einen über Jahre aufgebauten Kunden- und Geschäftspartnerstamm.
Und – wenn man das will und Glück hat – steht einem der ehemalige Besitzer bei Bedarf auch noch mit Rat und Tat zur Seite.

Damit eine Unternehmensnachfolge auch nachhaltig erfolgreich ist, gibt es allerdings einiges zu beachten.
Nachfolgend einige Tipps, wo man mehr über das Thema erfahren kann.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Broschüre „Unternehmensnachfolge Die optimale Planung” herausgegeben, die sich ausführlich auf rund 100 Seiten mit dem Thema befasst.
Sie wendet sich an beide Seiten: an die Übergebenden des Unternehmens und die potenziellen Nachfolger. Viele Aspekte einer Unternehmensnachfolge gelten gleichermaßen für Fremdnachfolger wie für Nachfolger aus der Familie. Im Vordergrund steht vor allem immer die Kompetenz der Nachfolger und nicht die Familienzugehörigkeit.
Dieser praktische Leitfaden soll eine erste Orientierung geben und dabei helfen, die bevorstehenden Aufgaben erfolgreich zu meistern. Ziel ist es, den Bestand des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze ebenso wie die wirtschaftliche Existenz der Übernehmenden langfristig zu sichern.
Allerdings  gilt es zu bedenken, dass es keine Pauschallösung für die Unternehmensnachfolge geben kann. Welche Lösung jeweils die optimale ist, hängt von verschiedenen Kriterien ab. Die Broschüre unterstützt beide Seiten dabei, diese Kriterien zu erkennen und eine für die individuelle Situation maßgeschneiderte Übergabe- bzw. Übernahmelösung zu finden.

Hinweise und Tipps für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge findet man auch auf der Internetseite der Unternehmensbörse nexxt Change  oder speziell in Mecklenburg-Vorpommern bei der Koordinierungsstelle Nachfolgezentrale MV. Hier erhält man umfangreiche Informationen im Prozess der Unternehmensübernahme bei den ersten Schritten begleitet.

Du denkst daran, mit der Übernahme eines bestehenden Unternehmens den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen und eigene Spuren zu hinterlassen?
In unserem Podcast haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt:

2020-08-14 (aktualisiert 2021-08-18)

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