Ralph Schipke

Gender-Pay-Gap: Frauen holen auf, aber der Weg ist noch weit

In den letzten 10 Jahren sind die Bruttoverdienste von vollzeitbeschäftigten Frauen im Dienstleistungsbereich und Produzierenden Gewerbe wesentlich stärker gestiegen als die von Männern, und das in allen Qualifikations- und Führungsstufen.

Zudem hat der Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich zugenommen. Aber das Aufholen braucht Zeit. Aktuell beträgt der Gender-Pay-Gap noch 19 %. Setzt sich das Aufholen wie im letzten Jahrzehnt fort, wird es jedoch noch etwa 30 Jahre dauern, bis der Gender-Pay-Gap abgebaut ist.

Frauen haben zwar bei den Bruttomonatsverdiensten der Vollzeitbeschäftigten im Dienstleistungsbereich und Produzierenden Gewerbe deutlich aufgeholt, und zwar in allen Hierarchie- und Qualifikationsstufen. Von 2010 bis 2020 stiegen die Bruttomonatsverdienste von Frauen um 27,8 %, die von Männern dagegen um 21,8 %.
Allerdings liegen im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich die Verdienste von Männern im Durchschnitt immer noch 18,8 % höher als die von Frauen.
Im Durchschnitt sind die Gehälter vollzeitbeschäftigter Männer in nahezu allen Wirtschaftszweigen höher als die von vollzeitbeschäftigten Frauen. Es gibt nur vereinzelte Ausnahmen.

Wirksame Maßnahmen zur weiteren Beseitigung von Ungleichheiten

Für die weitere Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen bei Einkommen und Karriere bedarf es Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine stärkere Erwerbsbeteiligung fördert zudem der Abbau von Anreizen im Steuer- und Transfersystem, die es faktisch gerade für Frauen finanziell unattraktiv machen, eine Erwerbsarbeit aufzunehmen. Quoten und Gesetze sind wirksame Mittel, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen.

Mehr zum Thema findet man im Newsletter der KfW Research, Fokus Volkswirtschaft vom 07.03.2022:
Einkommen und Karriere: Frauen holen auf, aber der Weg ist noch weit

Lese-Tipp zum Frauentag:

Inspirierende Frauen:
Sie sind sehr verschieden, doch eines haben alle gemeinsam: Sie sind stark und wollen etwas bewegen. KfW Stories stellt anlässlich des Weltfrauentages am 8. März in einem Dossier inspirierende Unternehmerinnen, Gründerinnen, Angestellte, Hausfrauen und Mütter vor.

2022-03-08

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