Förderprogramm INVEST: Wagniskapital-Förderung derzeit nicht möglich

Weil die aktuelle Förderrichtline zum 31. Dezember 2022 ausgelaufen ist und sich die Fertigstellung der angekündigten Neufassung verzögert, können aktuell keine Anträge für das Wagniskapital-Förderprogramm INVEST gestellt werden.

Das ist auch für Start-ups keine gute Meldung, denn gerade Start-ups scheitern häufig schon in der Anfangsphase, weil ihnen das nötige Wagniskapital fehlt. Das Wagniskapital-Förderprogramm INVEST hat Start-ups dabei geholfen, leichter einen Investor zu finden und so ihr Unternehmen weiter voran zu bringen.

Hintergrund für die Unterbrechung der Förderung:

Seit Mai 2013 förderte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit dem Programm „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ Investitionen von Privatpersonen (vor allem Business Angels) in Start-ups mit steuerfreien Zuschüssen. So erhielten sie bislang für Wagniskapital-Investitionen ab 25.000 Euro 20 % der Investitionssumme steuerfrei erstattet.
Da öffentliche Förderungen nur gewährt werden dürfen, wenn sie absolut notwendig sind, wurde die Notwendigkeit des INVEST-Programms im Rahmen einer Studie überprüft. Die Ergebnisse der Studie liegen vor und bestätigen die Notwendigkeit der INVEST-Förderung. Auf Grundlage der weiteren Studienergebnisse wurde die Förderrichtlinie überarbeitet. Die bis zum 31.12.2022 befristete bisherige INVEST-Förderrichtlinie soll durch diese überarbeitete INVEST-Förderrichtlinie im Jahr 2023 ersetzt werden.

Hinweis:
Bis zum 31.12.2022 gestellte Anträge werden wie gewohnt weiterbearbeitet.
Interessierte Start-up-Unternehmen bzw. Investoren sollten für das Jahr 2023 geplante Investments – sofern möglich – erst nach Inkrafttreten der neuen Förderrichtlinie durchführen, um sich so die Option einer INVEST-Förderung zu erhalten.

Stellungnahme Bitkom zur Unterbrechung der Wagniskapital-Förderung

„Das INVEST-Programm leistet seit fast zehn Jahren einen wichtigen Beitrag, um ganz jungen Startups in Deutschland den Zugang zu Wagniskapital zu erleichtern. Gerade in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation benötigen mehr Startups Geld und Know-how von Business Angels“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Startups brauchen Planungssicherheit. Die aktuelle Förderlücke muss schnellstmöglich geschlossen und eine neue Förderrichtlinie auf den Weg gebracht werden.“

Die neue Förderrichtlinie sollte nach Ansicht des Bitkom zugleich die im vergangenen Frühjahr aufgenommenen Änderungen rückgängig machen, etwa die Herausnahme von Folgefinanzierungen aus der Förderung und die Begrenzung auf Erstfinanzierung. Fördermittel sollten zudem nicht zurückgefordert werden, wenn vor Ablauf der Drei-Jahres-Frist das Startup mit einem anderen Unternehmen verschmilzt, ohne dass dem Investor Veräußerungserlöse zufließen. Berg: „Der Zugang zu Wagniskapital ist seit Jahren einer der größten Standortnachteile für deutsche Startups. Förderprogramme sollten deshalb so ausgestaltet werden, dass sie möglichst wenige neue Hürden errichten.“

Quelle: BAFA, Bitkom

2023-01-06

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