Finanzierung mit Eigenmitteln

Der Eigenanteil an einer Finanzierung kann mit Sacheinlagen, Eigenleistungen und Barmittel erbracht werden.

Bei den Sacheinlagen handelt es sich um Wirtschaftsgüter, die der Existenzgründer bereits in seinem Privateigentum hat und in das neu gegründete Unternehmen einlegt. Häufig sind das  Fahrzeuge, Büroeinrichtung wie Arbeitstisch, Regale, Bestuhlung, Beleuchtung u.a., Bürotechnik wie PC, Telefon und Fax, Werkzeuge und andere bisher rein privat genutzte Wirtschaftsgüter. Die Festlegung des Wertes erfolgt bereits in der Kapitalbedarfsplanung zum Zeitwert oder Wiederbeschaffungswert, hier verstanden als der Wert, den man für die Anschaffung eines entsprechenden gebrauchten Wirtschaftsgutes einsetzen müsste.

Eine detaillierte und fundierte Bewertung durch externe Spezialisten ist nur dann erforderlich, wenn die Sacheinlagen als Stammkapital in eine Kapitalgesellschaft eingebracht werden sollen oder die Bank zur Prüfung der Werthaltigkeit  des Eigenanteils in einer Gesamtfinanzierung dies verlangt.

Von Eigenleistungen spricht man, wenn der Gründer mit seiner eigenen Arbeitskraft bzw. der von Familie und  Freunden bauliche Arbeiten selbst verrichtet. Häufig geht es z.B. um Maler-, Fliesen – und Fußbodenlegerarbeiten, aber auch Architekten – und  andere Bauplanungsleistungen werden in Eigenleistung erbracht.

Zur Bewertung der Eigenleistungen empfiehlt es sich Angebote einer Fachfirma einzuholen, in denen der Materialaufwand und die Arbeitsleistung getrennt ausgewiesen werden. Auch Bewertungstabellen von Bauberufsgenossenschaften können herangezogen werden.

Steuerlich aktivierungsfähig und damit abschreibungsfähig sind jedoch nur Eigenleistungen, die von Angestellten des Unternehmens ausgeführt werden. Für die Existenzgründung bedeute dies, dass Eigenleistungen in der Regel zwar von Banken als Eigenanteil in einer Gesamtfinanzierung anerkannt jedoch steuerlich nicht abschreibungsfähig sind.

 

Wenn private Barmittel in eine Finanzierung  eingebracht werden, müssen diese im Rahmen einer Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden. Dies kann per Kontoauszug bzw. durch ein Bestätigungsschreiben der Bank oder auch eines Steuerberaters erfolgen. Auch müssen eigene Barmittel in einer Gesamtfinanzierung in der Zeitabfolge z.B. einer Baufinanzierung als erstes, also vor den Fremdmitteln eingesetzt werden.

Der Einsatz von Barmitteln in einer Gründungsfinanzierung sollte angemessen erfolgen. Dem  Gründer sollten ausreichend private und betriebliche Mittel verbleiben, um eventuelle Liquiditätsengpässe in der Anlaufzeit überbrücken zu können

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