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Jeder zweite Selbst­ständige arbeitet mehr als 48 Stunden pro Woche

Im Jahr 2014 gaben in Deutschland über die Hälfte der vollzeittätigen Selbstständigen (53,0 %) an, gewöhnlich über 48 Stunden pro Woche zu arbeiten. Dies gilt nach internationaler Konvention als überlange Arbeitszeit. Unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Vollzeit betrug dieser Anteil lediglich 7,0 %. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Veröffentlichung des Indikatorenberichts „Qualität der Arbeit – Geld verdienen und was sonst noch zählt“ mitteilt, lag damit im Jahr 2014 der Anteil der Vollzeiterwerbstätigen, die gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, bei 12,3 %. Der Anteil der Erwerbstätigen mit überlanger Arbeitszeit ist seit seinem Höchststand im Jahr 2012 (13,6 %) wieder etwas zurückgegangen. Insbesondere Führungskräfte waren häufiger von überlanger Arbeitszeit betroffen: 37,6 % der Vollzeiterwerbstätigen in Führungsposition arbeiteten …

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Freibetragsregelungen bei Betriebsveranstaltung

Organisieren Arbeitgeber eine Betriebsveranstaltung für ihre Arbeitnehmer, stehen immer wieder auch steuerrechtliche Fragen im Raum, unter anderem, wie hoch die Ausgaben pro Person sein dürfen, ohne dass sie lohnsteuerrechtlich wirksam werden, oder welcher Personenkreis teilnehmen darf – also z. B. auch Praktikanten, ehemalige Arbeitnehmer oder Begleitpersonen – bzw. wie der Freibetrag pro Person berechnet wird. Dazu nachfolgend ein paar Hinweise: Mit dem sogenannten „Zollkodexanpassungsgesetz” (hier: Artikel 5 des Gesetzes “Weitere Änderung des Einkommensteuergesetzes”, Punkt 13) wurde ab 1. Januar 2015 die bisherige Freigrenze von 110 €, bis zu der Aufwendungen von Arbeitgebern für Betriebsveranstaltungen nicht zum lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn zählen, in einen Freibetrag von 110 € pro Veranstaltung (max. 2 im Jahr) umgewandelt. Das bedeutet, dass bei Überschreiten des Wertes (von 110 €) der …

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Deutscher Gefahrstoffschutzpreis: Ideen zum Schutz vor Asbest und Stäuben gesucht

Unsichtbar, aber hochriskant: asbesthaltiger Staub gefährdet auch heute noch Beschäftigte im Baugewerbe. Viele Gebäude, die vor dem Asbestverbot im Jahr 1993 gebaut wurden, können asbesthaltige Materialien enthalten. Wird an ihnen gearbeitet, kann asbesthaltiger Staub freigesetzt werden, der eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Beschäftigte und Nutzer darstellt. Doch nicht nur Asbest, sondern auch andere Stäube können die Lunge dauerhaft schädigen. Deshalb sucht der 11. Deutsche Gefahrstoffschutzpreis nach guten Ideen zum Schutz vor Asbest und Stäuben. Eine Teilnahme am mit insgesamt 10.000 Euro ausgelobten Preis ist bis zum 31. Januar 2016 möglich. Mit dem Gefahrstoffschutzpreis will das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) insbesondere Lösungen aus der Praxis auszeichnen, die hilfreich für andere Unternehmen sind. Gesucht wird nach guten Arbeitsmitteln oder Verfahren, die eine …

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Beweiswert einer Krankschreibung

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hatte mit Urteil vom 26.11.2014 (Az.: 4 Sa 398/14) über einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu entscheiden. Dem lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die klagende Arbeitnehmerin war in den Jahren 2013 und 2014 als Psychotherapeutin beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis endete aufgrund einer Eigenkündigung der Arbeitnehmerin. Zwei Tage nach Vorlage ihrer Eigenkündigung hatte die Arbeitnehmerin bei dem Arbeitgeber die Gewährung ihres restlichen Urlaubs beantragt. Der Arbeitgeber hat dies abgelehnt unter Hinweis darauf, dass die Arbeitnehmerin in Anbetracht des Ausscheidens zweier weiterer Therapeutinnen die einzig verbleibende Arbeitskraft sei, weshalb auf ihre Arbeitskraft bis zum letzten Tag des Arbeitsverhältnisses nicht verzichtet werden könne. Vier Tage später legte die Arbeitnehmerin eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die kommenden drei Wochen vor sowie später eine Folgebescheinigung bis zum …

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Gesetzliche Unfallversicherung: Weniger Arbeitsunfälle im ersten Halbjahr 2015

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter zurückgegangen. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, meldet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Demnach sank die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle von 430.939 auf 420.447 (-2,4 Prozent). Die Zahl der Unfälle auf dem Weg zur Arbeit blieb mit 87.070 nahezu unverändert. Bei den schweren Arbeits- und Wegeunfällen, insbesondere den Rentenfällen, zeigt sich jeweils der gleiche Trend. 200 Arbeitsunfälle endeten tödlich, 10 weniger als im Vorjahr. Die Zahl der tödlichen Wegeunfälle stieg dagegen um 19 auf 140. “Angesichts der anhaltend guten Konjunktur geht gerade von den gesunkenen Arbeitsunfallzahlen im ersten Halbjahr ein positives Signal aus”; sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer: “Wenn der Trend sich fortsetzt, …

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Umsatzsteuerliche Behandlung von Gebühren bei einer Handelsplattform

Müssen Unternehmer für den Verkauf von Waren über eine Handelsplattform (z. B. über eBay) an den Betreiber dieser Plattform Gebühren zahlen, so mindern diese das Entgelt nicht. Dies hat die Oberfinanzdirektion Karlsruhe mit Urteil vom 19.02.2015 (Az.: S 7200-Karte 18) klargestellt. Im Regelfall sind die Gebühren an eine in einem anderen EU-Mitgliedstaat ansässige Firma zu leisten. Bei der Veräußerung der Waren werden die Gebühren dann mit dem Verkaufserlös der Waren verrechnet. An den Unternehmer wird nur der um die Gebühren gekürzte Betrag überwiesen. Aufgrund der Verrechnung der Gebühren wird der Erlös dann häufig zu gering angegeben. Hier eine Beispielrechnung: Der Unternehmer U. verkauft Waren für insgesamt 119.000 € über eine Handelsplattform. Nach Abzug der Gebühren von 10.000 € wird an U. ein …