Steuerschätzung – Verfahren bei Kapitalgesellschaften

Bei den Kapitalgesellschaften  wird statt der Einkommenssteuer die Körperschaftssteuer erhoben. Hier gilt ein einheitlicher Steuersatz von 25 %.
Bei der Gewerbesteuer haben Kapitalgesellschaften keinen Freibetrag und es gilt ein Steuersatz von 5 %. Auf die sich daraus ergebende Steuermesszahl wird dann der Hebesatz der Gemeinde (in Mecklenburg – Vorpommern durchschnittlich 300 %) angesetzt.

Die Höhe der bei der Cash Flow Verwendung anzusetzenden Tilgungen ergibt sich aus den Kreditverträgen. Wenn Zins und Tilgung zusammen in einer Rate ausgewiesen werden, z.B. bei  Fahrzeugfinanzierungen, kann man von der Bank einen Zins – und Tilgungsplan anfordern. Diesem sind dann die Beträge für die steuerlich als Betriebsausgaben anzusetzenden Zinsen und die aus dem CF zu leistenden Tilgungen zu entnehmen.

Bei Förderkrediten ist die Tilgung häufig für einige Monate oder Jahre zu Beginn der Laufzeit ausgesetzt. In diesen tilgungsfreien Zeiten sollten möglichst Rücklagen für die später einsetzende Tilgung gebildet werden. Da die Rückzahlung eines Darlehens durch tilgungsfreie Zeiten  nicht über die gesamte Laufzeit verteilt wird, sind die später einsetzenden  Tilgungsbeträge entsprechend höher.

Beim  Ansatz für die Privatentnahmen sind zu berücksichtigen: die gesamte private Lebensführung, Vorsorgeaufwendungen, private Kreditverpflichtungen, Rücklagen für Krankheit und Urlaub u.a.. Eine zu große Selbstbeschränkung beim Ansatz der Privatentnahmen in der Prognoserechnung  ist daher nicht angebracht und erhöht auch keineswegs die Finanzierungsbereitschaft möglicher Kreditgeber.

Betriebliche Rücklagen sollten für Ersatzinvestitionen und eventuell notwendige Neuanschaffungen gebildet werden. Ihre Höhe hängt  von der vorgesehenen betrieblichen Nutzungsdauer der zum Zeitpunkt der Gründung angeschafften Investitionsgüter und der Strategie für zukünftige Anschaffungen ab.

Auch an die Bildung einer Liquiditätsreserve ist zu denken. Saisonale Schwankungen der Einnahmen, unvorhergesehene Kosten u.a. belastende Einflüsse sollten das Unternehmen nicht in seiner Existenz gefährden.

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