So funktionieren kleine Läden in ländlichen Räumen

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Neue Veröffentlichung und Video zur Dynamik der Nahversorgung in Dörfern und Kleinstädten unterstützen Personen, die Lebensmittelgeschäfte einrichten wollen

Dorfladen
Kleine Lebensmittelläden in ländlichen Räumen sind oft viel mehr als nur eine Versorgungseinheit für Waren des täglichen Bedarfs. Foto: Ralph Schipke

Kleine Lebensmittelläden in ländlichen Räumen sind oft viel mehr als nur eine Versorgungseinheit für Waren des täglichen Bedarfs: Gerade in Dörfern sind sie häufig so etwas wie das Herz des Ortes. Doch in den vergangenen 30 Jahren sind fast 90 Prozent der Einrichtungen mit weniger als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche verschwunden. Dennoch gibt es immer wieder Versuche, neue Läden zu etablieren. Welche Kriterien zum Erfolg eines solchen Projekts führen, haben Forschende des Thünen-Instituts für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen in einer umfangreichen Studie erarbeitet.

In der aktuell größten Untersuchung zur Dynamik der Nahversorgung auf dem Land haben sie unter anderem mit 166 Betreiberinnen und Betreibern von kleinen Läden in ganz Deutschland über ihr Erfolgsrezept gesprochen. Zudem wurden staatliche Fördermöglichkeiten zusammengetragen sowie Möglichkeiten der Kommunen, ein solches Ortszentrum zu unterstützen. Außerdem wurde die Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher untersucht. Denn mit dem Einkaufen ist es wie mit anderen guten Vorsätzen: Die Absicht allein reicht in der Regel nicht aus, um mehr Sport zu treiben, umweltbewusster zu leben oder weniger Süßes zu essen. „Vielen Dorfbewohnerinnen und -bewohnern ist zwar ein Laden im Ort wichtig und sie geben in Befragungen meist an, dort auch einkaufen zu wollen. Wird ein neuer Laden dann eingerichtet, folgt aber oft Ernüchterung, weil die erwarteten Kundinnen und Kunden nicht kommen“, sagt Projektleiter Dr. Patrick Küpper.

Die Forschenden des Thünen-Instituts haben dementsprechend genau analysiert: Welche Wünsche an die Nahversorgung hat die ortsansässige Bevölkerung? Wie kann die tatsächliche Nutzung eines neuen Ladens vorab prognostiziert werden? Wer ist von der Schließung eines Dorfladens besonders betroffen?

Die Ergebnisse haben sie in einer Broschüre sowie in einem erklärenden Video aufbereitet. Die Darstellungen enthalten neben den wesentlichen Hintergrundinformationen auch konkrete Orientierungshilfen für Engagierte, die einen Laden in ihrer Kommune etablieren wollen. Außerdem gibt es Tipps für Betreiberinnen und Betreiber von bestehenden Dorfläden, wie sie für ein attraktiveres Angebot sorgen können, sowie Handlungsempfehlungen für die Politik, um die Nahversorgung in ländlichen Räumen zu verbessern.

Die Veröffentlichungen aus dem Forschungsprojekt „Dynamik der Nahversorgung in ländlichen Räumen“, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wurde, finden Sie auf der Projektseite (https://www.thuenen.de/index.php?id=7356&L=0).

Die 72-seitige Broschüre „Dynamik der Nahversorgung in ländlichen Räumen verstehen und gestalten: Impulse für die Praxis“ gibt es kostenlos als PDF-Download oder als gedruckte Version. Bestellungen dafür nimmt Dr. Patrick Küpper (patrick.kuepper@thuenen.de) entgegen.


Zum Video: https://vimeo.com/manage/videos/656107596
Zur Broschüre (PDF): https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn064077.pdf

Quelle: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

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