Welche Versicherungen brauchen Gründer oder Unternehmen?

Eine Unternehmensgründung bringt immer auch eine Reihe von Unwägbarkeiten und Risiken mit sich. Nicht gegen alles kann man sich versichern.  Aber  es gibt verschiedene Möglichkeiten, existenzbedrohende Risiken abzudecken oder zumindest abzumildern.

Wie entscheidet man aber nun, welche Versicherung wirklich nötig ist?
Der erforderliche Versicherungsschutz richtet sich natürlich immer nach dem konkreten Tätigkeitsfeld des Unternehmens, der jeweiligen Produktpalette, den angebotenen Dienstleistungen usw.

Tabelle aus der Broschüre GründerZeiten 05 – Versicherungen

Unabhängig davon gibt es allerdings einen Basis-Versicherungsschutz, der für (fast) alle Unternehmen zum Standard gehören sollte.

Nachfolgend ein paar grundlegende Aussagen:

Wichtig sind für Gründer und Jungunternehmer vor allem Versicherungen gegen Ereignisse, die so hohe finanzielle Folgen haben können, dass man diese aus eigenen Mitteln nicht decken kann.
Wenn z. B.  Gründer durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten können oder wenn durch ein Feuer oder Überschwemmungen, Einbrüche, defekte Maschinen oder Haftungsansprüche anderer dem Unternehmen finanzielle Ausfälle entstehen, ist es wichtig, die richtigen Versicherungen abgeschlossen zu haben.

Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft e.V. (GVNW) empfiehlt als Standard-Versicherungsschutz für das Unternehmen:

  • Betriebshaftpflichtversicherung
    Grund: Eine Haftung für Schäden gegenüber Dritten darf in keinem Unternehmen fehlen.
  • Betriebsunterbrechungsversicherung
    Grund: Eine Betriebsunterbrechung (bei Schäden durch Feuer, Einbruchdiebstahl/Raub, Leitungswasser, Sturm und Elementarschäden, bei Maschinen- oder EDV-Ausfall oder dem Ausfall der Telefonanlage aufgrund eines Blitzschlags bzw. Überspannungsschadens) hat schnell bedrohliche Ertragsausfälle zur Folge.
  • Elektronikversicherung
    Grund: Fast jedes Unternehmen arbeitet mit IT-Komponenten. Wenn diese ausfallen, wird deutlich, wie unersetzlich sie geworden sind
  • Gebäude- und Inhaltsversicherung
    Grund: Gebäude und Ausstattung stellen meist einen Großteil des Unternehmensvermögens dar
  • Kfz-Versicherung
    Grund: Ohne eine Kfz-Haftpflichtversicherung wird kein Firmenwagen zugelassen. Sie ist Pflicht.
  • Umwelthaftpflichtversicherung
    Grund: Fast jedes Unternehmen verfügt über Öltank, Gastank, Heizungsanlagen usw. Sie bergen immer ein hohes Umweltverschmutzungsrisiko
  • Nachdenken sollte man auch über eine Rechtsschutzversicherung oder eine Produkthaftpflichtversicherung.

Persönlich können bzw. sollten sich Gründer wie folgt absichern:

  • Arbeitslosenversicherung
    So erhält man sich den Anspruch auf finanzielle Unterstützung (Arbeitslosengeld), sollte das Gründungsvorhaben scheitern.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung
    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist oft wichtiger als eine Unfallversicherung, denn die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit entstehen aufgrund von Krankheiten und nicht durch Unfälle.
  • Krankenversicherung
    Selbständige sind, wie alle Bürgerinnen und Bürger, verpflichtet, sich entweder über eine gesetzliche oder private Krankenversicherung abzusichern.
    Während Arbeitnehmer im Krankheitsfall eine Entgeltfortzahlung erhalten, verdienen Selbständige in der Regel in dieser Zeit kein Geld. Dies sollte für die Absicherung im Krankheitsfall berücksichtigt werden.
  • Unfallversicherung
    Eine wichtige Ergänzung zu allen anderen Versicherungen ist die gesetzliche und/oder private Unfallversicherung. Beide zahlen, wenn z. B. durch einen Unfall eine Invalidität eingetreten ist.

In der Broschüre „GründerZeiten 05 – Versicherungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) werden ausführlich verschiedene Möglichkeiten des Versicherungsschutzes erläutert.

Quelle: BMWK

2020-02-10 (aktualisiert am 04.08.2022)

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