Manche lernen’s nie: Das beliebteste deutsche Passwort 2021 ist wieder 123456

In Aktuell, Digitalisierung by B. Behr

Der Handel mit persönlichen Daten ist ein Milliardengeschäft – doch nicht nur Unternehmen, auch Cyberkriminelle zeigen ein wachsendes Interesse an der wertvollen Ressource.

Ob für die Flugbuchung beim Reiseanbieter, Kauf des neuen Lieblingsshirts im Onlineshop oder das Onlinebanking – die Anzahl der im Alltag benötigten Passwörter steigt.
Eigentlich sollte man denken, dass alle, so selbstverständlich wie sie im Netz einkaufen, auch wissen: Passwörter sind der digitale Schlüssel zu unseren Daten und sollten mit Bedacht gewählt werden! Und dennoch: Auch in diesem Jahr ist wieder die simple Zahlenreihe „123456“, auf Platz 1 der beliebtesten Passwörter des Jahres 2021 gelandet.

Das größte Problem: Viele Internetnutzer verwalten mehrere Online-Konten“ – und für alle Online-Dienste benötigen wir derzeit ein Passwort. Es ist lästig, sich für jeden Dienst ein anderes Passwort zu merken. Viel zu oft fällt die Wahl deshalb auf Passwörter, die man sich leicht merken kann – und die für unterschiedliche Dienste gleich mehrfach genutzt werden. Kriminelle hätten im Ernstfall so gleich Zugriff auf mehrere Konten.

„Noch nie haben Sicherheitsforscher des Hasso-Plattner-Instituts so viele Leaks bei deutschen Webseiten erfasst wie im Jahr 2021. Zeitgleich ist der Diebstahl digitaler Identitäten erneut angestiegen. Auch wenn es im Internet keinen 100-prozentigen Schutz vor Angriffen gibt, müssen persönliche Daten unbedingt bestmöglich geschützt werden. Dazu gehört auch die Wahl von langen individuellen und komplexen Passwörtern und die regelmäßige Überprüfung, ob persönliche Daten betroffen sind, wie das beispielsweise mithilfe unseres HPI Identity Leak Checker kostenlos möglich ist,“ sagt Professor Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts.
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) warnt seit vielen Jahren vor den Risiken schwacher und unsicherer Passwörter, um das öffentliche Bewusstsein für den hohen Wert persönlicher Daten zu schärfen und deren Sicherheit zu erhöhen. Seit 2014 bietet es mit dem Identity Leak Checker einen kostenlosen Online-Service, mit dem jeder einfach überprüfen kann, ob persönliche Daten in Verbindung mit der E-Mail-Adresse im Internet kursieren.

Top Ten deutscher Passwörter 2021:

  1. 123456                          
  2. passwort                      
  3. 12345                             
  4. hallo                             
  5. 123456789   
  6. qwertz
  7. schatz
  8. basteln
  9. berlin
  10. 12345678
Tipps zur Passwortwahl

Bei der Passwortwahl empfiehlt das Hasso-Plattner-Institut daher:

  • Lange Passwörter (> 15 Zeichen)
  • Alle Zeichenklassen verwenden (Groß-, Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen)
  • Keine Wörter aus dem Wörterbuch
  • Keine Wiederverwendung von gleichen oder ähnlichen Passwörtern bei unterschiedlichen Diensten
  • Verwendung von Passwortmanagern
  • Passwortwechsel bei Sicherheitsvorfällen und bei Passwörtern, die die obigen Regeln nicht erfüllen  
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren, wenn möglich

Der Identity Leak Checker
Ob man selbst Opfer eines Datendiebstahls geworden ist, lässt sich mit dem Identity Leak Checker, einem Online-Sicherheitscheck des Hasso-Plattner-Instituts (HPI), sehr leicht überprüfen. Seit 2014 kann dort jeder Internetnutzer unter https://sec.hpi.de/ilc kostenlos durch Eingabe seiner E-Mail-Adresse prüfen lassen, ob Identitätsdaten von ihm frei im Internet kursieren und missbraucht werden könnten. Die Sicherheitsforscher ermöglichen den Abgleich mit mittlerweile mehr als 12,7 Milliarden gestohlener und im Internet verfügbarer Identitätsdaten. Dabei liegt der Fokus auf Leaks bei denen deutsche Nutzer betroffen sind. Das Angebot ist in Deutschland einzigartig.
Insgesamt haben mehr als 16,4 Millionen Nutzer mithilfe des Identity Leak Checkers die Sicherheit ihrer Daten in den letzten fünf Jahren überprüfen lassen. In mehr als 4,1 Millionen Fällen mussten Nutzer darüber informiert werden, dass ihre E-Mail-Adresse in Verbindung mit anderen persönlichen Daten im Internet offen zugänglich war.  

Quelle: u.a. Pressemitteilung Hasso-Plattner-Institut

2021-12-21

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