Besonderheiten von Förderkrediten

Der überwiegende Teil der Kredite für  Existenzgründungen und für Finanzierungen im Bereich der kleinen – und mittelständischen Unternehmen wird von Banken, auch Hausbanken genannt, bereitgestellt.

Da die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland mit einer enormen Welle von Unternehmensinsolvenzen bei den Banken zu erheblichen Ausfällen geführt hat, spüren gerade auch Existenzgründer die Zurückhaltung der Banken bei der Neuausreichung von Krediten. Hinzu kommen die veränderten Vorschriften der Eigenkapitalhinterlegung für Unternehmensfinanzierungen – bekannt  und viel diskutiert unter den Schlagworten Basel II und Rating. Der in Basel ansässige Rat für internationale Bankenaufsicht hat ein System der Unternehmensbewertung (Rating) und der von der Bonität des Unternehmens abhängigen Eigenkapitalhinterlegung vorgegeben. Unter dem Aspekt der Auswirkungen für die Unternehmensfinanzierung geht es im Kern darum: Unternehmen mit einer guten Bonität und werthaltigen Sicherheiten erhalten günstigere Kreditkonditionen. Unternehmen mit einer eher schlechteren Bonität müssen mit höheren Kreditkosten und im Extremfall sogar mit der außerordentlichen Fälligstellung, das heißt Rückforderung der Kredite rechnen.

Auch die von Existenzgründern vorgelegten Konzepte werden nach den Kriterien des Ratings bewertet. Neben den geplanten Kennzahlen zu Umsatz, Rentabilität und Vermögensstruktur  werden auch die prognostizierte Branchenentwicklung, Vergleichszahlen und  Standortaspekte  zur Beurteilung herangezogen.

Um  Existenzgründer trotz häufig anzutreffenden Eigenkapitalschwäche und fehlender Sicherheiten die Finanzierung ihres Gründungsvorhabens zu ermöglichen wurde auf Bundes – und Landesebene es eine Reihe von Förderkrediten entwickelt.
Förderkredite werden von speziellen Banken herausgelegt – die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf Bundesebene  und Förderbanken auf Landesebene – in Mecklenburg – Vorpommern das Landesförderinstitut (LFI).

Förderkredite unterscheiden sich von den Krediten der Hausbanken durch einige Besonderheiten und Merkmale:

  • sie sind an die Richtlinien der Fördergeber – der Bund, das Land – gebunden, dass heißt nicht frei verhandelbar
  • Die Kredite der KfW unterliegen dem Hausbankprinzip. Die Kreditanträge werden von den Banken vor Ort geprüft, die Beantragung und Durchleitung erfolgt über die Hausbank und die  Hausbank haftet ganz oder teilweise für die ausgereichten Kredite.
  • sie können gegenüber dem marktüblichen Zins verbilligt sein.
  • Die Tilgung kann für mehrere Jahre ausgesetzt sein.
  • es kann ganz oder teilweise auf Eigenmittelanteile verzichtet werden.
  • Haftungsfreistellung/ -verzicht auf Sicherheiten seitens des Fördergebers ganz oder teilweise möglich

Generell werden jedoch auch Anträge auf Förderkredite nach strengen banküblichen Kriterien  geprüft. Auch eine bonitätsabhängige Zinsgestaltung wurde bei der KfW eingeführt. Sie gilt jedoch zunächst nicht für die klassischen Existenzgründungsprogramme.

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