Die Ermittlung des Kapitalbedarfs

Die Voraussetzung  jeglichen Nachdenkens über die Finanzierung einer Unternehmensgründung  ist die Beantwortung der Frage: Welche Wirtschaftsgüter und Betriebsmittel brauche ich für den Start und für die Geschäftstätigkeit in der Anlaufzeit?

Jeder potentielle Geldgeber, ob nun eine Bank, eine Fördereinrichtung oder auch ein privater Investor, erwartet vom Gründer die Vorlage eines detaillierten Kapitalbedarfsplanes.

Fachkundige Stellen, die das Konzept eines Existenzgründers als Voraussetzung der Geldausreichung bewerten sollen, müssen beurteilen können, ob mit der geplanten materiellen Ausstattung der Aufbau einer tragfähigen Existenz möglich ist.

Bei der Planung der Ausstattung eines Unternehmens sind  zwei Extreme zu vermeiden.

Zum einen ist dies die „große“  technisch und baulich perfektionierte, üppige und luxuriöse Ausstattungsvariante. Diese hilft weder bei der Kundengewinnung noch ist sie in der Regel wirtschaftlich und finanzierbar.

Zum anderen ist das die absolute „Sparvariante“, die nach dem Prinzip Hoffnung davon ausgeht, dass mit den ersten großen Umsätzen die erforderliche Ausstattung schon erworben werden kann. Wenn die vom Kunden geforderte Leistung in Umfang und Qualität nicht von Anfang an erbracht werden kann, wird es die erwarteten Umsätze nicht geben und dies gefährdet sehr schnell den Bestand des Unternehmens ebenso wie nicht aufbringbare Betriebskosten in der Anlaufphase.

Eine weitere Voraussetzung einer exakten Planung des Kapitalbedarfs ist die Klärung  der Umsatzsteuerpflicht des geplanten Unternehmens. Handelt es sich um eine  umsatzsteuerpflichtige Tätigkeit, dann ist das Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt, dass heißt, die an Lieferanten gezahlte Umsatzsteuer wird vom Finanzamt erstattet und  nicht von Geldgebern finanziert. Die gesamte Unternehmensplanung erfolgt dann in Nettobeträgen.
Dies ist bei den meisten Gewerben und freiberuflichen Tätigkeiten der Fall. Anders u.a. im medizinischen Bereich und  in der Versicherungswirtschaft  – hier wird „brutto“ geplant.

 

 

 

Print Friendly, PDF & Email